Ein Kardiologe ist ein Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie – also ein Spezialist für alle Erkrankungen des Herzens und des Herz-Kreislauf-Systems. Er erkennt, behandelt und überwacht Herzerkrankungen von der ersten Abklärung unklarer Beschwerden bis zur langfristigen Nachsorge nach einem Herzinfarkt.
In der Kardiologie der Beta Klinik Bonn decken wir genau dieses Spektrum ab: von der nicht-invasiven Diagnostik bis zum ambulanten Herzkatheter. Dieser Beitrag erklärt, was die Fachrichtung Kardiologie umfasst, welche Untersuchungen typisch sind und wann ein Termin beim Kardiologen sinnvoll ist.
Die Fachrichtung Kardiologie im Überblick
- Der Kardiologe ist ein Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Nach dem Medizinstudium folgt eine mehrjährige fachärztliche Weiterbildung in Innerer Medizin und Kardiologie.
- In den Zuständigkeitsbereich fallen Herzmuskel, Herzklappen, Herzkranzgefäße, Reizleitungssystem sowie Blutdruck und angrenzende Gefäßerkrankungen.
- Die wichtigsten Krankheitsbilder in der Kardiologie sind die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler und Bluthochdruck.
- Zentrale Untersuchungen sind EKG, Belastungs- und Langzeit-EKG, Echokardiografie (Herzultraschall), Langzeit-Blutdruckmessung, Herz-CT und -MRT sowie die Herzkatheteruntersuchung.
Was macht ein Kardiologe? Fachrichtung und Berufsbild
Die Kardiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Ein Kardiologe absolviert zunächst das Medizinstudium und anschließend eine mehrjährige Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie Insgesamt vergehen damit viele Jahre von der ersten Vorlesung bis zur eigenständigen kardiologischen Tätigkeit.
Für was ist der Kardiologe zuständig?
Die Kardiologie umfasst sämtliche Strukturen und Funktionen des Herzens:
- den Herzmuskel und seine Pumpleistung
- die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen
- die vier Herzklappen und ihre Öffnungs- und Schließfunktion
- das elektrische Reizleitungssystem, das den Herzrhythmus steuert
- den Blutdruck sowie die herznahen und peripheren Gefäße
Innerhalb der Kardiologie gibt es weitere Spezialisierungen. Die interventionelle Kardiologie behandelt Engstellen der Herzkranzgefäße über einen Katheter, etwa mit Ballondilatation und Stent. Die Rhythmologie widmet sich Herzrhythmusstörungen, Herzschrittmachern und Defibrillatoren. Die Kinderkardiologie ist ein eigener Schwerpunkt der Pädiatrie und kümmert sich um angeborene Herzfehler.
Ein Kardiologe operiert übrigens nicht am offenen Herzen, denn das ist Aufgabe des Herzchirurgen. Der Kardiologe arbeitet konservativ und minimalinvasiv über Katheter und stellt gemeinsam mit anderen Fachrichtungen die Indikation, wenn ein herzchirurgischer Eingriff notwendig wird.
Untersuchung in der Kardiologie
Eine kardiologische Untersuchung beginnt immer mit dem Arztgespräch und der körperlichen Untersuchung: Der Kardiologe hört Herz und Lunge ab, tastet den Puls, misst den Blutdruck und erfragt Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und familiäre Risiken. Erst danach entscheidet sich, welche apparative Untersuchung des Herzens sinnvoll ist.
Nicht-invasive Untersuchungsverfahren
Aufzeichnung des EKG unter körperlicher Belastung auf dem Fahrradergometer. Dabei lassen sich Belastbarkeit, Herzfrequenz- und Blutdruckreaktion sowie mögliche belastungsabhängige Herzrhythmusstörungen beurteilen. In bestimmten Situationen können sich zudem Hinweise auf eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels ergeben.
Sie zeigt in Echtzeit die Größe der Herzkammern, die Pumpfunktion, die Bewegung der Herzwände und die Funktion der Herzklappen. Ergänzend kommen die Stressechokardiografie unter Belastung und die Schluckechokardiografie (transösophageal) zum Einsatz, wenn eine detailliertere Darstellung nötig ist.
die Basisuntersuchung. Elektroden auf Brust, Armen und Beinen zeichnen die elektrische Herzaktivität auf. Das EKG kann Herzrhythmusstörungen sowie Hinweise auf Durchblutungsstörungen oder einen früheren Herzinfarkt zeigen. Die Untersuchung dauert wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei.
Aufzeichnung über 24 Stunden oder länger im Alltag. Sinnvoll bei Herzstolpern, zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen), unklarem Schwindel oder Verdacht auf anfallsweise auftretendes Vorhofflimmern.
Die CT-Koronarangiografie stellt insbesondere die Herzkranzgefäße hochauflösend dar und eignet sich unter anderem, um eine koronare Herzkrankheit nicht-invasiv mit hoher diagnostischer Sicherheit auszuschließen.
Ermöglicht detaillierte Darstellung des Herzens. Das Kardio-MRT ermöglicht unter anderem eine präzise Beurteilung von Herzfunktion und Herzmuskelgewebe und kann beispielsweise Narben oder entzündliche Veränderungen sichtbar machen.
