MRT – Magnetresonanztomographie – Neuroradiologie und Kinderneuroradiologie

Was versteht man unter MRT?

Mithilfe Magenetresonanztomographie oder kurz MRT lassen sich anatomische und funktionelle Bilder des menschlichen Körpers erstellen. Auf diese Weise können Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke, Gefäße, Organe und sogar Stoffwechselprozesse und chemische Zusammensetzungen von Geweben abgebildet werden. Im Gegensatz zur Röntgentechnik wird bei der MRT keine radioaktive Strahlung verwendet. Der Magnetresonanztomograph arbeitet mit einem Magneten und Sende- und Empfangsspulen. Dabei werden Wasserstoffatome im Körper je nach Untersuchungsregion und -ziel mithilfe des Magneten und Radiofrequenzspulen „angeregt”. Ihre Reaktion auf diese Anregung, also ihre Resonanz, wird dann mit Empfangsspulen gemessen. Mit leistungsstarken Rechnern wird dann aus dieser Information ein anatomisches Bild erstellt. Je nach Untersuchungsregion werden spezielle Empfangsspulen direkt an dem Körperteil angebracht, das im Zentrum der Fragestellung steht. Untersucht man den Kopf, wird eine Spule um den Kopf herum angebracht, bei Untersuchungen des Knies um das Knie herum usw. Die durchschnittlichen Untersuchungszeiten liegen bei 20-40 Minuten. In der Beta Klinik verwenden wir einen offenen MRT mit 1,5 T, der nicht nur für klaustrophobische (“Platzangst”) oder solche bis 250 kg komfortable Untersuchungsmöglichkeiten bietet.

Magnetresonanztomographie-1
Magnetresonanztomographie-2
Nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft ist die Magnetresonanztomographie unschädlich und kann daher ohne Bedenken durchgeführt werden. Allerdings existieren einige Kontraindikationen, also Gründe gegen den Einsatz der MRT. Deshalb fragen wir Patienten vor der Untersuchung, ob alle Bedingungen erfüllt sind, die für den Einsatz der MRT sprechen, damit sie ohne Gefahr untersucht werden können. Diese Kontraindikationen schließen die MRT nicht per se aus. Jedoch sollte ein erfahrener Arzt abwägen, ob und in welchem Maße die MRT beim jeweiligen Patienten angewandt werden kann. Folgende Kontraindikationen sind bei der MRT bekannt:

  • Herzschrittmacher (kann je nach Schrittmacher im Beisein unseres Kardiologen durchgeführt werden)
  • Defibrillator
  • Cochlea-Implantat (nicht alle)
  • Gehörknöchelchen-Implantat
  • Medikamentenpumpe (kan teilweise abgeschaltet werden)
  • ferromagnetische Implantate oder Metallsplitter im Körper
  • die ersten 3-6 Monate der Schwangerschaft
  • Allergien gegen MRT-Kontrastmittel
  • bestimmte Nierenerkrankungen (Niereninsuffizienz)

Manche Fragestellungen erfordern eine Verabreichung von Kontrastmittel während einer MRT-Untersuchung. Durch intravenöse Gabe eines Kontrastmittels können Eigenschaften bestimmter Gewebetypen und Gefäße sichtbar gemacht werden, die auf der MRT-Bildgebung ohne Kontrastmittelgabe verborgen bleiben würden. Kontrastmittel kommt bspw. zum Einswatz bei der MRT-Angiographie (MR-Gefäßdarstellung), bestimmten Tumorfragestellungen oder der Schlaganfalldiagnostik. Das MRT-Kontrastmittel enthält im Gegensatz zu Kontrastmitteln in der CT-Bildgebung kein Jod und ist in der Regel sehr gut verträglich.

Offener MRT – ideal bei “Platzangst” (Klaustrophobie) und zugelassen bis 250 kg

In der Beta Klinik verwenden wir den ersten und einzigen offenen Hochfeld-MRT mit 1,5 T in Bonn. Der offene MRT ist ideal zum einen für Patienten mit „Platzangst” / Klaustrophobie oder solche, die einfach nur maximale Bewegungsfreiheit mögen. Zum anderen eignet sich das offene MRT für Patienten mit bis zu 250 kg, die in konventionellen Geräten nicht oder nur sehr unkomfortabel untersucht werden können.

