Neurostimulator / Neuromodulation
Ein Neurostimulator ist ein Gerät, das unter die Haut implantiert wird und elektrische Impulse an Nerven sendet. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel therapieresistente, chronische Schmerzen permanent ausschalten bzw. lindern. Die elektrischen Impulse bewirken eine Veränderung der Schmerzempfindung, ohne dass dabei Nerven geschädigt werden.

Bild: Neurostimulator mit Fernbedienung (Boston Scientific, www.bostonscientific-international.com)
Was kann man mit dem Neurostimulator / der Neuromodulation behandeln?
Die Implantation eines Neurostimulators ist sinnvoll und medizinisch indiziert bei Schmerzen, die von der Wirbelsäule oder durch Okzipitalneuralgie verursacht werden, wenn alle bisherigen Therapieverfahren gescheitert sind. Es gibt keine körperlichen, krankheits- oder altersbezogenen Einschränkungen für den Einsatz des Neurostimulators.
Welche Diagnostik ist im Vorfeld zu absolvieren?
Bevor wir einen Neurostimulator als Therapie in Erwägung ziehen, muss abgeklärt werden, welche Beschwerdeursache vorliegt. Dies erfolgt zum einen durch eine sorgfältige neurologisch-orthopädische Untersuchung und ein umfangreiches Anamnesegespräch. Je nach Beschwerdebild werden dann zusätzliche Untersuchungen wie MRT oder CT durchgeführt, um etwa die Wirbelsäule genauer untersuchen zu können. Auf Basis der neurologisch-orthopädischen Untersuchung, dem Anamnesegespräch sowie den Resultaten der bildgebenden Untersuchungen lässt sich dann abschätzen, welcher Therapieansatz für Sie der richtige ist und ob die Implantation eines Neurostimulators individuell sinnvoll ist.
Wie läuft die Implantation eines Neurostimulators ab?
Die Behandlung mit einem Neurostimulator läuft in 2 Schritten ab. Nachdem unsere Ärzte entschieden haben, dass es medizinisch sinnvoll und indiziert ist, einen Neurostimulator zu implantieren, kommt zunächst ein tragbares Testgerät zum Einsatz.
Über einen kleinen Schnitt in Höhe der mittleren Brustwirbelsäule werden kleine Elektroden auf der Dura, der äußeren Schicht des Rückenmarks und der Nervenwurzeln, platziert. Dies erfolgt perkutan, also durch ein kleines Röhrchen durch die Haut hindurch. Der Test-Neurostimulator selbst wird nicht implantiert, sondern verbleibt außerhalb des Körpers und kann bequem mit einer Hand auf eine bestimmte elektrische Impulsstufe eingestellt werden. So testen wir 2-3 Tage auf der Station der Beta Klinik zusammen mit Ihnen, welche Stufe eine Schmerzfreiheit bzw. starke Schmerzlinderung bewirkt. Dann werden Sie nach Hause entlassen und testen die Wirkung des Neurostimulators für 3-4 weiter Tage.
Nach etwa einer Woche stellen Sie sich erneut in der Klinik vor und wir besprechen das Ergebnis. Wenn der Neurostimulator Beschwerdefreiheit bzw. eine starke Beschwerdelinderung bewirkt, kommt eine permanente Implantation infrage.
In diesem Fall wird der Neurostimulator über einen kleinen Schnitt von ca. 4cm im Brustbereich (bei Okzipitalneuralgie) oder vorderen bzw. hinteren Lendenbereich unter die Haut implantiert. Hierbei wird diejenige Einstellungsstufe gewählt, die in der Testphase zur größtmöglichen Beschwerdelinderung oder -freiheit beigetragen hat. Für 2 bis 3 Tage bleiben Sie zur Beobachtung auf der Station der Beta Klinik. Die Impulsstufe kann auch noch später von außen individuell mithilfe einer Fernbedienung angepasst werden.
Die Batterien des Neurostimulators haben eine Lebenszeit von etwa 8 Jahren, nach deren Ablauf ein neues Stimulationsgerät eingesetzt werden kann. Die Elektroden müssen nicht ausgetauscht werden.
Welche Erfolgsaussichten gibt es im Fall des Neurostimulator / der Neuromodulation?
Sind andere Therapieverfahren beim Versuch gescheitert, Schmerzen erfolgreich zu behandeln, die von der Wirbelsäule bzw. einer Okzipitalneuralgie verursacht werden, ergeben sich gute bis sehr gute Chancen, dass ein Neurostimulator helfen kann. Jedoch müssen wir das Ergebnis der Testphase (siehe vorherige Textpassage) abwarten, um eine genauere Prognose erstellen zu können. In Einzelfällen kann es sein, dass der Neurostimulator nicht seine gewünschte Wirkung entfaltet. In solchen Fällen würde eine permanente Implantation nicht infrage kommen.
Welche Risiken gibt es bei der Implantation des Neurostimulators?
Die Implantation des Neurostimulators und der Elektroden wird unter sterilen Bedingungen in einem hochmodernen Operationssaal von erfahrenen Ärzten durchgeführt. Daher ist auch das Risiko von Infektionen, Blutungen, Wundheilungsstörungen oder anderen Risiken, die bei allen Operationen gegeben sind, minimal.
Dauer Arbeitsunfähigkeit nach der Neurostimulator-Implantation?
3-4 Tage nach dem Eingriff können Sie wieder am Arbeitsleben teilnehmen.
Dauer Sportunfähigkeit nach der Implantation eine Neurostimulators?
Nach ungefähr 10 Tage ist die Wunde in der Regel verheilt und Sie können wieder Sport treiben.
Welche Nachbehandlung ist nach der Implantation eines Neurostimulators notwendig?
Eine Nachbehandlung ist in der Regel nicht notwendig. Jedoch sollte in individuell abgestimmten Kontrollen, eine individuell bestmögliche Einstellung des Neurostimulators erfolgen.


