Antikörpertherapie bei früher Alzheimer-Krankheit
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Antikörpertherapie bei früher Alzheimer-Krankheit
Wie wirken Leqembi® und Kisunla®?
Leqembi® und Kisunla® sind monoklonale Antikörper, die gezielt an Amyloid-β-Aggregaten binden. Diese gelten als besonders schädlich für Nervenzellen. Durch die Bindung können die krankheitsrelevanten Amyloid-β-Eiweiße vom Immunsystem erkannt und schrittweise aus dem Gehirn entfernt werden.
Diese Form der Behandlung wird als krankheitsmodifizierende Therapie bezeichnet. Das bedeutet, dass nicht nur Symptome behandelt werden, sondern in den Krankheitsprozess eingegriffen wird, sodass das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung verlangsamt werden kann.
Andere, bisher eingesetzte Therapien, sind symptomatisch. Sie behandeln nur Symptome (Krankheitszeichen) und nicht die weiter fortschreitende Erkrankung.
- Beide Antikörper-Therapien verlangsamen den Krankheitsverlauf, wenn die Therapie im frühen Stadium der Erkrankung begonnen wird.
- Eine Heilung der Erkrankung ist damit nicht möglich
- Sie können den Abbau der Nervenzellen im Gehirn verzögern und damit die Ausfälle der Hirnfunktionen (z.B. Gedächtnis) verlangsamen.
Inhaltsverzeichnis
Welche Voraussetzungen müssen für die Behandlung erfüllt sein?
- Amyloid- und/oder Tau-Ablagerung
Nachweis einer Alzheimer-Erkrankungüber die Amyloid- und/oder Tau-Ablagerung im Gehirn oder im Nervenwasser (Liquor-Analyse oder Amyloid-PET)
- APOE-Genotypisierung (ApoE ε4-Test)
Der Test dient dazu, das Risiko für therapiebedingte Hirnveränderungen (sogenannte ARIA) einzuschätzen. Er wird mittels einer Blutentnahme durchgeführt und zeigt, in welcher Form das APOE-Gen vorliegt.
Patienten/innen, die eine Kopie des ApoE-ε4-Allels tragen, haben ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen (ARIA-E) und Hirnblutungen (ARIA-H).
Patienten/innen, die zwei Kopien des ApoE-ε4-Allels tragen (ApoE-ε4-Homozygotie), dürfen dieTherapie nicht erhalten, da das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen zu hoch ist.
- MRT des Kopfes (gegebenenfalls auch eine Ultraschall-Untersuchung der Blutgefäße) nicht älter als 6 Monate (Ausschluss von kleinen Blutungen und anderer Gefäßveränderungen im Gehirn)
- Blutuntersuchung (Leber-, Nieren- und Gerinnungswerte)
- Keine „Blutverdünnung“ (Gerinnungshemmende Medikamente, z. B. Marcumar, DOAKs, Heparin)
- Keine frischen Schlaganfälle, epileptische Anfälle oder Hirnblutungen
Unsere Neurologen in Bonn
Wie läuft die Therapie ab?
Kisunla® (Wirkstoff: Donanemab)
- Die Verabreichung erfolgt als Infusion in eine Vene.
- Die Infusion wird einmal alle 4 Wochen durchgeführt.
- Die Dauer einer Infusion beträgt in der Regel etwa 30 Minuten.
- Die Behandlung ist zeitlich begrenzt. Sie wird so lange durchgeführt, bis die Amyloid-Plaques weitgehend entfernt sind (in der Regel 6 bis 12 Monate). Spätestens nach 18 Monaten wird die Behandlung beendet – auch dann, wenn die Entfernung der Plaques noch nicht bestätigt werden konnte.
Leqembi® (Wirkstoff: Lecanemab)
- Die Verabreichung erfolgt ebenfalls als Infusion in eine Vene.
- Die Infusion wird alle 2 Wochen durchgeführt.
