Kopfschmerzen / Migräne

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. In Deutschland geben ca. 59% der Bevölkerung an mindestens einmal im Jahr unter Kopfschmerzen zu leiden. Prädisponierende Faktoren sind das weibliche Geschlächt, jüngeres Lebensalter sowie Leben in der Großtstadt.

Welche Arten von Kopfschmerz gibt es?

In der heutigen Medizin sind über 250 verschiedene Kopfschmerzarten bekannt, die durch die internationale Kopfschmerzgesellschaft klassifiziert wurden. Kopfschmerzen lassen sich in zwei große Gruppen einteilen.

Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht hält sich Schläfe

Primäre Kopfschmerzerkrankungen

Charakteristisch für primären Kopfschmerzen ist, dass die Kopfschmerzen durch keine anderen organischen Ursachen hervorgerufen werden. Bildgebene Untersuchungen des Gehirns (MRT) sind daher unauffällig. Zu den primären Kopfschmerzen gehören die weltweit häufigsten Kopfschmerzarten – Spannungskopfschmerzen und Migräne.

MRT Aufnahme eines Glioblastom

Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen

Unter sekundäre Kopfschmerzen fallen eine Vielzahl von Kopfschmerz-Syndronem, welche eine andere Erkrankung als Ursache haben. Hierzu zählen zum Beispiel Hirnblutungen (z.B. bei Gerhirnaneurysmen) und Tumore. Diese sind jedoch sehr selten.

Wann muss ich bei Kopfschmerzen zum Arzt gehen?

Bei ganz neu auftretenden Kopfschmerzen, die außergewöhnlich intensiv oder ungewöhnlich lange anhalten, sollte man ärztlich untersucht werden. Zusätzliche Symptomen wie Schwindel, Fieber, hoher Blutdruck oder neurologischen Ausfällen sind weitere Indikatoren dafür, dass Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Ihr Kontakt in der Beta Klinik bei Kopfschmerz & Migräne

Sie haben Kopfschmerzen (z.B. Migräne, Spannungskopfschmerzen etc…)?

Vereinbaren Sie einen Termin bei unseren Spezialisten.

Terminanfrage

Haben Sie Fragen zu Kopfschmerz und Migräne?
Rufen Sie uns an +49 (0)228 90 90 75 750

Unsere Neurologen können Ihnen auch bei anderen Beschwerden helfen.

Neurologen

Die häufigsten Kopfschmerzarten: ein Überblick

Spannungskopfschmerz – die häufigste Kopfschmerzart

Spannungskopfschmerzen sind charakterisiert durch leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen (dumpfdrückende Kopfschmerzen), bei der sich die Intensität langsam steigert. Der Kopfschmerz wird als dumpfdrückend im ganzen Kopf (wie bei einem zu engen Hut) empfunden. In Abgrenzung zu Migräne führt normale körperliche Betätigung bei Spannungskopfschmerzen in der Regel zu keiner Verschlechterung der Schmerzen. Weitere Symptome wie Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit oder neurologische Ausfälle (z.B. Sprachstörung oder Sehstörung) sind klassischerweise nicht vorhanden.

Auslösende oder verstärkende Faktoren für den Spannungskopfschmerz können Stress, muskuläre Fehlbelastung oder fieberhafte Infekte sein. Nach der Häufigkeit des Aufretens unterscheidet man den sporadisch auftretenden episodischen Spannungskopfschmerz (<12 Tage im Jahr), den häufig auftretenden episodischen Spannungskopfschmerz (1-14 x pro Monat) und den chronischen Episodischen Spannungskopfschmerz (min. 15 Tage im Monat).

Diagnostik bei Spannungskopfschmerzen

Die Diagnostik umfasst ein ausführliches Anamnesegesrpäch und eine neurologische Untersuchung. Je nach Befund muss im Einzelfall die Diagnostik ausgeweitet werden und so z.B. ein MRT des Kopfes durchgeführt werden.

Spannungskopfschmerz: Was hilft?

Zur Akuttherapie von Spannungskopfschmerzen hilft in leichteren Fällen die großflächige Aplikation von Hausmitteln wie Pfefferminzöl, welches auf Schläfe und Nacken aufgetragen wird. In stärkeren Fällen werden herkömmliche Schmerzmedikamente, wie Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen, Metamitzol etc… verwendet.

Dabei ist es wichtig zu beachten, dass an nicht mehr als 10 Tagen pro Monat Schmerztabletten eingenommen werden sollen, um der Gefahr eines Analgetika-induzierten Kopfschmerzes (Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln) vorzubeugen.

Spannungskopfschmerz Übungen & Prophylaxe (nicht-medikamentöse Maßnahmen)

Treten Spannungskopfschmerzen sehr häufig oder gar chronisch auf empfiehlt es sich prophylaktische Maßnahmen durchzuführen.

