Erkrankungen Neurologie und Epileptologie

Wir diagnostizieren und behandeln ein großes Spektrum neurologischer Erkrankungen. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auf der Abklärung von Epilepsien oder erstmalig aufgetretener Anfälle (first seizure) oder Bewußtseinsstörungen anderer Ursache.

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Symptome der Epilepsie

Die bei der Diagnose Epilepsie am häufigsten beklagten Beschwerden umfassen epileptische Anfälle, die manchmal ohne Bewusstseinsstörung, meist aber mit teilweisem oder kompletten Bewusstseinsverlust einhergehen.

Das Spektrum der Anfallserscheinungen reicht von einem nur für den Patienten spürbaren Anfallsvorgefühl (Aura) über Anfälle mit Nicht-Ansprechbarkeit und starrem Blick sowie stereotypen Hand- oder Mundbewegungen (komplex-fokale Anfälle) bis hin zu einem großen Anfall, der mit Zuckungen des gesamten Körpers und Blaufärbung des Gesichts (Grand-mal-Anfall) einhergeht. Epileptische Anfälle können in ihrer Dauer von wenigen Sekunden bis mehrere Minuten andauern. In der Regel dauern sie von 0,5 bis 2 Minuten. Nach der Anfallsart wird unterteilt in: Fokale Anfälle, generalisierte Anfälle, epileptische Syndrome und Mischformen.

Zum anderen aber treten bei der Erkrankung häufig Störungen hinsichtlich der Befindlichkeit, Merkfähigkeit und Konzentration auf. Betroffene beklagen oft auch seelische Probleme, wie eine depressive Stimmungslage oder Angststörung.

Soziale Konsequenzen: Die Lebensqualität der Patienten ist nicht nur durch die Anfälle selbst, sondern auch durch deren Auswirkungen auf den Alltag beeinträchtigt. Eine besondere Beratung und Aufklärung zu vielfältigen Themenkreisen ist daher notwendig. Die Diagnose der Erkrankung Epilepsie hat oft weit reichende Folgen für das alltägliche Leben: Die Berufswahl kann eingeschränkt sein, die Mobilität mit dem PKW ist durch begrenztes Fahrverbot erst einmal aufgehoben und ein Kinderwunsch muss nun – aufgrund notwendiger Medikation – geplant werden.

Ursachen der Epilepsie

Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig, angefangen von angeborenen, erblich bedingten Hirnschädigungen oder Syndromen, Störungen des Gehirnstoffwechsels, bis hin zu erworbenen Hirnmissbildungen, Hirntumoren, Entzündungen des Gehirns, Schädigungen in den hirnversorgenden Gefäßen, Schlaganfällen, Kopfverletzungen durch Schädel-Hirn-Trauma, etc.

Diagnostik Epilepsie

Hochauflösende Kernspintomografie des Gehirns (1,5-3 Tesla Feldstärke)

Ohne sie ist eine moderne Abklärung der Epilepsie nicht vorstellbar. In der Magnetresonanztomografie (MRT) werden die Bilder durch starke Magnetfelder erzeugt. Diese Darstellung des Gehirns hat eine deutlich höhere Auflösung und einen besseren Kontrast zwischen grauer und weißer Substanz als die Computertomografie (CCT). Für spezielle Fragestellungen, insbesondere in der stationären Abklärung mit dem Ziel einer Epilepsiechirurgie („prächirurgischen Diagnostik“) steht die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRI) zur Verfügung, mit der spezielle Hirnfunktionen den zugehörigen Rindenarealen zugeordnet werden können. Vielfach sind bei Epilepsie in Jahresabständen, manchmal sogar häufiger Verlaufskontrollen erforderlich. Mittlerweile sind hochauflösende 3-Tesla-MRT-Aufnahmen State of the Art bei den schwer behandelbaren Epilepsien.

EEG / Elektroenzephalografie: Routine-EEG, Langzeit-EEG, Schlafentzugs-EEG, stationäres Video-EEG-Monitoring

Durch eine Elektroenzephalografie (EEG) kann die Bereitschaft des Gehirns zu epileptischen Entladungen direkt gezeigt werden. Dazu bekommt der Patient eine Haube mit Elektroden in definierten Abständen aufgesetzt, von denen über einen Wechselspannungsverstärker die elektrische Oberflächenaktivität der Hirnrinde abgeleitet wird. Zur routinemäßigen Ableitung bei der Fragestellung nach einer Epilepsie gehört die Aktivierung (Provokation) mit vertieftem Atmen (Hyperventilation) und Flackerlicht.

