Migräne

Ursachen, Symptome und Behandlung

Migräne ist charakterisiert durch starke, meistens halbseitige pulsierende Kopfschmerzen, die bei körperlicher Betätigung zunehmen. In einem drittel der Fälle ist der Kopfschmerz auch beidseits. Fast immer findet sich gleichzeitig Appetitlosigkeit, häufig auch Übelkeit und Erbrechen sowie Lichtscheu, Lärmempfindlichkeit und eine Überempfindlichkeit auf gewisse Gerüche. Viele Patienten haben während einer Migräneattacke das Bedürfnis sich in einen abgedunkelten und ruhigen Raum hinzulegen.

Migräne - Ursachen, Symptome, Therapie

Wie entsteht Migräne / Was passiert bei Migräne?

Die biologischen Grundlagen der Migräne sind bisher noch nicht eindeutig geklärt. In vielen Fällen findet sich eine Familiäre Disposition (vererbte Veranlagung) vor, mögliche Triggerfaktoren sind Wetterwechsel, Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, tyraminhaltige Lebensmittel (Schokolade, Rotwein), Veränderung des Schlaf-Wach-Rhytmus, Stress und bei Frauen zusätzlich Menstruation und Hormoneinnahme (Anti-Baby-Pille). Unter anderem kommt es bei Migräne Anfällen zu einer Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen, die zu einer Entzündung und Weitstellung der Wände von Arterien führen, die die Gehirnhäute mit Blut versorgen.

Wie lange dauert Migräne / Migränephasen

Eine Migräneattacke lässt sich in 4 Phasen unterteilen, wobei nicht alle Phasen bei allen Menschen zwingend auftreten müssen. Bei ungefähr einem drittel der Migränepatienten kündigt sich die Migräne im Vorfeld (Vorbotenphase) mit unterschiedlichen psychischen oder körperlichen Symptomen an. Dazu gehören z.B. depressive Verstimmungen, Gereiztheit oder auch Heißhunger.

30-60 Minuten vor der eigentlichen Kopfschmerzphase tritt bei ca. 15 – 20 Prozent eine sogenannten Migräne-Aura auf (siehe auch weiter unten im Text).

Die eigentlichen Migräne Kopfschmerzen halten unbehandelt in der Regel zwischen 4 – 72 Std (3 Tagen) an. Bei vielen Patienten besteht in den Tagen danach noch eine allgemeine köperliche Abgeschlagenheit.

Migräne Phasen

Sie haben Migräne?

Vereinbaren Sie einen Termin bei unseren Spezialisten.

Terminanfrage

Haben Sie Fragen zu Migräne?
Rufen Sie uns an +49 (0)228 90 90 75 750

Unsere Neurologen können Ihnen auch bei anderen Beschwerden helfen.

Neurologen

Migräne mit Aura

Die Aura ist ein fokal neurologisches Symptom der Migräne. Am häufigsten treten visuelle Auren, wie z.B. Warnhemungen von Lichtblitzen, Wellenlinien etc… auf. In seltenen Fällen können auch andere neurologische Symptome (Auren) wie Sprachstörungen, Schwindel, halbseitige Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen auftreten. Manchmal tritt eine Aura auch ohne nachfolgende Migränekopfschmerz auf.

Häufigkeit von Migräne

Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerzerkrankungen. In Deutschland leiden etwa acht Millionen Menschen an Migräne. Dabei sind am häufigsgten Frauen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren betroffen. Die Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken kann sehr unterschiedlich sein und kann sich im Laufe des Lebens verändern.

Manche Menschen haben nur ein- oder zweimal im Jahr eine Migräne. Andere leiden mehrmals im Monat oder gar fast täglich unter Migräne. Im letzteren Fall spricht man von einer chronischen Migräne (>15 Tage im Monat). Bei manchen Patient*innen ist das Auftreten einer Migräne an die Regelblutung (menstruelle Migräne) gebunden.

Migräneattacke behandeln

Eine Migräneattacke wird mit Schmerzmitteln behandelt. Um eine möglichst gute Wirksamkeit zu erreichen gilt als Grundsatz diese möglichst früh bei einer Migräneattacke einzunehmen. Verwendet werden Schmerzmittel (Analgetica) wie Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol oder auch Schmerzmittelkombinationen (Apirin mit Paracetamol und Coffein). Eine ausführliche Beratung erhalten Sie durch die Neurologen der Beta Klinik.

Sollten die Schmerzmittel nicht ansprechen oder die Migräneattacke zu schwer sein werden sogenannte Triptane eingesetzt. Die Triptane verengen die Gehirngefäße die während eines akuten Migräneanfalls erweitert sind und hemmen die Ausschüttung von körpereigenen Stoffen, die an der Entzündungsreaktionen beteiligt sind.

Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen werden mit Antiemetika (Metocloparid und Domperido) behandelt.

Migräne-Prophylaxe

Um Migräneattacken vorzubeugen ist zunächst ein gesunder Lebensstil mit regelmäßigem aeroben Ausdauersport, wie z.B. joggen, radfahren oder schwimmen (3x 20min pro Woche) und Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation nach Jacobson sowie Autogenes Training elementar.

Darüber hinaus zeigen Biofeedbacktherapien sowie psychologisch durchgeführtes Schmerzbewältigungstraining/Stressmanagement positive Wirkung.

Bei häufigen Migräneattacken (>3 pro Monat), sehr langen, sehr schweren oder Therapieresistenten Migräneattacken (> 72 Std.) ist eine Medikamentöse Migräneprophylaxe notwendig. Hier werden Betablocker (z.B. Propranolol oder Metoprolol), Antidepressiva (z.B. Amitriptylin), Antiepileptica (z.B. Topiramat oder Valproinsäure) oder der Calciumkanalblocker (Flunarizin) verwendet.

Bei chronischer Migräne wird Topiramat oder die Injektion von Botulinumtoxin eingesetzt.

Migräne-Antikörper

Relativ neue Substanzen bei der Migräne-Prophylaxe sind monoklonale Antikörper (Migräne-Antikörper) gegen CGRP (Calcitonin-gene related peptide). Diese richten sich gegen das Migräneauslösende Neuropeptid CGRP und greifen dabei einen zentralen Mechanisums in der Entstehung der Migräne an. Diese werden einmal im Monat (oder alle 3 Monate) mit einem Autoinjektor injeziert, die der Patient selber anwenden kann. In der Regel werden diese bei Versagen oder Kontraindikationen der herkömmlichen prophylaktischen Medikamente eingesetzt.

Sie sind sich unsicher ob Sie unter Migräne oder Kopfschmerzen leiden? Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Kopfschmerzarten, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Ihre Vorteile in der Beta Klinik – Privates Facharzt- und Klinikzentrum in Bonn

⇒ Medizinische Rundum-Versorgung unter einem Dach
⇒ Hohe Facharztkompetenz mit 30 Medizinern aus 20 Fachrichtungen
⇒ Moderne diagnostische Verfahren direkt vor Ort
⇒ Ambulante und stationäre Operationsmöglichkeiten
⇒ Eigenes Physiotherapie- und Reha-Zentrum
⇒ Kurzfristige Terminvergabe

Ihre Gesundheit – Unsere Kompetenz.

Vereinbaren Sie einen Termin!