Beta Internationales Epilepsie Centrum (Beta IEC)

Epilepsie und anfallsartige Störungen richtig diagnostizieren und nachhaltig behandeln

Allein in Deutschland leben mehr als 600.000 Menschen mit Epilepsie – und jedes Jahr erkranken zirka 40.000 Menschen aller Altersgruppen neu daran. Etwa 200.000 unter ihnen gelten als schwer behandelbar. Diese Patienten werden durch antiepileptische Medikamente meist nicht anfallsfrei und bedürfen somit einer speziellen Diagnostik und Therapie.

Im Beta Internationales Epilepsie Centrum (Beta IEC) werden die jeweiligen Ursachen dieser chronischen Erkrankung des zentralen Nervensystems untersucht, die Differentialdiagnose überprüft und eine individuelle Therapieform für Patienten jeden Alters ausgearbeitet.

Prof. Dr. med. Christian E. Elger leitet das Beta IEC. Der erfahrene Epilepsie-Spezialist mit großem internationalem Ansehen blickt auf jahrelange Erfahrung in der Erforschung und Behandlung von Epilepsien zurück. Er war viele Jahre lang Leiter einer renommierten Klinik und Forschungseinrichtung. 2018 gründete er zusammen mit Prof. Dr. med. Thomas Gasser und Dr. med. Axel Jung nach über 25 Jahren als Direktor der Klinik und Poliklinik für Epileptologie der Universität Bonn das Beta IEC und übernahm dort die ärztliche Leitung. Im interdisziplinären Austausch mit den Abteilungen Neurologie, Klinische Neurophysiologie und Neurochirurgie verstärkt das Beta IEC den medizinischen Standort am Bonner Bogen.

Für die Epilepsiediagnostik nutzen die Spezialisten des Beta IEC die modernen Geräte der Beta Klinik wie die Magnetresonanztomographie (3-Tesla-MRT) um das Gehirn zu untersuchen. Hier können Veränderungen der Gehirnrinde als mögliche Ursachen der Epilepsie erkannt werden.

Hinzu kommen zu klärende Parameter wie

  • Beschreibung der Anfälle
  • Differentialdiagnose von anfallsartigen Störungen
  • Epilepsieanamnese
  • Medikamentenanamnese
  • Spiegel der Antiepileptika
  • Neuropsychologische Diagnostik
  • Ursachensuche der Epilepsie einschließlich Genetik und Autoimmunerkrankungen.
  • Kurz- und Langzeit-Elektroenzephalographie einschließlich Video-Aufzeichnung (auch über implantierte Elektroden)

 Therapeutisches Leistungsspektrum

  • Medikamentöse Behandlung
  • Ketogene Diät
  • Epilepsiechirurgie mit MR-Laserablation
  • Resektive Epilepsiechirurgie (in Zusammenarbeit mit der Neurochirurgischen Klinik der Universität Bonn)
  • Stimulationsverfahren bei Epilepsie (Vagus-Nerv-Stimulation)
  • Behandlung von Autoimmunerkrankungen mit Epilepsie
  • Behandlung von Patienten mit Tuberöser Sklerose mit Epilepsie
  • Behandlung von Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen wie Migräne

In enger Kooperation mit der Neurochirurgie lassen sich alle Diagnoseverfahren zur Vorbereitung auf die Epilepsiechirurgie – wie zum Beispiel die Implantation stereotaktischer Elektroden zur Lokalisation des Epilepsieherdes – umsetzten. Mittels MRT geführter Laserablation sind diese epilepsiechirurgischen Eingriffe besonders schonend.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der – ebenfalls auf dem Beta-Klinik-Campus gelegenen – BetaGenese Klinik, können insbesondere auch Patienten mit psychogenen, nicht-epileptischen Anfälle hervorragend behandelt werden, die anderweitig nur selten eine gemeinsame Betreuung erhalten (Psychosomatik und Epileptologie).

Die interdisziplinäre Kommunikation und der lebendige und enge medizinische Austausch der verschieden medizinischen Disziplinen in der Beta Klinik ermöglichen es, die Epilepsie mit ihren verschiedenen Facetten Individuell zu untersuchen und zu behandeln.