Im Rahmen der Erstdiagnostik dient das EEG vor allem der Einordnung des Anfalls bzw. der Epilepsie und der Lokalisation des Herdes bei herdförmigen Anfällen. Bei speziellen Fragestellungen können auch Langzeitableitungen (beispielsweise über 24 Stunden, Langzeit-EEG) Schlafentzugsableitungen oder EEGs mit gleichzeitiger Videoaufzeichnung des Patienten (Video-Doppelbild-EEG) durchgeführt werden.
Durch ein frühes EEG nach einem epileptischen Anfall hat der Neurologe die Chance, Veränderungen im Hirnstrombild, umschriebene Verlangsamungen oder sogar noch epilepsietypische Wellen zu sehen, die eventuell schon eine Zuordnung zu einem bestimmten Epilepsiesyndrom erlauben.

Liquordiagnostik und Labordiagnostik

Labordiagnostik

Zur Bestätigung eines Verdachts auf einen spezielle Form der Epilepsie, einem sog. Grand-mal-Anfall (Zuckungen des gesamten Körpers und Blaufärbung des Gesichts), werden bestimmte Blutwerte herangezogen (CK-Wert, Prolaktin). Aber auch bei bekannter Epilepsie sind regelmäßige Blutuntersuchungen (Blutspiegelkontrollen) unverzichtbar, da einige der eingesetzten Medikamente den Stoffwechsel von Leber oder Niere beeinflussen und daher regelmäßige Kontrollen bestimmter Leber- und Nierenwerte zu den Routineuntersuchungen der Patienten zählen sollten. Daneben kann die Blutspiegelbestimmung auch der „Compliance-Überprüfung“ dienen, d. h. der Klärung, ob die Medikamente auch regelmäßig eingenommen werden.

Liquordiagnostik

Die Lumbalpunktion mit Liquordiagnostik (Liquor cerebrospinalis = Flüssigkeit aus Gehirn und Rückenmark, Nervenwasser) wird immer bei Verdacht auf ein akut entzündliches Geschehen (z. B. Gehirnentzündung) durchgeführt, aber auch im Verlauf der Epilepsie, wenn die epileptischen Anfälle medikamentös nicht einstellbar sind oder andere Beschwerden wie Gedächtnisstörungen oder Depression hinzutreten.

Neuropsychologische Tests

Einbußen in Gedächtnis und Konzentration durch die individuelle Behandlung der Epilepsie können standardisiert erfasst und im Verlauf kontrolliert werden. Darüber hinaus können die Auswirkungen der Erkrankung auf den Lebensalltag der Patienten in Tests gemessen und im Verlauf immer wieder kontrolliert werden.

Medikamentöse Behandlung

Es stehen mehr als 20 Medikamente gegen epileptische Anfälle zur Verfügung, aber nicht jedes Medikament ist für jede Art von Epilepsie geeignet und wirksam. Es gibt Präparate, wie z. B. Carbamazepin, die spezielle Formen von Epilepsien aus der Gruppe der generalisierten Epilepsien sogar verschlechtern können. Daher ist eine sorgsame Auswahl der Präparate notwendig. Gerade spezielle Patientengruppen, wie Schwangere, ältere Patienten oder Kinder, bedürfen einer besonderen Überprüfung der Medikation hinsichtlich Verträglichkeit, Nebenwirkung und Wechselwirkung mit anderen Präparaten. Die Auswahl der Medikamente für diese Patienten ist eingeschränkt und bedarf einer noch ausführlicheren Aufklärung als ohnehin erforderlich.

Neurostimulation / Vagusnervstimulation (VNS)

Invasive Vagusnervstimulation (VNS)

Die invasive Vagusnervstimulation (VNS) ist das am weitesten verbreitete Stimulationsverfahren. Sie beruht auf der regelmäßigen Stimulation des linken Vagusnervs, die über einen implantierten Generator unterhalb des linken Schlüsselbeins standardisiert alle 5 Minuten für 30 Sekunden abgegeben wird und ins Gehirn weitergeleitet wird, wo epileptische Aktivität regional unterdrückt werden kann.
Die invasive Vagusnervstimulation ist seit fast 20 Jahren weltweit etabliert und zeigt gute Erfolge bei den schwer betroffenen Epilepsiepatienten, die jedoch durch das fest implantierte Gerät oft Einbußen hinnehmen müssen, was Durchführung und Qualität der Kernspintomografien (MRT) des Gehirns anbelangt. Langzeituntersuchungen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Patienten eine deutliche Anfallsverbesserung um > 50 % zeigt und auch die Daten zur Lebensqualität deutliche Stimmungsverbesserungen aufweisen. Verbesserungen der Aufmerksamkeit sowie der motorischen Fähigkeiten kommen hinzu.

