Urographie: Untersuchung von Nieren und Harnwegen
Die Urographie ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung der Nieren und ableitenden Harnwege. Meist wird sie als CT-Urographie (CTU) oder intravenöse Ausscheidungsurographie durchgeführt. Außerdem können zur Untersuchung der Nieren und der harnableitenden Wege auch die Sonographie (Ultraschall) sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT) genutzt werden.
Die Experten in der Urologie der Beta Klinik Bonn bedienen sich dem vollen Spektrum der modernen Diagnostik und Behandlungsmethoden, wenn es um Beschwerden rund um die Nieren, Harnwege, Blase, Hoden oder Prostata geht.
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Inhaltsverzeichnis
Urographie: Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Nieren, Nierenbecken, Harnleitern und Blase mithilfe von Kontrastmittel – heute meist als CT-Urographie, alternativ als MR-Urographie oder klassische Ausscheidungsurographie.
- Ablauf: Der Patient bzw. die Patientin bleibt vorab nüchtern, Ein jodhaltiges Kontrastmittel wird über die Vene gespritzt, anschließend werden mehrere CT-Aufnahmen in verschiedenen Phasen (nativ, arteriell, venös, Ausscheidung) gemacht; Dauer ca. 30–45 Minuten.
- Indikationen: Nierensteine, Tumore, Fehlbildungen, unklares Blut im Urin, Harnstau oder Verengungen der Harnleiter sowie Verlaufskontrollen nach Therapie.
- Sicherheit: In der Regel schmerzfrei; Nieren- und Schilddrüsenwerte werden vorher geprüft, um das (geringe) Risiko einer Kontrastmittel-Nephropathie zu minimieren. Abklärung einer möglichen Allergie auf Kontrastmitte.
Was ist eine Urographie?
Bei einer Urographie wird den Patientinnen und Patienten ein Kontrastmittel verabreicht, das über die Nieren ausgeschieden wird. Dadurch lassen sich Nierenbecken, Harnleiter und Harnblase im Röntgenbild oder in der Computertomographie sichtbar machen. Ärztinnen und Ärzte erkennen so nicht nur die Form der Harnwege, sondern auch, wie gut die Nieren arbeiten.
Die klassische Röntgen-Urographie wurde in den letzten Jahren größtenteils durch die CT-Urographie abgelöst. Sie liefert deutlich detailliertere, dreidimensionale Bilder und gilt heute als Standardverfahren bei unklaren Beschwerden im Bereich der Nieren und Harnwege. Wer eine strahlungsfreie Alternative benötigt, etwa bei einer Kontrastmittelallergie oder in der Schwangerschaft, kann auf die MR-Urographie ausweichen.
Viele Betroffene wünschen sich zunächst aber einen Ultraschall der Niere, da dieser keine Strahlungsbelastung mit sich bringt. Die Sonographie eignet sich zwar gut, um Größe der Niere, Zysten, Steine oder einen Harnstau schnell und strahlungsfrei zu erkennen; für eine genaue Beurteilung der Nierenfunktion und feinerer Strukturen ist jedoch die Urographie das deutlich präzisere Verfahren.
„Die Urographie liefert uns nicht nur ein Bild der Nierenanatomie, sondern auch wichtige Informationen über ihre Funktion. Gerade bei unklaren Beschwerden im Bereich der Harnwege können wir so gezielt Ursachen wie Steine, Verengungen oder Tumore erkennen und die passende Therapie einleiten.“
Stephan Möllers, Facharzt für Urologie an der Beta Klinik Bonn
Unterform der Urographie: Ausscheidungsurographie
Die Ausscheidungsurographie (auch intravenöse Urographie, IVU) ist die klassische Form der Untersuchung. Dabei wird das Kontrastmittel über eine Vene injiziert und in mehreren Röntgenaufnahmen verfolgt, während es von den Nieren aufgenommen und ausgeschieden wird. So entsteht ein sogenanntes Urogramm, das sowohl die Anatomie als auch die Funktion beider Nieren abbildet.
Eine weitere Unterform ist die retrograde Urographie. Hier wird das Kontrastmittel nicht über die Vene, sondern über einen Katheter direkt in die Harnleiter eingebracht, meist im Rahmen einer Blasenspiegelung. Dieses Verfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn eine intravenöse Kontrastmittelgabe nicht möglich ist, etwa bei eingeschränkter Nierenfunktion.
