Dystonie

Als Dystonie wird eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnet, deren Hauptmerkmale die Überaktivität einzelner Muskelgruppen ist.

Symptome Dystonie

Die Dystonie verursacht die Überaktivität einzelner Muskelgruppen, also unwillkürliche Verziehungen und Verkrampfungen der Muskulatur. Dabei sind besonders die Extremitäten oder den Rumpf betroffen. Die Dystonie kann auf eine Körperstelle begrenzt sein (fokale Dystonie), sich auch auf benachbarte Körperregionen ausdehnen (segmentale Dystonie) oder selten den ganzen Körper betreffen (generalisierte Dystonie). Sie kann zeitweise oder anhaltend auftreten.

Die häufigste Erkrankungsform bei Erwachsenen ist die fokale Dystonie des Gesichts (Lidkrampf, Blepharospasmus) und des Halses mit oft schmerzhafter Kopffehlhaltung (Schiefhals, Torticollis spasmodicus). Dystonien können sich bspw. auch darin äußern, dass sie das Kauen, Schreiben, musizieren oder Gehen aufgrund der starken Muskelspannung in den betroffenen Körperteilen erschweren oder unmöglich machen.

Die Symptome der Dystonie im Überblick:

  • zeitweise oder anhaltende Verziehungen und Verkrampfungen von Muskeln
  • besonders betroffen: Extremitäten und Rumpf
  • eine Körperstelle, benachbarte Körperstellen oder ganzer Körper kann betroffen sein
  • häufigste Dystonie-Form ist fokale Dystonie des Gesichts (Lidkrampf, Blepharospasmus) und des Halses mit oft schmerzhafter Kopffehlhaltung (Schiefhals, Torticollis spasmodicus)
  • Dystonien können auch Kauen, Schreiben, musizieren oder Gehen erschweren oder unmöglich machen

Ursache Dystonie

Die genaue Ursache der Dystonie ist unbekannt. Allerdings wird vermutet, dass der Haushalt des Botenstoffs Dopamin gestört ist im Bereich der Basalganglien. Diese Regionen im Gehirn sind unter anderem an der Motorik, aber auch an kognitiven und emotionalen Prozessen beteiligt. In seltenen Fällen kann die Dystonie auch Ausdruck einer anderweitigen neurologischen oder allgemeinen Krankheit sein und bedarf dann weiterer Untersuchungen.

Diagnostik Dystonie

Die Diagnose Dystonie wird erst nach einer umfassenden neurologisch-orthopädischen Untersuchung gestellt. Häufig werden auch bildgebende Verfahren wie MRT eingesetzt, um verschiedene Erkrankungen voneinander abzugrenzen, die ähnliche oder zum Teil gleiche Symptome wie die Dystonie hervorrufen.

Therapie Dystonie

Die fokale Dystonie (auf eine Körperstelle begrenzt) oder die segmentale Dystonie (auf benachbarte Körperregionen ausgedehnt) wird heute mit Injektionen behandelt. Dabei wird in die betroffenen Muskeln Botulinumtoxin injiziert, das zu einer Blockade der Übertragung krankhafter Nervenimpulse vom Gehirn zu den dystonen Muskeln führt. Unterstützend stehen auch Medikamente zur Dystonie-Behandlung zur Verfügung.

In schweren Fällen, v. a. bei generalisierter Dystonie (ganzer Körper betroffen) können deutliche Verbesserungen über die Tiefe Hirnstimulation (THS) erzielt werden. Die THS beeinflusst die krankhaft veränderten Hirnstrukturen dadurch, dass sie elektrische Impulse in die betroffenen Hirnareale aussendet und diese je nach erwünschter Wirkung stimulieren oder deaktivieren kann. Die dafür nötigen Elektroden werden in der minimalinvasiven stereotaktischen Hirnoperation eingesetzt.

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