Spannungskopfschmerz Übungen wie Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training und regelmäßiges Ausdauertraining (2-3x wöchentlich, wie z.B. Joggen, Schwimmen oder Radfahren), sind die Basis einer Spannungskopfschmerz-Prophylaxe.

Durch wissenschaftliche Studien belegt ist auch der Effekt von Physiotherapie (Training der HWS- und Schuldermuskulatur) sowie manueller Therapie. Eine niederländische Studie zeigte z.B. eine Reduktion der Spannungskopfschmerztage von im Mittel 6,4 Tage unter dem Einsatz von manueller Therapie. Diese vorbeugenden Maßnahmen können Sie direkt bei uns vor Ort im Beta Sport- und Rehabereich durchführen.

Weitere wirksame Methoden sind Bio-Feedback und Stressbewältigungsmethoden.

Medikamentöse Maßnahmen

Sollten diese Basismaßnahmen nicht ausreichend helfen und die Spannungskopfschmerzen chronisch auftreten, besteht die Indikation für eine zusätzliche medikamentöse Prophylaxe. Insbesondere wenn schon weitere Symptome wie Schlafstörungen, depressive Verstimmungen oder Muskelschmerzen vorliegen. Hier werden in der Regel, als Mittel der ersten Wahl, Antidepressiva eingesetzt, die sich in der Therapie von Schmerzen etabliert haben. Alternativ werden auch in einzelnen Fällen Muskelrelaxantien verwendet.

Migräne – Ursachen, Symptome und Behandlung

Migräne ist charakterisiert durch starke, meistens halbseitige pulsierende Kopfschmerzen, die bei körperlicher Betätigung zunehmen. In einem drittel der Fälle ist der Kopfschmerz auch beidseits. Fast immer findet sich gleichzeitig Appetitlosigkeit, häufig auch Übelkeit und Erbrechen sowie Lichtscheu, Lärmempfindlichkeit und eine Überempfindlichkeit auf gewisse Gerüche. Viele Patienten haben während einer Migräneattacke das Bedürfnis sich in einen abgedunkelten und ruhigen Raum hinzulegen.

Wie entsteht Migräne / Was passiert bei Migräne?

Die biologischen Grundlagen der Migräne sind bisher noch nicht eindeutig geklärt. In vielen Fällen findet sich eine Familiäre Disposition (vererbte Veranlagung) vor, mögliche Triggerfaktoren sind Wetterwechsel, Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, tyraminhaltige Lebensmittel (Schokolade, Rotwein), Veränderung des Schlaf-Wach-Rhytmus, Stress und bei Frauen zusätzlich Menstruation und Hormoneinnahme (Anti-Baby-Pille). Unter anderem kommt es bei Migräne Anfällen zu einer Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen, die zu einer Entzündung und Weitstellung der Wände von Arterien führen, die die Gehirnhäute mit Blut versorgen.

Wie lange dauert Migräne / Migränephasen

Eine Migräneattacke lässt sich in 4 Phasen unterteilen, wobei nicht alle Phasen bei allen Menschen zwingend auftreten müssen. Bei ungefähr einem drittel der Migränepatienten kündigt sich die Migräne im Vorfeld (Vorbotenphase) mit unterschiedlichen psychischen oder körperlichen Symptomen an. Dazu gehören z.B. depressive Verstimmungen, Gereiztheit oder auch Heißhunger. 30-60 Minuten vor der eigentlichen Kopfschmerzphase tritt bei ca. 15 – 20 Prozent eine sogenannten Migräne-Aura auf (siehe unten). Die eigentlichen Migräne Kopfschmerzen halten unbehandelt in der Regel zwischen 4 – 72 Std (3 Tagen) an. Bei vielen Patienten besteht in den Tage danach noch eine allgemeine köperliche Abgeschlagenheit.

Migräne mit Aura

Die Aura ist ein fokal neurologisches Symptom der Migräne. Am häufigsten treten visuelle Auren , wie z.B. Warnhemungen von Lichtblitzen, Wellenlinien etc… auf. In seltenen Fällen können auch andere neurologische Symptome (Auren) wie Sprachstörungen, Schwindel, halbseitige Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen auftreten. Manchmal tritt eine Aura auch ohne nachfolgende Migränekopfschmerz auf.

Häufigkeit von Migräne

Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerzerkrankungen. In Deutschland leider etwas acht Millionen Menschen an Migräne. Dabei sind am häufigsgten Frauen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren betroffen. Die Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken kann sehr unterschiedlich sein und kann sich im Laufe des Lebens verändern.

Manche Menschen haben nur ein- oder zweimal im Jahr eine Migräne. Andere leiden mehrmals im Monat oder gar fast täglich unter Migräne. Im letzteren Fall spricht man von einer chronischen Migräne (>15 Tage im Monat). Bei manchen Patient*innen ist das Auftreten einer Migräne an die Regelblutung (menstruelle Migräne) gebunden.