Dekompression / Jannetta OP

Der Erstbeschreiber und Entwickler der Janetta OP ist ein Neurochirurg namens Jannetta. Er beobachtete, dass bei Trigeminusneuralgien oft eine kleine Arterie am Ursprung des Nervs aus dem Stammhirn verläuft. Diese findet sich nicht bei Gesunden. Er ging davon aus, dass die Pulsationen des Gefäßes den Nerv schädigen können, da dieser am Austritt aus dem Stammhirn noch nicht von einer schützenden Hülle umgeben ist. Jannetta platzierte ein kleines Muskel- oder Kunststoffplättchen zwischen die Arterie und den Nerv und konnte damit in mehr als 70 % der Fälle die Neuralgie langfristig heilen.
Dekompression
Die Dekompression des Nervus trigeminus nach Jannetta wird mikroneurochirurgisch mit Hilfe eines hochauflösenden Mikroskops durchgeführt. Obwohl es sich um einen Eingriff mit Schädeleröffnung handelt, sind die Patienten bereits nach wenigen Tagen wieder komplett mobil (stationärer Aufenthalt ca. 4-5 Tage). Die Schmerzfreiheit ist meist direkt am Tag nach der OP gegeben. In der Hand erfahrener Operateure ist das Risiko des Eingriffes gering. In Anbetracht der erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und des schweren Schmerzbildes ist bei typischer Trigeminusneuralgie und medikamentösem Versagen dieser Eingriff klar indiziert.

Permanente Schmerzfreiheit ohne die Einnahme von Medikamenten lässt sich nach einem Jahr bei 91 % und nach 15 Jahren bei 73 % der Patienten beobachten, die sich einer Dekompression des Nervus trigeminus nach Jannetta unterzogen haben (Literatur: Sindou M, Leston J, Decullier E, Chapuis F.: Microvascular decompression for primary trigeminal neuralgia: long-term effectiveness and prognostic factors in a series of 362 consecutive patients with clear-cut neurovascular conflicts who underwent pure decompression. J Neurosurg. 2007 Dec;107(6):1144-53; Barker FG 2nd, Jannetta PJ, Bissonette DJ, Larkins MV, Jho HD: The long-term outcome of microvascular decompression for trigeminal neuralgia. N Engl J Med. 1996 Apr 25;334(17):1077-83; Kommentar zu in N Engl J Med. 1996 Apr 25;334(17):1125-6).