Stanzbiopsie

Nicht immer ist durch eine Bildgebung wie der Mammografie oder der Sonografie eine Diagnose sicher zu stellen. Bei unklaren Veränderungen bedarf es zur weiteren Abklärung einer Gewebsentnahme (Biopsie) aus dem veränderten Areal.

Das Gewebe wird dann von einem Pathologen untersucht und die Diagnose gestellt. Das Ergebnis liegt meist am nächsten oder übernächsten Werktag vor.

Auch bei Veränderungen der Brust, die mit dem bildgebenden Verfahren mit hoher Sicherheit als bösartig gewertet werden, ist es sinnvoll, zunächst mit einer gezielten Gewebeentnahme die Diagnose zu sichern. Abhängig vom Ergebnis dieser Untersuchung kann dann die weitere Behandlung genau geplant werden.

Eine Probenentnahme erfolgt immer unter bildgebender Kontrolle. Ist eine Veränderung beispielsweise im Ultraschall (Sonografie) sichtbar, so wird eine Probe unter Kontrolle von Ultraschall entnommen. Zeigt sie sich jedoch nur in der Mammografie oder in Kernspintomografie, so muss die Gewebsentnahme durch die Radiologen entnommen unter Kontrolle der jeweiligen Technik.

Ablauf ultraschall-gestützte Stanzbiopsie

Bei der ultraschall-gestützten Stanzbiopsie (Gewebeentnahme) liegen Sie auf der Untersuchungsliege wie bei der Ultraschalluntersuchung. Die Haut sowie das Brustgewebe werden – ähnlich wie bei einem Eingriff beim Zahnarzt – lokal betäubt. Danach spüren die meisten Patientinnen von dem Eingriff nichts mehr.

Unter Ultraschallsicht wird die Nadel zur Gewebeentnahme vor der sichtbaren Veränderung platziert und ein Mechanismus ausgelöst, der die Nadel mit hoher Geschwindigkeit durch das Gewebe fahren lässt. Hierbei wird ein Gewebszylinder entnommen. In den meisten Fällen werden 3-5 Zylinder entnommen, damit der Pathologe ausreichend Material zur Untersuchung vorliegen hat.

Risiken Stanzbiopsie

Komplikationen sind das Auftreten einer Blutung mit Ausbildung eines Hämatoms (Bluterguss) sowie die Rötung der Einstichstelle im Sinne einer lokalen Infektion. Das Risiko für diese Nebenwirkungen ist jedoch sehr gering.

Nach derzeitigem Wissensstand ist eine Streuung von Krebszellen in den Körper oder die Entstehung von bösartigen Zellen durch die ultraschall-gestützte Stanzbiopsie nicht zu befürchten.

Nachbehandlung Stanzbiopsie

Nach dem Eingriff, der in den meisten Fällen nicht länger als 5 Minuten dauert, bekommen Sie einen festen Druckverband auf die Brust. Dieser soll das Auftreten einer Blutung oder eines Hämatoms verhindern. Den Verband belassen Sie bitte bis zum nächsten Tag, dann können Sie ihn entfernen: am einfachsten nach anfeuchten des Pflasters z. B. unter der Dusche. Bitte tragen Sie über den Tag und die folgende Nacht einen BH. Oberkörpererschwerende Tätigkeiten sollten Sie am Tag des Eingriffs meiden, wie z. B. Sport. Die meisten Patientinnen brauchen nach Abklingen der lokalen Betäubung keine Schmerzmittel, bei Bedarf ist jedoch die Einnahme von z. B. Paracetamol möglich, auf Aspirin sollte verzichtet werden. In der Regel wird mit Ihnen ein Termin zur Befundbesprechung nach Erhalt des Ergebnisses vereinbart.