Nieren und Harnleiter untersuchen: Ablauf
Vor einer CT-Urographie sollten Patientinnen und Patienten in der Regel einige Stunden nüchtern bleiben und ausreichend Wasser trinken. Zudem werden vorab die Nierenwerte (Kreatinin) und die Schilddrüsenwerte im Blut kontrolliert, um sicherzustellen, dass das Kontrastmittel gut vertragen wird.
Während der Untersuchung liegt der Patient oder die Patientin auf dem Untersuchungstisch der CT-Anlage. Über eine Armvene wird das jodhaltige Kontrastmittel gespritzt, anschließend fährt der Tisch mehrfach durch die Röhre. So entstehen Aufnahmen in unterschiedlichen Phasen, zunächst ohne Kontrastmittel, dann in der arteriellen und venösen Phase sowie zuletzt in der Ausscheidungsphase, wenn das Kontrastmittel bereits über die Nieren in die Harnwege gelangt ist. Die gesamte Untersuchung dauert meist zwischen 30 und 45 Minuten. Im Anschluss wird empfohlen, viel zu trinken, damit das Kontrastmittel zügig wieder ausgeschieden wird.
Indikationen, bei denen eine Urographie nötig ist
Eine Urographie beziehungsweise ein CT der Nieren und Harnleiter wird unter anderem bei folgenden Beschwerden und Fragestellungen empfohlen:
(Hämaturie)
(Hydronephrose)
Urographie in der Beta Klinik Bonn: Diagnostik auf höchstem Niveau
In der Beta Klinik Bonn wird die Urographie mit modernster CT- und MR-Technik durchgeführt, sodass Nieren und Harnwege in hoher Auflösung und dreidimensional dargestellt werden können. Unser radiologisches Team verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik von Nierensteinen, Tumoren und Fehlbildungen der Harnwege und wählt für jeden Patienten und jede Patientin das schonendste und zugleich aussagekräftigste Verfahren aus – ob CT-Urographie, MR-Urographie oder Ultraschall. Kurze Wartezeiten, eine enge Abstimmung mit den behandelnden Urologen und eine verständliche Befundbesprechung sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten schnell Klarheit über die Ursache ihrer Beschwerden erhalten und zügig die passende Therapie einleiten können.
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Häufig gestellte Fragen zur Urographie
Wie lange dauert eine Urographie?
Eine moderne CT-Urographie dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten, inklusive Vorbereitung und der verschiedenen Aufnahmephasen. Die klassische intravenöse Ausscheidungsurographie kann etwas länger dauern, da mehrere Röntgenaufnahmen im zeitlichen Abstand nötig sind.
Welche Kontrastmittel werden bei einer Urographie verwendet?
Bei der Röntgen- beziehungsweise CT-Urographie kommt ein jodhaltiges Kontrastmittel zum Einsatz, das über eine Vene verabreicht wird. Bei der MR-Urographie wird stattdessen ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel genutzt. Vor der Untersuchung wird stets geprüft, ob eine Unverträglichkeit gegenüber Jod oder eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegt.
Ist eine Urographie schmerzhaft?
Die Untersuchung selbst ist in der Regel schmerzfrei. Spürbar ist meist nur der kurze Einstich beim Legen der Vene sowie ein leichtes Wärmegefühl, das viele Patientinnen und Patienten beim Einspritzen des Kontrastmittels wahrnehmen. Bei einer retrograden Urographie über einen Harnleiterkatheter kann ein leichtes Druckgefühl auftreten.
Was ist eine retrograde Urographie?
Bei der retrograden Urographie wird das Kontrastmittel nicht über die Vene, sondern direkt über einen Katheter in die Harnleiter eingebracht, meist im Rahmen einer Blasenspiegelung. Dieses Verfahren wird eingesetzt, wenn eine intravenöse Kontrastmittelgabe nicht infrage kommt, etwa bei eingeschränkter Nierenfunktion.
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Quellenangaben
- S2k-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis" (AWMF 043/025) – Deutsche Gesellschaft für Urologie. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/043-025
- S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms" (AWMF 043-017OL, Langversion 5.0, September 2024). Leitlinienprogramm Onkologie
- Konsensuspapier „Kontrastmittelinduzierte akute Nierenschädigung" (2020) der Arbeitsgemeinschaft „Herz – Niere" von DGK und DGfN . https://link.springer.com/article/10.1007/s12181-020-00411-2.