Blutwerte wie Troponin, BNP, Cholesterin, Blutzucker und Nierenwerte ergänzen das Bild und helfen bei der Risikoeinschätzung.
automatische Messung über 24 Stunden zur zuverlässigen Diagnose von Bluthochdruck und zur Kontrolle der Therapie.
Invasive Diagnostik und Therapie
Über einen dünnen Katheter werden die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel dargestellt. So lassen sich Engstellen exakt lokalisieren und bei entsprechender Indikation in gleicher Sitzung behandeln. Der Kardiologe kann das Gefäß mit einem Ballon erweitern und bei Bedarf mit einem Stent stabilisieren. Der Zugang über die Arterie am Handgelenk wird heute häufig bevorzugt und ermöglicht bei geeigneten Patientinnen und Patienten und entsprechender Indikation auch eine ambulante Durchführung.
Bei komplexen Herzrhythmusstörungen wird die elektrische Erregungsausbreitung im Herzen gemessen und der auslösende Bereich gezielt verödet.
Bei zu langsamem Herzschlag oder erhöhtem Risiko für lebensbedrohliche Rhythmusstörungen werden Herzschrittmacher und ICDs implantiert und regelmäßig kontrolliert.
„Bluthochdruck tut nicht weh, genau das macht ihn so gefährlich. Die meisten Herzinfarkte, die wir behandeln, hätten sich Jahre vorher ankündigen können – wenn jemand hingesehen hätte.“
Dr. med. Sven Hausen, Facharzt Kardiologie
Wann sollte man zum Kardiologen?
Bei Herzproblemen stellt sich zunächst die Frage: zu welchem Arzt? Bei neu aufgetretenen oder wiederkehrenden Herz-Kreislauf-Beschwerden kann je nach Situation zunächst eine hausärztliche oder direkt eine kardiologische Abklärung sinnvoll sein. Bei akuten Beschwerden, etwa starken, anhaltenden Brustschmerzen mit Ausstrahlung, Atemnot, Kaltschweißigkeit oder Bewusstlosigkeit, gilt jedoch: sofort den Notruf 112 wählen. Das kann ein Herzinfarkt sein.
Ein Termin beim Kardiologen ist sinnvoll bei bzw. für:
- Brustschmerzen oder Druckgefühl, besonders unter Belastung
- Atemnot bei Anstrengung oder im Liegen
- Herzstolpern, Herzrasen oder Aussetzern des Pulses
- Schwindel, Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht ohne erkennbare Ursache
- Wassereinlagerungen in den Beinen und rascher Gewichtszunahme
- auffälligen Blutdruckwerten oder schwer einstellbarem Bluthochdruck
- Herzgeräuschen oder einem auffälligen EKG-Befund
- familiärer Vorbelastung durch Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod
Typische Krankheitsbilder in der Kardiologie
Die folgenden Krankheitsbilder machen den größten Teil der kardiologischen Sprechstunde aus – sie unterscheiden sich deutlich in Verlauf und Dringlichkeit, teilen aber häufig dieselben Risikofaktoren.
Ablagerungen verengen die Herzkranzgefäße. Typisch ist ein Enge- oder Druckgefühl in der Brust unter Belastung (Angina pectoris). Unbehandelt droht der Herzinfarkt.
Ein Herzkranzgefäß verschließt sich akut, Herzmuskelgewebe stirbt ab. Jede Minute zählt – die schnelle Wiedereröffnung des Gefäßes im Herzkatheterlabor ist die entscheidende Behandlung.
Das Herz pumpt nicht mehr ausreichend. Leitsymptome sind Leistungsabfall, Atemnot und geschwollene Beine.
eine gutartige Vergrößerung der Prostata mit Beschwerden beim Wasserlassen.
Verengte oder undichte Klappen belasten das Herz dauerhaft. Verlaufskontrollen per Echokardiografie bestimmen den richtigen Zeitpunkt für eine Behandlung.
der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche – und lange Zeit völlig beschwerdefrei.
Myokarditis und Perikarditis, häufig nach Infekten und mitunter mit unspezifischen Symptomen.

Kardiologie an der Beta Klinik Bonn
Die Kardiologie der Beta Klinik in Bonn deckt die Diagnostik und Behandlung sämtlicher kardiovaskulärer Erkrankungen ab. Prof. Dr. med. Jörg Otto Schwab, Dr. med. Sven Hausen und Dr. med. Diana Momčilović betreuen Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des gesamten Herz-Kreislauf-Systems – von der koronaren Herzkrankheit über Herzinsuffizienz und Herzklappenerkrankungen bis zu Herzrhythmusstörungen und peripheren Gefäßerkrankungen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Betreuung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Diese Patientinnen und Patienten benötigen auch im Erwachsenenalter eine spezialisierte kardiologische Nachsorge, die sich in vielen Bereichen von der allgemeinen Kardiologie unterscheidet.
