Perkutane Nukleotomie
Die perkutane Nukleotomie ist eine Operationstechnik, die bei der Entfernung von Bandscheibenvorfällen in der Halswirbelsäule eingesetzt werden kann. Die perkutane Nukleotomie ist dann eine gute Alternative, wenn Beschwerden nicht mit Ruhe, Schmerzmitteln und Physiotherapie behoben werden, der Vorfall umschrieben und nicht zu groß ist und keine knöchernen Verengungen vorliegen.
Wie wird die perkutane Nukleotomie durchgeführt?
Die perkutane Nukleotomie, eine neue minimal-invasive Eingriffstechnik, kann in den meisten Fällen ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Bei diesem modernen Verfahren werden die feinen Nervenstrukturen geschont und die Mobilität der Bandscheiben wird erhalten. Dies wird steril in einem nach neuestem Stand der Technik ausgestatteten Operationssaal unter Narkose-Überwachung durchgeführt. Dabei liegt der Patient bequem und örtlich betäubt auf dem Rücken. Kleine Kanülen mit zunehmenden Durchmesser werden zum Bandscheibenvorfall geführt. Mit einem speziellen Instrumentarium wird der Vorfall sichtbar gemacht und mit feinen Instrumenten entfernt, wodurch der komprimierte Nerv entlastet wird. In bestimmten Fällen wird der Bandscheibenkern mithilfe eines Spezialenzyms verkleinert, um den Außenfaserring für die anschließende Heilung zu entlasten. Im Gegensatz zu einer konventionellen Operation muss bei diesem Verfahren das Bandscheibensegment nicht versteift werden.

Auf dieser Abbildung ist der Operationsweg schematisch eingezeichnet. Der Operateur führt das Röhrchen über den Hals ein, ohne Adern oder Muskelgewebe zu schädigen und kann dann den Bandscheibenvorfall entfernen.

Abbildungen A bis C veranschaulichen die perkutane Nukleotomie. Der Bandscheibenvorfall drückt auf das Nervengebe und erzeugt Beschwerden wie Schmerzen oder neurologische Ausfälle (Abb. A). Durch ein Rörchen wird der Bandscheibenvorfall entfernt (Abb. B). Dadurch wird der Druck auf das Nervengewebe genommen und es ist nach dem Eingriff wieder entspannt (Abb. C), wodurch die Beschwerden zurückgehen.
Insgesamt dauert der Eingriff ca. 45 Minuten und kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ambulant durchgeführt werden. Bereits 2 Stunden nach dem Eingriff kann der Patient den Aufwachraum gehend verlassen und in sein Klinikzimmer oder in sein Hotel begleitet werden. Nach einer gründlichen Nachuntersuchung kann der Patient am folgenden Tag nach Hause entlassen werden. Auf eine Halskrause kann vollends verzichtet werden. Nur in seltenen Fällen greifen Patienten zu einem leichten Schmerzmittel.
Erforderliche Nachbehandlung und Rehabilitation perkutane Nukleotomie
Am Tag nach dem Eingriff findet eine ärztliche Kontrolluntersuchung statt und ein Physiotherapeut erklärt dem Patienten das richtige postoperative Verhalten und die bevorstehenden Rehabilitationsmaßnahmen. Diese können in der Regel 1 Woche nach dem Eingriff beginnen. Ebenfalls 1 Woche nach der Operation können leichte Bürotätigkeiten wiederaufgenommen werden. Eine normale Belastung im Rahmen sportlicher und beruflicher Aktivitäten ist schon 6 Wochen nach der perkutanen Nukleotomie möglich.
Vorteile perkutane Nukleotomie
Die perkutane Nukleotomie wird ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt, wodurch alle Risiken einer Vollnarkose vermieden werden. Unmittelbar nach der perkutanen Nukleotomie verschwindet der Schmerz in der Regel. Durch dieses schonende Verfahren können für mehr als 90% der Patienten Versteifungs-/Stabilisierungs-Operationen vermieden werden. Dadurch wiederum werden die angrenzenden Bandscheiben nicht zusätzlich belastet, sondern geschont genauso wie die feinen Nervenstrukturen. Da nur eine geringe Gewebemenge entfernt wird, bleibt die natürliche Stabilität der Wirbelsäule erhalten. Hier finden Sie noch einmal die Vorteile der perkutanen Nukleotomie im Überblick:
• die perkutane Nukleotomie wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt – alle Risiken einer Vollnarkose werden somit vermieden
• der Eingriff ist ambulant durchführbar
• in der Regel verschwindet der Schmerz unmittelbar nach der perkutanen Nukleotomie
• für mehr als 90% der Patienten kann eine Versteifungsoperation vermieden werden und die angrenzenden Bandscheiben werden nicht zusätzlich belastet
• die feinen Nervenstrukturen werden im Gegensatz zur offenen Operation geschont
• nur eine geringe Gewebemenge wird entfernt, dadurch bleibt eine gute Stabilität erhalten


