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Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule (LWS)

Bei einem Bandscheibenvofall der Lendenwirbelsäule entstehen durch eine Schwäche des hinteren Teils der Bandscheibe Schäden des Knorpelringes. D.h., der hintere Schutzring der Bandscheibe reißt ein oder wölbt sich vor. Dabei können Nerven eingeklemmt und gereizt werden (siehe Abbildungen A und B).

bandscheibenvorfall

 

Symptome Bandscheibenvorfall LWS:

Ein Bandscheibenvorfall kann Schmerzen verursachen, die bis ins Gesäß, Bein oder in den Fuß ausstrahlen können. Im schlimmeren Fall können auch Lähmungen und Gefühlsstörungen auftreten. Auch bei der Vorwölbung der Bandscheibe wird der Nerv so gereizt, dass starke Schmerzen entstehen können. Die Symptome des Bandscheibenvorfalls an der LWS im Überblick:

  • Rückenschmerz
  • Beinschmerz, der über das Gesäß in das Bein bis zum Fuß ausstrahlen kann
  • Lähmungen und Gefühlsstörungen der Beine

 

Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, in welcher Höhe der Bandscheibenvorfall auftritt und welche Richtung er nimmt. Man unterscheidet dabei solche die mittig sind und mehr Rückenschmerzen verursachen und solche die mehr seitlich sind und Beinschmerzen hervorrufen.


Ursache Bandscheibenvorfall LWS:

Nicht nur schweres Heben oder Unfälle, auch falsches Drehen und bestimmte Bewegungen können bei entsprechender Veranlagung einen Bandscheibenvorfall auslösen. Risikofaktoren sind erbliche Faktoren („Bindegewebsschwäche“), Übergewicht und mangelnde Bewegung, ständiges Sitzen, bestimmte berufliche Belastungen (Berufskraftfahrer) und Rauchen. Eine schlechte Muskelkondition kann das Risiko eines Bandscheibenvorfalls zusätzlich vergrößern. Anatomische und biomechanische Faktoren begünstigen das Auftreten von Bandscheibenvorfällen insbesondere an der Lendenwirbelsäule und an der Halswirbelsäule, jeweils im unteren Drittel. Am häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel und dem 5. Lendenwirbel und dem Steißbein auf (sog. Segmente L4/5 und L5/S1). Die Ursachen des Bandscheibenvorfalls in der Übersicht:

  • schweres Heben, Unfälle, bestimmte Bewegungen
  • erbliche Faktoren („Bindegewebsschwäche“)
  • Übergewicht
  • mangelnde Bewegung, ständiges Sitzen
  • bestimmte berufliche Belastungen (Berufskraftfahrer)
  • schlechte Muskelkondition

 

Diagnostik Bandscheibenvorfall LWS


Bandscheibenvorfall_sagittal

Um den Bandscheibenvorfall von anderen Erkrankungen abzugrenzen, die ähnliche Beschwerden verursachen, werden Patienten zunächst neurologisch-orthopädisch untersucht inklusive einer umfangreichen Anamneseerhebung. Im Anschluss daran werden häufig bildgebende Untersuchungen wie die MRT durchgeführt. Mit der Magnetresonanztomographie lassen sich Bandscheibenvorfälle und andere Erkrankungen der Wirbelsäule sehr gut untersuchen und sichtbar machen. In der Beta Klinik verwenden wir einen offenen MRT, der es uns ermöglicht auch klaustrophobische Patienten oder solche bis 250 kg komfortabel zu untersuchen.

 

Das obere MRT-Bild zeigt einen großen Bandscheibenvorfall im untersten Bandscheibenfach der Lendenwirbelsäule, der auf den Nervenwurzelschlau drückt. Das untere MRT-Bild zeigt denselben Bandscheibenvorfall in einer Querschnittsdarstellung.

Bandscheibenvorfall_axial

 

Therapie Bandscheibenvorfall LWS:

Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss operiert werden. Ein Bandscheibenvorfall kann konservativ durch Behandlung mit schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln und Vermeidung schwerer körperlicher Belastung (insbesondere Bücken, Heben und Schieben sowie schnelle Drehbewegungen) erfolgreich behandelt werden. Allerdings kann dieser Heilungsprozess deutlich länger andauern. Nach der akuten Behandlung des Bandscheibenvorfalls sollte ein krankengymnastisches Programm mit speziellen Übungen zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur erfolgen.

