OP der obstruktiven Defäkationsstörung und der Rektozele

Bei fehlendem Erfolg der nichtoperativen Therapie einer obstruktiven Defaekationsstörung (Stuhlentleerungsstörung) besteht die Möglichkeit, einen als Entleerungshindernis nachgewiesenen inneren Mastdarmvorfall und die meist gleichzeitig bestehende Rektozele (Darmsenkung mit Ausstülpung zur Scheidenhinterwand) durch eine sog. STARR-Operation zu behandeln. STARR bedeutet stapled transanal rectal resection, d. h. Entfernung eines Mastdarmteils mit Klammernaht-Technik durch den After.
Anatomie des weiblichen Unterleibs
Operationsinstrumente

Indikation OP der obstruktiven Defäkationsstörung und der Rektorzele

Ob die STARR-Operation oder ihre Weiterentwicklung (Transtar™-OP) indiziert ist, um mit Aussicht auf Erfolg und vertretbarem Risiko die Beschwerden der Patienten zu beheben, muss im Einzelfall entschieden werden. Nach eigener Erfahrung über 10 Jahre in dieser Technik bestehen die besten Erfolgsaussichten bei nachgewiesenem innerem Mastdarmvorfall in der MR-Defaekografie (Kernspintomografie/MRT) und noch weitgehend intakter Schließmuskelfunktion.

Bei großen Rektozelen kommt die STARR-OP an Grenzen. Hier besteht eine Alternative in einer „offenen“ operativen Versorgung der Rektozele z. B. in der Modifikation nach Lahodny mit hinterer Scheidenwandplastik (mit querer Naht in der Scheide!), Levator- oder Rektoplastik (Nahtadaptation des Levator-(Beckenboden-)Muskels) und Perineoplastik (Damm-Aufbau) in einer Operation.

Ablauf OP der obstruktiven Defäkationsstörung und der Rektorzele

Das Grundprinzip der STARR-Operation besteht in der Entfernung von Anteilen der Mastdarmwand, die sich störend bei der Stuhlentleerung einstülpen. Dabei wird ein Klammernahtinstrumentarium verwendet, das durch den Darmausgang eingeführt wird und somit eine Operation ohne äußeren Schnitt bzw. Zugang durch die Bauchhöhle ermöglicht.

Die Darmvorbereitung erfolgt analog zur OP nach Milligan-Morgan. Der Eingriff erfordert eine Allgemein- oder rückenmarksnahe Anästhesie und einen stationären Aufenthalt von 2-3 Tagen.

Für den Erfolg der STARR-OP sind neben der korrekten Indikationsstellung das Training des Operateurs in der Methode, gute Kenntnisse der Anatomie und Erfahrung in den etwas beengten Verhältnissen transanaler Operationen wichtige Voraussetzungen.

Die wichtigsten Operationsschritte lassen sich am besten aus den Abbildungen entnehmen:

Rektumprolaps mit Rektozele und Intussuszeption (Dareinstuelpung)
Schritt 3 der STARR-OP
Rektale Resektion
Chirurgische Rekontruktion

Nachbehandlung OP der obstruktiven Defäkationsstörung und der Rektorzele

Am Tag der STARR-OP abends und am Folgetag ist leichte Kost gestattet. Die postoperativen Schmerzen sind meist nur mäßig, Analgesie (PCA – patientenkontrollierte Verabreichung von Schmerzmitteln) selbstverständlich. Sowohl zur rechtzeitigen Erkennung einer Nachblutung (selten) als auch zur Behandlung einer vorübergehenden postoperativen Blasen- oder Darmentleerungsstörung ist es sinnvoll, mindestens bis zum 2. postoperativen Tag in stationärer Beobachtung und Behandlung zu bleiben. Nachuntersuchungen nach 2 und 4-6 Wochen sowie 6 Monate nach der STARR-OP sind zu empfehlen.

Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer STARR-OP beträgt 2-3 Wochen, je nach Tätigkeit.