Leistungsspektrum Ohrenerkrankungen

Hörstörungen

Als Hörstörungen kann man Veränderungen der Hörwahrnehmung bezeichnen, die ihre Ursache sowohl im eigentlichen Hörorgan als auch im Hörzentrum des Gehirns haben. Sie reichen von der Schwerhörigkeit über den Hörsturz bis hin zum Ohrgeräusch, das auch als Tinnitus bezeichnet wird.

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Symptome Hörstörungen

Der Mensch ist mehr noch als auf das Sehen auf das Hören angewiesen, um mit seinem Gegenüber zu kommunizieren. Wenn das Hören durch Hörstörungen eingeschränkt ist, besteht die Gefahr, sich in seinem sozialen Umfeld abzukapseln. Diese Beeinträchtigung kann sowohl organisch bedingt sein (Störung im Mittel- bzw. Innenohr) als auch durch ein Ohrgeräusch, das als „Störsender“ wirken kann. Nicht zuletzt kann ein Ohrgeräusch zu psychosomatischen Symptomen wie allgemeiner Gereiztheit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten usw. führen.

Die Symptome der Hörstörungen im Überblick:

  • Verständnisschwierigkeiten
  • Kommunikationsprobleme
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Störgeräusche
  • psychosomatische Störungen

Ursachen Hörstörungen

Bei Hörstörungen muss unterschieden werden zwischen Störungen im sogenannten Schallleitungsapparat und im sensorischen Bereich unterschieden werden. Zum Schallleitungsapparat zählen das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette. Zum sensorischen Bereich gehören die Schnecke (Cochlea), der Hörnerv und das eigentliche Hörzentrum im Gehirn. Der Schallleitungsapparat kann durch akute bzw. chronische Entzündungen oder traumatische Ereignisse (z. B. schall- oder mechanisch bedingter Riss des Trommelfells) geschädigt werden und dadurch zu einer Schwerhörigkeit führen. Ebenso können bakterielle bzw. virale Infektionen, Medikamente und Durchblutungsstörungen zu einer bleibenden Störung der sensorischen Bereiche (z. B. Cochlea) führen. Der Vollständigkeit halber sollte hier nicht die angeborene bzw. vererbte Schwerhörigkeit vergessen werden.

Die Ursachen von Hörstörungen im Überblick:

  • bakterielle und virale Infektionen
  • mechanische Einwirkungen auf das Ohr
  • Medikamente
  • Durchblutungsstörungen
  • Vererbung
  • Stress

Diagnostik Hörstörung

Im Fall von Hörstörungen sind neben der allgemeinen Untersuchung mittels der Ohrmikroskopie die Testverfahren zur Beurteilung der Hörfähigkeit von Bedeutung. Dazu zählen die Reintonaudiometrie (subjektiver Hörtest), die Ableitung der otoakustischen Emissionen (objektiver Hörtest mittels elektrophysiologischen Messverfahren), der Sprachhörtest (Wiedergabe von Worten und Zahlen), die Tympanometrie (Messung der Beweglichkeit des Trommelfells) und die Hirnstammaudiometrie (objektive Beurteilung der Hörfähigkeit im Verlauf der Hörbahn mittels elektrophysiologischen Messverfahren). Durch diese Verfahren lässt sich eine qualifizierte Beurteilung der Hörfähigkeit erstellen, um hiermit das weitere therapeutische Vorgehen zu bewerten. Aufgrund weiterer, peripherer Ursachen, die nicht unmittelbar mit dem Hörorgan zu tun haben (z. B. Halswirbelsäulenveränderungen, Herz-Kreislaufprobleme usw.) ist eine gezielte, interdisziplinäre Diagnostik erforderlich.

Die diagnostischen Möglichkeiten bei Hörstörungen im Überblick:

  • Reintonaudiometrie
  • Sprachaudiometrie
  • Ableitung der otoakustischen Emissionen
  • Hirnstammaudiometrie
  • Tympanometrie
  • interdisziplinäre Diagnostik anderer Fachgebiete

Therapie Hörstörung

Bei den Hörstörungen muss zwischen mechanisch bedingten Störungen des Schallleitungsapparates (Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette) und Veränderungen, die im Bereich der sensorischen Strukturen (Gehörschnecke, Hörnerv, Hörzentrum im Gehirn) zum Tragen kommen, unterscheiden. Im Rahmen der Mikrochirurgie des Mittelohres können zum einen offene Trommelfelle geschlossen und zum anderen zerstörte bzw. in ihrer Funktion behinderte Gehörknöchelchen mittels einer Mikroprothetik ersetzt werden. Bei chronischen Schwerhörigkeiten, die ihre Ursache in Veränderungen der Schnecke haben, ist abgesehen von hochgradigen Schwerhörigkeiten (hier evtl. operative Versorgung mit einem implantierbaren Hörgerät) eine apparative Versorgung mit einem Hörgerät angezeigt.

Bei akuten Hörstörungen, wie z. B. Hörsturz und Tinnitus, ist eine differenzierte Diagnostik erforderlich, um nach Ausschluss von peripheren Ursachen (z. B. Halswirbelsäulen-Veränderung, Durchblutungsstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme usw.) eine ausreichende und gezielte Therapiemaßnahme einzuleiten.