Eine Überprüfung der Therapie sowie operatives Vorgehen sind beim Bandscheibenvorfall erforderlich, wenn nach einem konservativen Therapieversuch keine erhebliche Besserung eintritt, falls deutliche Taubheitsgefühle oder eine Schwäche/Lähmungen auftreten oder die Schmerzen unerträglich sind. Die klassische Lehrmeinung, den Bandscheibenvorfall nur bei akuten neurologischen Ausfällen oder drohender Querschnittslähmung zu operieren, ist überholt. Das sogenannte Stufenschema mit mindestens sechswöchiger konservativer Behandlung ist in Anbetracht moderner minimal-invasiver Operationsverfahren nicht mehr sinnvoll.

Eine Bandscheibenoperation ist neben den klassischen Indikationen (akute Lähmungen, drohende Querschnittslähmung) bei erheblichen Schmerzen, Gefühlsstörungen, bei bildgebend nachgewiesenen symptomatischen Vorfällen und unter Berücksichtigung der individuellen beruflichen und privaten Lebenssituation auch bereits nach wenigen Tagen indiziert. Klicken Sie bitte hier, um ausführliche Informationen darüber zu erhalten, wann eine Operation medizinisch indiziert ist.

Die Behandlungsmöglichkeiten des Bandscheibenvofalls lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die Behandlung des Bandscheibenvorfalls mit der Mikrotherapie ist vergleichbar der Mikrotherapie der Wirbelgelenke durchgeführt. Unter CT-Navigation wird eine feine Nadel in den knöchernen Wurzelkanal geführt und dort werden abschwellende und schmerzstillende Medikamente um die Wurzel herum platziert. Auch die Mikrotherapie des Bandscheibenvorfalls muss ähnlich wie die Mikrotherapie der Wirbelgelenke im Wochenabstand zwei bis drei Mal wiederholt werden. In schweren Fällen können die Medikamente auch epidural eingebracht werden. Das bedeutet, dass man sie in den Spinalkanal vor den Nervenwurzelsack (Duralsack) eingibt.

Die endoskopische Operation des Bandscheibenvorfalls ist eine sehr schonende und gleichzeitig effiziente Methode, die die Therapie der Bandscheibenvorfälle revolutioniert hat. Bei der endoskopischen Beseitigung des Bandscheibenvorfalls werden Muskulatur und Bänder geschont. Anstelle eines Hautschnittes als Operationszugang werden natürliche Knochenöffnungen der Wirbelsäule für das Einbringen des Endoskops benutzt. Möglich ist dies, da das Instrument nur 7 mm Durchmesser hat. Durch diesen nur 7 mm großen Operationszugang werden dann spezielle Instrumente eingeführt, um den Bandscheibenvorfall zu entfernen. Ausführlicher gehen wir hier auf die endoskopische Bandscheibenoperation ein. In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein, eine endoskopische Abrasion vorzunehmen, bei der neben der Entfernung des Bandscheibenvorfalls der Knochen des angrenzenden Wirbelkörpers mit kleinen Fräsen und Löffeln so bearbeitet ("angefrischt") wird, dass die Durchblutung angeregt wird. Zusätzlich dazu werden kleine Löcher in den Knochen gebohrt, damit Stammzellen ins Bandscheibenfach einströmen können, die die Grundlage für neues Stützgewebe mit "Stoßdämpferfunktion" sind. Hier erfahren Sie mehr über die endoskopische Abrasion.

Die mirochirurgische Operation des Bandscheibenvorfalls ist vergleichbar sicher und effizient wie die endoskopische Operation. Hier ist jedoch ein kleiner Hautschnitt nötig, durch den der Neurochirurg operiert. Mithilfe eines Operationsmikroskops ist ein millimetergenaues Vorgehen möglich. Hier können Sie mehr zur mikrochirurgischen Beseitigung des Bandscheibenvorfalls lesen. In manchen Fällen wird die erkrankte Bandscheibe durch eine Bandscheibenprothese ersetzt, die die Beweglichkeit und Flexibilität der Wirbelsäule trotz Bandscheibenentfernung erhält. Klicken Sie hier um mehr über die Bandscheibenprothesenoperation zu erfahren.

 

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