Schwindel

Viele Patienten schildern „Schwindel”, meinen aber Gleichgewichtsstörungen oder noch etwas anderes. Auch manche Epilepsieformen können als Schwindel fehlinterpretiert werden. Daher soll nachfolgend der Begriff Schwindel etwas ausführlicher erläutert werden.

Man unterscheidet den akuten vom intermittierenden (intervallartig auftretend, episodenartig) und chronischen Schwindel.

Es gibt Schwindel durch Erkrankungen der Gleichgewichtsorgane, des Gehirns, der Wirbelsäule und des Gefäß- und Kreislaufsystems.

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Neurochirurgie

Folgende Formen des Schwindels sind zu differenzieren:

  • Drehschwindel – vergleichbar den Folgen einer heftigen Karussellfahrt
  • Schwankschwindel – z. B. bei Seekrankheit, nach Übermaß von Alkohol
  • Liftschwindel – das Gefühl mit dem Aufzug nach oben gezogen zu werden (meist zentral)
  • Gleichgewichtsstörung (Ataxie) – bei Betrunkenheit aber auch vielen neurolog. Erkrankungen

Akuter Schwindel tritt z. B. als provozierbarer Drehschwindel bei einer harmlosen und spontan heilenden Erkrankung auf, dem benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (benigner = gutartig, paroxysmal = anfallsartig); häufig auch bei der sogenannten Neuronitis vestibularis, einer Virusentzündung des Gleichgewichtsorgans oder bei einer Blockierung des Kopfhalsgelenkes (Atlasblockade).

Intermittierender Schwindel, auch in Form von Drehschwindel, findet sich beim Morbus Menière und seltener bei manchen Migräneformen. Er kann auftreten bei Menschen mit hohem Blutdruck („Hypertensive Krise” – plötzlich auftretende Blutdruckfehlregulation) und dazu gegensätzlich bei Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck und „Kreislaufproblemen”.

Chronischer Schwindel tritt bei Stoffwechselerkrankungen mit Schädigung des Nervensystems auf (z. B. Diabetes mellitus).

Kurzübersicht: Schwindel

„Warum ist mir schwindelig?“ Diese Frage stellen viele Patientinnen und Patienten ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Denn Patientinnen und Patienten mit Schwindel sind kein Einzelfall. Mehr als jeder 10. Patient oder Patientin der einen Neurologen aufsucht klagt über Schwindel. Im Alter nimmt die Zahl der betroffenen Patientinnen und Patienten noch einmal deutlich zu.

Was ist Schwindel:

Schwindel ist ein Alarmzeichen des Gehirns, das einen Hinweis darauf gibt, dass das Gleichgewichtssystem gestört ist. Außergewöhnliche, aber nicht krankhafte Reize wie etwa eine schnelle Karussellfahrt oder eine Schiffsfahrt können das Gleichgewichtssystem irritieren und Schwindel und gelegentlich Erbrechen auslösen. Neben diesen an sich harmlosen Ursachen gibt es aber auch Krankheiten, die die Funktion des Gleichgewichtssystems beeinträchtigen. Dabei handelt es sich um Erkrankungen des Innenohrs, wo das Gleichgewichtsorgan lokalisiert ist, oder eine Störung des Gleichgewichtszentrum des Gehirns (Hirnstamm oder Kleinhirn). Neben diesen klassischen Schwindelursachen können aber auch Beeinträchtigungen der peripheren Nerven, Kreislaufregulationsstörungen/kardiale Ursachen, Medikamentennebenwirkungen oder auch psychische Faktoren Schwindel und Gleichgewichtsprobleme auslösen.

Symptome Schwindel / Arten von Schwindel

Was sind Symptome für einen Schwindelanfall?

Meist klassifizieren Medizinerinnen und Mediziner Schwindel in Dreh-, Schwank- und Liftschwindel sowie Pseudo-Vertigo. Doch welche Symptome haben die verschiedenen Schwindelbeschwerden?

Drehschwindel: Das Gefühl, dass sich im Kopf etwas dreht. Auch andersherum ist die Wahrnehmung, die Umwelt drehe sich, eine Form des Drehschwindels. (Karusselschwindel)

Schwankschwindel: Patienten mit Schwankschwindel (Schwindel wie auf einem schwankenden Schiff) empfinden, dass sich ihre Umwelt um sie herum hin und her bewegt oder schwankt. Auch ein empfundenes Nachschwanken von Bewegungen im Kopf selbst gehört zum Schwankschwindel.

Liftschwindel: Hierbei geht es hoch und runter. Bei Liftschwindel leiden Patienten unter der Wahrnehmung, bei Bewegungen zöge es sie nach oben oder unten – so wie das Gefühl, wenn der Fahrstuhl (Englisch: Lift) anfährt oder anhält.

Pseudo-Vertigo: Pseudo-Vertigo ist kein Schwindel, äußert sich aber durch ähnliche Symptome wie Benommenheitsgefühle, Augenflimmern und Unsicherheits- und Fallgefühle. Beim Pseudo-Vertigo fehlt die schwindelcharakteristische Scheinbewegung gänzlich.

Dauer von Schwindelattacken

Neben der Art des Schwindels ist für die spätere Diagnosestellung auch die Dauer des jeweiligen Schwindels wichtig. Bei einer Vestibularisparoxysmie hält der Drehschwindel z.B. nur Sekunden an wohingegen bei einer Schwindelmigräne oder dem Morbus Menière der Drehschwindel Stunden anhält. Dauerdrehschwindel (Tage bis wenige Wochen) findet sich z.B. bei der Neuritis vestibularis.

Auslöser für Schwindelattacken

Wichtige Unterscheidungskriterien der verschiedenen Schwindelformen ist ob der Schwindel schon in Ruhe besteht (z.B. Neuritis vestibularis), durch bestimmte Bewegungen/Lagerung hervorgerufen wird (z.B. Benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel) oder nur in bestimmten Situationen auftritt (z.B. Phobischer Schwankschwindel).

Begleitsymptome von Schwindelattacken

Weitere wichtige Hinweise für die spätere Diagnostellung sind mögliche Begleitsymptome wie z.B. Tinitus oder Hörminderung, neurologische Ausfälle wie Doppelbilder, Sprechstörung etc… oder gleichzeitig auftretende Kopfschmerzen.

Ursachen Schwindel – Welche Ursachen hat Schwindel?