Becken-Bein-Stenose

Eine Gefäßstenose bezeichnet eine Verengung der Gefäße. Sind die Arterien im Becken oder an den Beinen betroffen, führt dies zu einer Durchblutungsstörung der Beine. Der Blutfluss zur Muskulatur reicht insbesondere bei Belastung nicht aus, was unterschiedliche Symptome verursachen kann.

Symptome Stenose Becken / Stenose Bein

Die Stenose der Becken- oder Beingefäße ist im Anfangsstadium oft nicht erkennbar, da sie noch keine ernsthaften Symptome verursacht. Eine zunehmende Gefäßverengung kann zu Schmerzen im Gesäß und dem Ober- und Unterschenkel führen. Diese oft als krampfartig empfundenen Schmerzen können insbesondere unter Belastung der unteren Extremitäten auftreten, wie etwa beim Gehen, Joggen, Treppensteigen oder Radfahren. Meist lassen die Beschwerden nach einer kurzen Zeit wieder nach. Insgesamt verkürzt sich dadurch allerdings die Gehstrecke, die Betroffene an einem Stück beschwerdefrei absolvieren können. Dieses Beschwerdebild wird als Claudicatio intermittens oder Schaufensterkrankheit bezeichnet. Die Beine können sich infolge der Minderdurchblutung auch kalt oder taub anfühlen.

Sind besonders die Beckengefäße von einer Stenose betroffen, können sie Potenzprobleme beim Mann verursachen.

Bei fortgeschrittenen Verengungen und Gefäßverschlüssen können auch Schmerzen ohne Belastung auftreten, der sogenannte Ruheschmerz. Langfristig können bei voranschreitender Gefäßstenose Entzündungen auftreten oder sogar Körperteile absterben, was sich auch in einer dunklen bis schwarzen Färbung der Haut zeigt.

Die Symptome der Gefäßverengung Becken / Gefäßverengung Bein im Überblick:

  • belastungsabhängige Schmerzen bei Belastung der unteren Extremitäten
  • Nachlassen der Beschwerden nach kurzer Pause
  • Verkürzung der Gehstrecke
  • kalte/taube Beine
  • bei fortgeschrittener Stenose der Beckengefäße: Potenzprobleme beim Mann
  • im fortgeschrittenen Stadium auch Schmerzen ohne Belastung
  • im fortgeschrittenen Stadium auch Absterben von Körperteilen möglich, dunkle bis schwarze Färbung der betroffenen Körperpartien

Langfristig können sich an den Gefäßen Ablagerungen absetzen, die sich lösen und das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls erhöhen können.

Ursache Stenose Becken / Stenose Bein

Ursache der Gefäßverengung im Becken und im Bein ist meist die Ateriosklerose / Atherosklerose. Arteriosklerose ist der Begriff für eine Gefäßerkrankung, bei der sich über einen längeren Zeitraum der Zustand der Arterien, insbesondere der Gefäßfand, verschlechtert. Die Verschlechterung des Gefäßzustands kann eintreten, wenn Gefäße verfetten, sich Bindegewebe oder Kalk ablagern oder sich Blutpfropfen (Thromben) an den Gefäßwänden bilden. Die Prozesse können ausgelöst werden durch ein Zusammenspiel von Genen, Übergewicht, fett- und zuckerreicher Ernährung, Rauchen, zu wenig Bewegung und weiteren Erkrankungen wie etwa angeborenen Gefäßabweichungen, Diabetes oder Bluthochdruck. Dabei tritt Arteriosklerose tendenziell häufiger bei Männern ab der zweiten Lebenshälfte auf.

Diagnostik Stenose Becken / Stenose Bein

Gefäßverengungen im Becken oder an den Beinen können festgestellt werden nach einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung häufig unter Einbezug bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Angiographie oder MRT-Angiographie. Dabei zählen Ultraschall wie auch MRT zu den nicht-invasiven, die Angiographie zu den invasiven Untersuchungsverfahren. Sind die Gefäße nicht eindeutig mithilfe von Ultraschall oder MRT beurteilbar und liegt der Verdacht auf eine Gefäßstenose nahe, kann eine Angiographie indiziert sein.

Die empfundenen Symptome in Verbindung mit bildgebenden Verfahren können dann helfen die Stenose an Becken und Bein zu klassifizieren von Gefäßverengungen/Stenose ohne Beschwerden (Stadium I), mit Beschwerden aber einer Gehstrecke von mehr als 200 m (IIa), weniger als 200 m (IIb) und bereits weit vorangeschrittenen, kritischen Störungen (III und IV). Auf Basis der Diagnose kann dann die Therapie geplant werden.

Alle Untersuchungen können in der Beta Klinik durchgeführt werden. Lesen Sie mehr über unsere Diagnostik.

Therapie Stenose Becken / Stenose Bein

Die beste Therapie bei Stenosen im Becken- oder Beinbereich ist die Prävention, also das Vorbeugen. Vorbeugen kann man durch regelmäßige Bewegung und Ausdauersport, gesunde Ernährung, Reduzierung des (Über-)Gewichts und Aufgabe des Rauchens. Hat sich der Gefäßzustand allerdings schon soweit verschlechtert, dass starke Beschwerden auftreten, die auch nicht mehr medikamentös behandelt werden können, hilft meist nur eine Operation und die anschließende Einnahme von Medikamenten, die die Verklumpung von Blutplättchen verhindern sollen (Thrombozytenagregationshemmung).

In der Beta Klinik werden Eingriffe an Gefäßen in der Regel minimalinvasiv durchgeführt. Die Behandlung der Gefäßverengung an Becken und Bein erfolgt in einer minimalinvasiven Operation endovaskulär, also innerhalb des Gefäßes über einen Katheter in der Leistenarterie mittels eines Ballons oder Stents. Mit dem Ballon lassen sich Gefäße aufdehnen. Je nach Schwere der Stenose wird dann noch ein Stent gesetzt, eine kleines Röhrchen, das das Gefäß permanent offen halten soll. Eine sehr neue Technik ist die Anwendung von medikamentenfreisetzenden Ballons (drug eluting balloon, DEB), die beim Aufdehnen Medikamente freisetzen, die das Gefäß vor Ablagerungen schützen soll.

Lesen sie mehr zur minimalinvasiven endovaskulären Therapie von Gefäßverengungen an Becken und Bein