Epilepsie, First Seizure

Team-Work in der First Seizure Clinic

Epilepsie ist eine weltweit verbreitete neurologische Erkrankung. Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet darunter. Jeder zehnte Mensch hat mindestens einmal im Leben einen epileptischen Anfall.
Epilepsie bedeutet aber, mehr als nur Anfälle zu haben. Sie kann zwar bei vielen Patienten sofort wirksam behandelt werden, und der Patient ist mit Gabe des ersten Präparates langfristig anfallsfrei. Einem Teil der Betroffenen jedoch scheint ein anderer Pathomechanismus oder gar eine andere Grunderkrankung zugrunde zu liegen.

Diese Patienten leiden trotz medikamentöser Therapie weiterhin unter Anfällen (pharmakoresistent), oft auch unter psychiatrischen Störungen, kognitiven Defiziten, Verhaltensauffälligkeiten oder Erkrankungen des Stoffwechsels. Lange wurde angenommen, dass diese Phänomene Begleiterscheinungen der Epilepsie sind und die medikamentöse antikonvulsive Behandlung stand im Zentrum der Therapie. Die Forschung der vergangenen Jahrzehnte hatte nahezu ausschliesslich die schwer betroffenen Epilepsiepatienten im Fokus und verfolgte das Ziel der Anfallssuppression. Diese Herangehensweise wird derzeit überdacht. Es gilt zunehmend als gesichertet, dass spezifische neurobiologische Mechanismen für die Entwicklung neurologischer und Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich sind.
Um Anfallsmanagement für den Patienten effektiv zu machen, müssen neben der Therapie der Anfälle auch die Begleiterkrankungen früh, suffizient und achtsam therapiert werden.

In unserem Konzept einer „First Seizure Clinic“ behandeln wir die Anfälle sowie auch neurologische, kardiologische, internistische, oder psychiatrische Erkrankungen früh effektiv. Wir versuchen in Kooperation mit den kardiologischen, neuropsychologischen, neurochirurgischen, epidemiologischen, genetisch tätigen, neuroradiologischen, psychiatrischen und psychosomatischen Kollegen, diesen neuen Fokus auf die Erkrankung auszubauen. Hierfür stellt die Beta-Klinik eine geeignete Plattform dar, die unseren Wünschen nach Kooperation auf den genannten Fachgebieten gerecht wird.

Unser Ziel ist es, mit der uns zur Verfügung stehenden Palette diagnostischer Werkzeuge frühzeitig für den Patienten Weichen für die Zukunft zu stellen, das heißt im Beginn einer sich möglicherweise chronifizierenden Erkrankung Ursachen zu erkennen, effektiv zu therapieren und frühzeitig zu intervenieren, um die Lebensqualität des Patienten zu bewahren und psychosozialen Konsequenzen (Fahrverbot, beruflicher Abstieg) entgegenzuwirken.

Gehirn