Tiefe Hirnstimulation

Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein Verfahren, das erst seit wenigen Jahren zur Behandlung der Epilepsie zur Verfügung steht. Dabei werden Elektroden in bestimmten Hirnbereichen operativ eingepflanzt, die regelmäßig elektrische Impulse aussenden und damit eine Verbesserung der Anfallssituation erzielen können.

Epilepsiechirurgie

Bei schwer betroffenen (pharmakoresistenten) Epilepsien kann im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in einem Epilepsiezentrum geklärt werden, ob ein operativer Eingriff zur Behandlung der Epilepsie möglich ist und mit welchen Chancen auf Heilung oder Besserung der Symptome, aber auch mit welchen Risiken (Sprachstörungen, Lähmungen, usw.) zu rechnen ist.

Die Anzahl der epilepsiechirurgischen Operationen in Deutschland pro Jahr ist überschaubar und den epileptologischen/neurochirurgischen Spezialeinrichtungen vorbehalten, die z. B. über einen ausreichenden Erfahrungshintergrund von jährlich mindestens 25 Operationen am Gehirn verfügen sollten.

Weitere Therapieverfahren

Es gibt weitere Therapieverfahren zur Behandlung von Epilepsie, die unter bestimmten Umständen eingesetzt werden können. Hierzu zählen ketogene Diät (fettreich, kohlenhydrat- und proteinarm), Biofeedback, Anfallsselbstkontrolle sowie transkutane VNS (t-VNS).

Biofeedback

Beim Biofeedback werden Patienten bestimmte Stimuli (Reize) ausgesetzt und dabei deren körperliche Reaktionen gemessen. In Übungen lernen Patienten dann gegen unerwünschte körperliche Reaktionen anzugehen, indem sie bspw. versuchen ihre Atmung, Herzschlag, Anspannung/Entspannung zu beeinflussen. Wenn daraufhin die gewünschte Reaktion im Körper eintritt, gibt es z. B. ein auf einem Bildschirm sichtbares oder Kopfhörer/Lautsprecher hörbares Feedback.

Anfallsselbstkontrolle

Bei der Anfallsselbstkontrolle werden ähnlich wie beim Biofeedback Faktoren und Muster gesucht, die einen epileptischen Anfall auslösen oder begünstigen können und Möglichkeiten, wie man als Betroffener selbst gegensteuern kann, um einem epileptischen Anfall vorzubeugen.

Transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS)

Die Vagusnervstimulation (VNS) im Rahmen der Behandlung der Epilepsie kann entweder dadurch erfolgen, dass der Vagusnerv im Körper durch einen implantierten Impulsgeber stimuliert wird (invasive Vagusnervstimulation) oder außerhalb des Körpers über die transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS). Transkutan bedeutet über die Haut und so wird die erforderliche Elektrode auf die Haut des Ohres platziert und sendet von dort aus die elektrischen Impulse aus.

First-Seizure Clinic

Wir bieten Ihnen einen „First-Seizure Service“ an, der Ihnen durch umfassende Diagnostik und Aufklärung und ggf. frühzeitige Intervention nach ersten Anfällen langfristig gute Lebensqualität erhalten und möglicherweise auch einer Manifestierung der Erkrankung oder einer fortschreitenden Verschlechterung entgegenwirken kann.

Team-Work in der First Seizure Clinic

Epilepsie ist eine weltweit verbreitete neurologische Erkrankung. Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet darunter. Jeder zehnte Mensch hat mindestens einmal im Leben einen epileptischen Anfall.
Epilepsie bedeutet aber, mehr als nur Anfälle zu haben. Sie kann zwar bei vielen Patienten sofort wirksam behandelt werden, und der Patient ist mit Gabe des ersten Präparates langfristig anfallsfrei. Einem Teil der Betroffenen jedoch scheint ein anderer Pathomechanismus oder gar eine andere Grunderkrankung zugrunde zu liegen.

