Erkrankungen Nuklearmedizin

In der Beta Klinik konzentrieren wir uns auf die Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen.

Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen erfassen sowohl knotige Veränderungen wie auch Funktionsstörungen (Über- oder Unterfunktion). Die diffuse Schilddrüsenvergrößerung wird als Struma (Kropf) bezeichnet. Sie kann mit knotigen Veränderungen einhergehen.

In der Beta Klinik steht für die Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen ein interdisziplinäres Team zur Verfügung, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten. Es kümmern sich hier Experten sowohl aus der Nuklearmedizin (Prof. Biersack) als auch aus der internistischen Endokrinologie (Prof. Schinner) um Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen.

Symptome Schilddrüsenerkrankungen

Symptome von Schilddrüsenerkrankungen können vielfältig sein und richten sich nach der Art der Schilddrüsenerkrankung.

Häufiges Symptom des Kropfes (Struma) sind lokale Beschwerden (Druckgefühl, Schluckstörungen) sowie Engegefühl im Halsbereich.

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist beispielsweise durch Müdigkeit, Gewichtszunahme, Haarausfall, Verstopfung und depressive Symptome gekennzeichnet.

Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bestehen Gewichtsverlust, Haarausfall, feuchte Haut, Nervosität, Durchfälle, innere Unruhe.

Ursachen Schilddrüsenerkrankungen

Je nach Art der Schilddrüsenerkrankung kann es unterschiedliche Ursachen geben.

Der Kropf (Struma) wird durch Jodmangel bzw. hormonelle Belastung hervorgerufen.

Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist die Hashimoto-Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung). Hierbei handelt es sich um ein immunologisches Krankheitsbild, das durch eine fehlgesteuerte Körperabwehr ausgelöst wird. Oft lässt sich jedoch die Ursache der Unterfunktion nicht ganz klären.

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) lässt sich häufig auch auf immunologische Veränderungen zurückführen. Bei der immunogenen Hyperthyreose (Morbus Basedow) produziert die fehlgeleitete Körperabwehr Antikörper gegen bestimmte Schilddrüsenrezeptoren, die dann die Hormonproduktion anregen. Eine weitere Ursache sind „heiße“ Knoten (autonomes Adenom) oder auch eine diffuse Autonomie der Schilddrüse. Hier liegen die Ursachen häufig in einem Jodmangel, der dann vom Körper „überkompensiert“ wird. Autonomien entwickeln sich häufig in einem lange bestehenden Kropf.

Diagnostik Schilddrüsenerkrankung

Vor weitergehenden diagnostischen Maßnahmen erfolgt immer eine klinische Untersuchung mit Abtastung des Halses und der Halsweichteile (Lymphknoten), wenn der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung besteht.

Mittels Sonografie (Ultraschall) lassen sich Größe, Struktur und Form der Schilddrüse erfassen, ebenso das Vorliegen knotiger Veränderungen. Eine Differentialdiagnose von Knoten (warm und kalt) gelingt durch die Szintigrafie, eine nuklearmedizinische Bildgebungsdiagnostik, die mit radioaktiven Kontrastmitteln arbeitet. Warme Knoten entsprechen einer umschriebenen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), kalte Knoten stellen Defekte in der Schilddrüse dar. Bei kalten Knoten ab einer Größe von 1 cm sollten Gewebeproben bei einer sogenannten Punktion entnommen werden, die dann in einem pathologischen Labor weiter untersucht werden.

Die Differentialdiagnose der Schilddrüsenfunktionsstörung (Über- oder Unterfunktion) gelingt über die Untersuchung von Blutwerten in einem Labor.

Jede Schilddrüsenuntersuchung erfordert auch eine Labordiagnostik. Hierbei werden die Schilddrüsenhormone (Thyroxin/T4 und Trijodthyronin/T3) bestimmt, ebenso das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH). Die Schilddrüsenhormone und das TSH sind miteinander verbunden, wobei bei der Überfunktion das TSH unterdrückt und bei der Unterfunktion erhöht ist. Zusätzlich erfolgt eine Bestimmung der Schilddrüsen-Antikörper, um eine mögliche Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis) abzuklären. Bei Verdacht auf knotige Veränderungen erfolgt die Messung von 2 spezifischen Tumormarkern (Thyreoglobulin, Calcitonin).

Therapie Schilddrüsenerkrankungen

Je nach Schilddrüsenerkrankung gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Die Behandlung des Kropfes (Struma) kann durch eine Schilddrüsenhormonbehandlung (L-Thyroxin) erfolgen.

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) erfordert ebenso den Einsatz von Schilddrüsenhormonen.

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann durch 3 Methoden behandelt werden: schilddrüsenfunktionshemmende Medikamente (Thyreostatika), Radiojodbehandlung (radioaktives Jod) oder eine Operation. Jedes Verfahren muss ausführlich mit dem Patienten besprochen werden.

Bei tumorverdächtigen Knoten ist eine Operation angezeigt, um anhand des Operationsbefundes die exakte Diagnose zu stellen.