Bild: offener MRT – Siemens-Pressebild

Die hohe Feldstärke des offenen MRT von 1,5 Tesla ermöglicht darüber hinaus hochauflösende Bilder, die unverzichtbar sind für zuverlässige Diagnosen. Auch Funktionsuntersuchungen bzw. Bewegungsuntersuchungen sind möglich, in denen bspw. der Rücken stark gebeugt oder gestreckt werden muss während der Untersuchung. Mit unserem offenen MRT können wir desweiteren die Gehirnaktivität (BOLD fMRT) und die Lage von Nervenbahnen im Gehirn (fMRT Traktographie / DTI Fiber Tracking) untersuchen, was zur Planung von Operationen am Gehirn und neuropsychologischer Forschung eingesetzt werden kann.

Von unserem offenen MRT profitieren also nicht nur unsere Patienten, sondern auch die Ärzte, die sie anschließend weiterbehandeln.

Im offenen MRT können wir Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke, Gefäße, Organe und sogar Stoffwechselprozesse und chemische Zusammensetzungen von Geweben untersuchen.

3-Tesla MRT

Außerdem verfügt die Beta Klinik über einen hochmodernen Hochfeld-MRT mit 3 T, an dem neben Spezialuntersuchungen und Detailfragestellungen am Gehirn und an Gelenken die bestmögliche Bildqualität und Auflösung erreicht werden kann.

Auszug aus dem MRT-Leistungsspektrum

Im Folgenden ist ein kleiner Auszug aus MRT-Untersuchungen aufgelistet, die wir unter anderem im offenen MRT in der Beta Klinik durchführen:

  • Ganzkörper-MRT
  • Neuro-MRT (Diffusion, Perfusion, fMRI BOLD, fMRT Traktographie / DTI Fiber Tracking)
  • MR-Spektroskopie
  • MR-Angiographie
  • MR-Myelographie
  • Cardio-MRT (Herz)
  • MR-Mammographie
  • Prostata-MRT
  • Kinder-MRT und Säuglings-MRT (unser erfahrenes Anästhesie-Team unterstützt bei der Untersuchung)
  • Funktionsuntersuchungen der Wirbelsäule (Flexion, Extension)
  • MR-Sellink / Dünndarmdarstellung

Kinder- und Säuglings-MRT erfordert nicht nur herausragende Kenntnisse in der anatomischen Entwicklung von Kindern und Säuglingen, sondern häufig auch eine schonende Anästhesie. Gerade Säuglinge müssen häufig sediert werden, damit sie sich während der Untersuchung nicht bewegen und verwertbare Bilder entstehen können. Unser erfahrenes Ärzte-Team besteht aus Anästhesisten, die eine schonende und verträglich Narkose verabreichen. Bitte sagen Sie uns Bescheid, sollte eine Narkose erforderlich sein. Dies gilt selbstverständlich auch für erwachsene Patienten, die während der Untersuchung im offenen MRT einer Sedierung bedürfen.

MR-Mammographie – Brustkrebsvorsorge mit der Magnetresonanztomographie

Das Mammacarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Krebserkrankungen der Frauen in Deutschland (46.000 Neuerkrankungen pro Jahr). Daraus ergibt sich ein Lebenszeitrisiko von 12 % bei nicht vorbelasteten Frauen und von 80 % bei Hochrisiko-Patientinnen. 70 % aller Carcinome treten bei Patientinnen ohne bekannte Risikofaktoren auf. Die tumorbedingte Sterblichkeitsrate liegt bei 40 %.

Immer mehr Brustkrebsspezialisten bevorzugen inzwischen die Magnet-Resonanz-Tomographie der Brust (sog. MR-Mammographie), die Brustkrebsherde früher und zuverlässiger nachweisen kann als die klassische konventionelle Röntgen-Mammographie. Die MRT-Mammographie bildet die Brust mehrdimensional ab, ist strahlungsfrei und vermeidet die Kompression der Brust (die beim Röntgen erforderlich ist und von vielen Frauen als sehr unangenehm empfunden wird).