Diese Patienten leiden trotz medikamentöser Therapie weiterhin unter Anfällen (pharmakoresistent), oft auch unter psychiatrischen Störungen, kognitiven Defiziten, Verhaltensauffälligkeiten oder Erkrankungen des Stoffwechsels. Lange wurde angenommen, dass diese Phänomene Begleiterscheinungen der Epilepsie sind und die medikamentöse antikonvulsive Behandlung stand im Zentrum der Therapie. Die Forschung der vergangenen Jahrzehnte hatte nahezu ausschliesslich die schwer betroffenen Epilepsiepatienten im Fokus und verfolgte das Ziel der Anfallssuppression. Diese Herangehensweise wird derzeit überdacht. Es gilt zunehmend als gesichertet, dass spezifische neurobiologische Mechanismen für die Entwicklung neurologischer und Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich sind.
Um Anfallsmanagement für den Patienten effektiv zu machen, müssen neben der Therapie der Anfälle auch die Begleiterkrankungen früh, suffizient und achtsam therapiert werden.

In unserem Konzept einer „First Seizure Clinic“ behandeln wir die Anfälle sowie auch neurologische, kardiologische, internistische, oder psychiatrische Erkrankungen früh effektiv. Wir versuchen in Kooperation mit den kardiologischen, neuropsychologischen, neurochirurgischen, epidemiologischen, genetisch tätigen, neuroradiologischen, psychiatrischen und psychosomatischen Kollegen, diesen neuen Fokus auf die Erkrankung auszubauen. Hierfür stellt die Beta-Klinik eine geeignete Plattform dar, die unseren Wünschen nach Kooperation auf den genannten Fachgebieten gerecht wird.

Unser Ziel ist es, mit der uns zur Verfügung stehenden Palette diagnostischer Werkzeuge frühzeitig für den Patienten Weichen für die Zukunft zu stellen, das heißt im Beginn einer sich möglicherweise chronifizierenden Erkrankung Ursachen zu erkennen, effektiv zu therapieren und frühzeitig zu intervenieren, um die Lebensqualität des Patienten zu bewahren und psychosozialen Konsequenzen (Fahrverbot, beruflicher Abstieg) entgegenzuwirken.

Demenz

Team-Work bei Demenz

Demenzen sind bei der Bevölkerung gefürchtet. Viele Patienten machen sich Sorgen, dass sie unter einer Demenz leiden könnten. Wir betreuen unsere Patienten mit dieser Verdachtsdiagnose in einem neurologisch-allgemeinärztlichen Setting. Dazu gehörenspezielle hochauflösende Magnetresonanztomografie-Aufnahmen (MRT), ein EEG, neuropsychologische Tests und Ergotherapie. Bei komplexen Fragestellungen sollten jedoch die Gedächtnis-Spezialambulanzen der Universitätskliniken hinzu gezogen werden.

Kopfschmerz und Migräne

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzform, wird jedoch vom Patienten häufig als „Kopfweh“ abgetan. Ärztliche Hilfe wird nicht in Anspruch genommen. Zusammen mit Migräne machen Spannungskopfschmerzen 90 Prozent aller Kopfschmerzen aus. Spannungskopfschmerz betrifft den gesamten Kopf und fühlt sich an, wie ein drückender Helm. Wissenschaftler vermuten, dass die Schmerzverarbeitung des Gehirns verändert ist. Therapeutisch werden im Akutfall Medikamente zur Linderung eingesetzt, bei chronischem Spannungskopfschmerz ist aber auch – ähnlich wie bei der chron. Migräne – eine Prophylaxe sinnvoll. Ganz individuell wird diese Medikation auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt.

Migräne

Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, unter der zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden. Sie tritt bei Frauen etwa dreimal so häufig auf wie bei Männern und hat ein vielgestaltiges Krankheitsbild. Dieses ist bei Erwachsenen typischerweise gekennzeichnet durch einen periodisch wiederkehrenden, anfallartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz, der von Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit oder Geräuschempfindlichkeit begleitet sein kann. Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine Aura mit optischen oder akustischen Wahrnehmungsstörungen voraus.

Ursachen: Der Serotoninstoffwechsel des Gehirns ist bei Migränepatienten oft verändert, was zur Folge hat, dass die Blutgefäße des Gehirns gereizt und durchlässiger für bestimmte Schmerzmoleküle werden.
Es kommt zur so genannten „sterilen“ neurovaskulären Entzündung und zu Schmerzen. Studien konnten zeigen, dass der Botenstoff CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide) bei vielen Migränepatienten im Blut erhöht ist. Er spielt eine Rolle bei der Weiterleitung von Schmerzen. Eine andere Ursachentheorie ist eine Übererregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn.