- Die Dauer einer Infusion beträgt in der Regel etwa 1 Stunde.
- Die Behandlung erfolgt über einen längeren Zeitraum. In der Regel werden die Infusionen zunächst über 18 Monate alle 2 Wochen Danach kann die Behandlung in größeren Abständen fortgeführt werden. Sobald eine Progression zu einer mittelschweren Alzheimer-Demenz stattgefunden hat, wird die Behandlung beendet.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
- Infusionsreaktionen: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen – meist mild
- ARIA-E (Hirnödem): vorübergehende Flüssigkeitseinlagerung im Gehirn im MRT sichtbar, selten Symptome
- ARIA-H (Mikroblutungen): kleine Einblutungen, selten größere Blutungen
- Weitere mögliche Beschwerden: Übelkeit, Schwindel, vorübergehende Verwirrtheit.
Wird meine Therapie begleitet?
Die Infusionen, besonders die erste, erfolgen unter kontinuierlicher ärztlicher Betreuung, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Während der Behandlung mit Antikörpern gegen Amyloid werden regelmäßig MRT-Untersuchungen des Gehirns durchgeführt.
Ziel: Früherkennung möglicher Veränderungen im Gehirn und sichere Überwachung der Therapie.
Alle 6 Monate Gedächtnistests (z. B. MoCA oder MMST)
Regelmäßige neurologische Kontrollen, um Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie zu überprüfen
Kisunla®
- Vor Beginn der Behandlung und vor den Infusionen Nr. 2, 3, 4, 7 und ggf. 12
Leqembi®
- Vor Beginn der Behandlung und vor den Infusionen Nr. 3, 5, 7 und 14
Zusätzlich:
- Treten während der Therapie Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Sehstörungen auf, kann ein zusätzliches MRT notwendig sein.
Was kostet die Behandlung Leqembi® oder Kisunla®?
- Medikamentenkosten: ca. 24.000 € pro Jahr
- Zusatzkosten: Infusionen, MRT, Verlaufskontrollen ca. 6.000–10.000 € pro Jahr
- Private Versicherung: vorherige Kostenübernahme abklären und bestätigen lassen
- Gesetzliche Krankenkassen: Erstattung wird derzeit geprüft
Verhalten bei Beschwerden nach der Infusion
🟢 Leichte Beschwerden
Beobachten – beim nächsten Termin besprechen
Mögliche Symptome:
- Leichte Kopfschmerzen
- Leichter Schwindel
Vorgehen:
- Beobachten und beim nächsten Infusionstermin der Ärztin/dem Arzt mitteilen.
🟡 Mittelstarke Beschwerden
Meist vorübergehend
Mögliche Symptome:
- Fieber
- Grippeähnliche Beschwerden
- Glieder- oder Muskelschmerzen
Vorgehen:
- Bei Bedarf Paracetamol einnehmen
- Ärztin/Arzt informieren
Diese Beschwerden treten gelegentlich nach der Infusion auf und klingen meist schnell wieder ab.
🔴 Warnzeichen
Sofort ärztlich abklären lassen!
Bitte suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn folgende Symptome neu auftreten oder deutlich stärker werden:
- Sehstörungen
- Sprachstörungen
- Starke oder ungewöhnliche Kopfschmerzen
- Epileptische Anfälle
- Neu aufgetretene Schwäche oder Lähmungserscheinungen
- Gangunsicherheit oder Verwirrtheit
🚨 Akuter Notfall
Bei:
- Bewusstlosigkeit
- Anhaltendem epileptischen Anfall
- Akuter schwerer Verwirrtheit
➡ Notruf 112 wählen

Antikörpertherapie in der Beta Klinik Bonn
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Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In der Beta Klinik in Bonn nehmen wir Ihre Beschwerden ernst und bieten Ihnen schnelle, kompetente Unterstützung. Unser erfahrenes Team berät Sie gerne – individuell auf Sie zugeschnitten. Kontaktieren Sie uns gerne:
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