Für Patientinnen und Patienten mit akuten Herzbeschwerden gibt es ein besonderes Angebot: Die kardiologische Brustschmerz-Ambulanz ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert und montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Durch die Lage auf dem Beta-Klinik-Campus stehen dabei die Versorgungsstrukturen der Klinik, die interdisziplinäre Station, Fachkolleginnen und -kollegen aus mehr als 30 Fachdisziplinen sowie moderne bildgebende Verfahren unmittelbar zur Verfügung.
Diese Interdisziplinarität ist der eigentliche Vorteil: Radiologie, Angiologie, Innere Medizin, Nuklearmedizin und Intensivmedizin arbeiten eng vernetzt unter einem Dach, sodass Befunde ohne Wartezeit zwischen den Fachrichtungen zusammengeführt werden können.
Gebündelt wird diese Zusammenarbeit im Herz- und Gefäßzentrum der Beta Klinik. Dort greifen Kardiologie und Angiologie unmittelbar ineinander. Das ist vor allem sinnvoll, weil Herz- und Gefäßerkrankungen dieselben Ursachen haben und selten isoliert auftreten: Wer verengte Herzkranzgefäße hat, zeigt häufig auch Veränderungen an den Halsschlagadern oder den Beinarterien. Im Herz- und Gefäßzentrum lässt sich das gesamte Gefäßsystem deshalb in einem abgestimmten Behandlungspfad abklären und behandeln, statt Befunde über mehrere Praxen hinweg zusammentragen zu müssen.
Häufige Fragen zur Kardiologie
Was macht ein Kardiologe bei der ersten Untersuchung?
Der erste Termin beim Kardiologen beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten, Lebensstil und familiären Herzerkrankungen. Anschließend folgen die körperliche Untersuchung mit Abhören von Herz und Lunge, Pulstasten und Blutdruckmessung sowie in der Regel ein Ruhe-EKG.
Sehr häufig schließt sich direkt eine Echokardiografie an, weil der Herzultraschall Pumpfunktion und Klappen ohne Belastung für die Patientin bzw. den Patienten darstellt. Aus diesen Befunden ergibt sich, ob weitere Untersuchungen wie Belastungs-EKG, Langzeit-EKG oder eine Herzkatheteruntersuchung notwendig sind.
Was macht ein Kardiologe bei Bluthochdruck?
Bei Bluthochdruck wird zunächst geprüft, ob dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte vorliegen. Zur Sicherung der Diagnose können eine 24-Stunden-Blutdruckmessung oder strukturierte häusliche Blutdruckmessungen eingesetzt werden, da einzelne Praxismessungen die tatsächliche Blutdrucksituation nicht immer zuverlässig abbilden.
Bei entsprechendem klinischem Verdacht klärt der Kardiologe zusätzlich ab, ob eine behandelbare sekundäre Ursache des Bluthochdrucks vorliegen könnte – beispielsweise eine Nierenerkrankung, ein Schlafapnoe-Syndrom oder eine hormonelle Störung. Mittels EKG und Echokardiografie kann zudem untersucht werden, ob der Bluthochdruck bereits Veränderungen am Herzen verursacht hat.
Auf dieser Basis wird die Therapie festgelegt, meist als Kombination aus Medikamenten und konkreten Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung, Gewicht, Alkohol und weiteren beeinflussbaren Risikofaktoren. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, die Therapie an die individuellen Zielwerte anzupassen.
Was macht ein Kardiologe bei Extrasystolen?
Extrasystolen sind zusätzliche Herzschläge, die sich beispielsweise als Stolpern oder kurzer Aussetzer bemerkbar machen können. Bei herzgesunden Menschen sind sie in geringer Zahl völlig normal. Der Kardiologe erfasst mit einem Langzeit-EKG, wie häufig Extrasystolen auftreten, ob sie supraventrikulären oder ventrikulären Ursprungs sind und ob komplexere Formen oder kurze Salven auftreten.
kann mittels Echokardiografie und Belastungstest geprüft werden, ob Hinweise auf eine strukturelle Herzerkrankung oder belastungsabhängige Rhythmusstörungen bestehen. Ergänzend können Blutwerte wie Elektrolyte und die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden.
Bleibt die kardiologische Untersuchung unauffällig, genügen häufig Aufklärung und gegebenenfalls Verlaufskontrollen. Bei sehr häufigen oder belastenden Extrasystolen können je nach Befund Medikamente oder in ausgewählten Fällen eine Katheterablation infrage kommen.
Was macht ein Kardiologe bei Kindern?
Für Kinder ist die Kinderkardiologie zuständig, ein eigener Schwerpunkt innerhalb der Kinder- und Jugendmedizin, nicht der Erwachsenenkardiologie. Kinderkardiologen erkennen und behandeln vor allem angeborene Herzfehler, Herzgeräusche, Rhythmusstörungen sowie entzündliche Herzerkrankungen, und sie begleiten Kinder oft über Jahre hinweg. Die wichtigsten Untersuchungen sind auch hier EKG und Echokardiografie, angepasst an Alter und Körpergröße. Erwachsene mit angeborenem Herzfehler werden von speziell qualifizierten Kardiologinnen und Kardiologen im Bereich EMAH (Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern) weiterbetreut.