Symptome: Migräne äußert sich oftmals in einer Kombination aus Kopfschmerz, Übelkeit und Licht- und Lärmempfindlichkeit. Zumeist besteht ein großes Ruhebedürfnis. Von chronischer Migräne spricht man, wenn über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten 15 Kopfschmerztage pro Monat vorkommen, davon sieben bis zehn mit Migränebeschwerden.
Behandlung: Es gibt viele Medikamente, die bei Migräne helfen können. Man unterscheidet zwischen Medikamenten, die akut im Migräneanfall helfen (zum Beispiel Triptane) und solchen, die vorbeugend täglich eingenommen werden (Prophylaxe), um die Häufigkeit und Intensität der Attacken zu vermindern.

Durch Schmerzmittel ausgelöster Kopfschmerz

Kopfschmerz gehört fast schon zu den Alltagsbeschweren der Deutschen und wird oft abgetan. Zu häufig wird wahllos zu einem Medikament gegriffen. Wirkt es nicht, wird es durch ein Kombinationspräparat oft noch ergänzt. Das fördert auf lange Sicht gesehen die Schmerzproblematik erheblich.

Cervicogener Kopfschmerz: Von einem cervicogenen Kopfschmerz spricht man, wenn die Ursache im Bereich der oberen Halswirbelsäule (Kopfgelenke) lokalisiert ist. Es sind dies in der Regel einseitige Schmerzen, die im Bereich des Hinterkopfes beginnen und bis zur Stirn oder seitlich über das Ohr bis ins Gesicht ausstrahlen.

Betroffen sind Patienten im Alter von 20 bis 30 oder über 50 Jahren. Gerade bei den jüngeren Patienten zeigen bildgebende Verfahren wie Röntgen und Kernspintomographie oft einen Normalbefund. Diese haben dann meist eine jahrelange Odyssee von einem Facharzt zum anderen hinter sich. Während bei den älteren Patienten meist degenerative Veränderungen (Arthrose) in den Gelenken der oberen Halswirbelsäule ursächlich sind, kann bei den jüngeren Patienten oft kein unmittelbarer Auslöser gefunden werden. Bei 50 bis70Prozent dieser Patienten können aber oft Jahre zurückliegende Unfälle (Auffahrunfall, Stürze beim Sport) erfragt werden.

Gesichert werden kann die Diagnose mittels durchleuchtungs- oder CT-gesteuerter Injektionen eines lokalen Betäubungsmittels ins Gelenk C2/3 beziehungsweise den 3. Occipitalnerv, seltener auch in die Gelenke C1/2 und C3/4.

Therapeutisch werden sehr gute Ergebnisse mit der Radiofrequenz-Denervierung (Verödung) der betroffenen Gelenke/Nervenäste erzielt. Es handelt sich dabei um ein minimal-invasives Verfahren, welches in seiner Wirkungsweise seit Jahrzehnten bekannt und durch zahlreiche Studien sehr gut untersucht ist.
Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den orthopädischen Kollegen in der Beta Klinik.

Meningitis/Enzephalitis

Unter Meningitis versteht man eine Entzündung der Hirn- und/oder Rückenmarkshäute (Meningen). Die virale Meningitis ist die häufigste Form. Deutlich seltener tritt die bakterielle Meningitis auf. Ursache sind Viren, Bakterien (Pneumokokken, Meningokokken) oder Pilze. Greift die Erkrankung das Gehirn an, spricht man von Meningoenzephalitis.

Erste Anzeichen können grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber und Kopfschmerzen sein. Neben diesen unspezifischen Beschwerden sind als Alarmzeichen Nackensteifigkeit oder Hautexantheme zu werten. Die virale Meningitis lässt sich von der bakteriellen im Anfangsstadium oft nicht sicher unterscheiden, meist verläuft eine durch Viren ausgelöste Meningitis jedoch milder.

Eine neurologische Untersuchung, eine Magnetresonanztomografie des Kopfes sowie eine Liquorpunktion sind für die Diagnose unverzichtbar. Eine antibiotische Therapie oder die Behandlung mit sog. Virostatika schliessen sich nahtlos an. Oft ist es notwendig, mit Infusionsgaben mehrfach täglich zu behandeln, so dass ein stationärer Aufenthalt erforderlich wird. Mit unserem interdisziplinären Stationsteam in den modernen Räumlichkeiten der Betaklinik werden Sie umfassend kompetent und fürsorglich behandelt.