Während mit der klassischen Röntgen-Mammographie je nach Dichte des Brustgewebes nur 20 bis 80 % aller Brustkrebsbefunde entdeckt werden können, weist die MRT-Mammographie 80 bis 90 % aller Krebsherde nach – unabhängig von der Struktur des Brustgewebes. Zum Vergleich dazu hat die manuelle Untersuchung der Brust hat nur eine Sensitivität (Erkennungsempfindlichkeit) von 50 % und eine noch geringere Spezifität (Treffsicherheit der Befunderkennung). Selbstuntersuchungen (eigenes Abtasten) erhöhen die Biopsierate aber nicht die Sensitivität. Die klassische Mammographie mit Röntgen hat eine bemerkenswert schlechte Sensitivität insbesondere für Vorläufer des Krebses (hochgradige duktale in situ Carzinome (DCIS)), die nicht über 54 % hinaus kommt, da ein großer Teil keine Mikroverkalkungen zeigt. Insgesamt liegt die Sensitivität der konventionellen Mammographie nur bei 28 bis maximal 41 % bei einer Spezifität von 98 %. Fast 60 % entgehen somit der Diagnostik und von den 41 % entdeckten Tumoren handelt es sich in 98 % um im Durchschnitt größere Carzinome. Das so genannte Intervall-Karzinom ist meist ein nicht erkennbares in der vorausgegangenen Röntgenmammografie.

Auch können mit der MR-Mammographie die häufigen „falsch positiven” Befunde der Röntgen-Mammographie reduziert werden: dies sind meist Herde mit Mikroverkalkungen oder Überlagerungen, die verdächtig erscheinen und deshalb eine Gewebeentnahme nach sich ziehen, sich aber letztendlich als gutartig herausstellen. Auf der anderen Seite zeigen 30 bis 40 % aller invasiven Carzinome Mikroverkalkungen. Eine sichere Einordung ob gut oder böse ist mit der Röntgenmammografie nicht möglich. Durch Einbindung von Ultraschall lässt sich die Sensitivität erhöhen, auf ca 50 %. Die MRT hat hingegen eine Sensitivität von über 80% und eine Spezifität von ca 90 %. Sie kann Tumore nachweisen, die im Röntgen nicht zu sehen sind.

Diese Zahlen und weitere aktuelle Studien zeigen, dass die MR-Mammographie Brustkrebs also nicht nur sicherer nachweisen kann als die Röntgen-Mammographie, sondern auch früher. Auch gutartige Vorläufer des invasiven Carzinoms können mit der MR-Mammographie bereits nachgewiesen werden – im Gegensatz zur Röntgen-Mammographie, die wie dargestellt primär nur geeignet ist, bereits invasive Carzinome nachzuweisen.

Bei bereits entdeckten Tumoren führt die MRM in 27,5 % zur Änderung der Behandlung, denn in 18,75 % werden weitere, kontralaterale Tumoren gefunden oder die Tumorausbreitung stellt sich anders dar und in 8,7 bis 9,7 % ändert sich der chirurgische Eingriff. Außerdem kann die MRM prämaligne atypische duktale Hyperplasien mit einer Sensitivität von 91 % erfassen gegenüber der konventionellen Mammographie mit nur 26 %.

Für Hochrisiko-Patientinnen gibt es bereits Kosten-Nutzen-Rechnungen: Würde ausschließlich die konventionelle Mammographie eingesetzt, ergäben sich Kosten pro Tumor von 11.771 €, beim Einsatz der MRT ohne Röntgen von 9.024 €.

Die MR-Mammographie kann die bisher eingesetzte Röntgen-Mammographie in fast allen Fällen ersetzen. Nur bei Frauen mit Herzschrittmachern oder anderen empfindlichen medizinischen Implantaten kann die Durchführung einer MR-Mammographie unter Umständen nicht möglich sein.

Wann wird die MR-Mammographie eingesetzt?

  • Im Rahmen der jährlichen Brustkrebsfrüherkennung: Ab dem 40. Lebensjahr, ohne Altersbegrenzung und anstelle der Röntgen Mammographie
  • Zur Vermeidung der Entstehung von Brustkrebs: Nachweis des high-grade-DCIS (ductales Carcinoma in situ) – dem gutartigen Vorläufer des invasiven Carzinoms
  • Bei auffälligen Befunden in der Röntgen-Mammographie zur Vermeidung oder besseren Steuerung einer Biopsie
  • Zur Differenzierung von Narben und Rezidiven nach Behandlung eines Mammacarzinoms
  • Vor jeder Therapie zum Nachweis/Ausschluss eines zweiten, unerkannten Carzinomherdes in der gleichen oder gegenseitigen Brust
  • Bei Silikon Implantaten

Generell kann man sagen, dass die MR-Mammographie für jede Frau eine zuverlässige Methode zur Früherkennung von Brustkrebs ist. Dies schließt Frauen mit familiärer Belastung genauso ein wie Frauen, die Wert auf eine optimierte Gesundheitsvorsorge legen.

Rechtzeitig erkannt ist Brustkrebs heilbar – die MR-Mammographie stellt somit das wichtigste Diagnoseverfahren in der Brustkrebs-Früherkennung dar.