„Unsere BlutgefΓ€Γe sind wie Autobahnen des KΓΆrpers:Β Tag fΓΌr Tag bringen sie lebenswichtige NΓ€hrstoffe dorthin, wo sie gebraucht werden. Doch was passiert, wenn sich diese StraΓen langsam zusetzen, ohne dassΒ wir esΒ bemerken?“Β
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In diesem Beitrag erfahren Sie, was Arteriosklerose ist,Β warum sie oft jahrelang unbemerkt bleibtΒ undΒ was Sie tun kΓΆnnen, um Ihre GefΓ€Γe gesund zu halten.Β
1. Was genau ist Arteriosklerose eigentlich, wie entsteht sie und warum gerade bei mir?Β
Der Begriff βArterioskleroseβ ist ein Oberbegriff fΓΌrΒ verschiedene Formen der VerhΓ€rtung und Verdickung von Arterien. Die Atherosklerose ist die hΓ€ufigste Form davon und beschreibt die Ablagerungen und VerΓ€nderungen in der GefΓ€Γwand, insbesondere durch Fette, Cholesterin und Bindegewebe.Β
Im Alltag werden die Begriffe Arteriosklerose und Atherosklerose hΓ€ufig synonym verwendet, weshalb wir im folgenden Text den Begriff βArteriosklerose „aufgrundΒ des grΓΆΓeren Wiedererkennungswertes verwenden.Β Β
Die Entstehung von Arteriosklerose beginnt, wenn die Innenschicht der GefΓ€Γe (das sogenannte Endothel)Β geschΓ€digt wird.Β Das kannΒ durch bestimmte Risikofaktoren begΓΌnstigt werdenΒ (s.u.). Durch diese kleinen SchΓ€den gelangenΒ FetteΒ (LDL-Cholesterin) in die GefΓ€Γwand.Β Dort reagieren sie mit Sauerstoff und lΓΆsen eine ArtΒ EntzΓΌndungΒ aus.Β Der KΓΆrper versuchtΒ also, das GefΓ€ΓΒ zu reparieren,Β wobeiΒ AblagerungenΒ entstehen, die sogenanntenΒ Plaques. Dadurch verengen die GefΓ€Γe und werden starrer. Alle Aterien kΓΆnnen involviert sein, wobei Arteriosklerose sich am hΓ€ufigsten an sehr stark durchbluteten Organen manifestiert, wie z.B. Gehirn, Herz, Nieren, Haut, Augen und Beinen.
2. Bekomme ich jetzt einen Herzinfarkt oder Schlaganfall?Β
Nicht zwangslΓ€ufig,Β aber unbehandelt ist das Risiko deutlich erhΓΆht. Eine der grΓΆΓten Gefahren ist dieΒ starke Verengung oder sogar der komplette Verschluss eines BlutgefΓ€Γes. Wenn das passiert, bekommt das dahinterliegende OrganΒ (z.B.Β das Herz oder das Gehirn)Β nicht mehr genug Sauerstoff und NΓ€hrstoffe. In solchen FΓ€llen spricht man von einemΒ Infarkt, zum Beispiel einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall.Β
Eine weitere mΓΆgliche Komplikation ist einΒ Riss in der GefΓ€Γwand, auchΒ Plaqueruptur genannt. Durch den Druck in den BlutgefΓ€Γen kann es passieren, dass eine solche Ablagerung aufbricht. Das Problem dabei: Der KΓΆrper reagiert darauf, als wΓ€re es eine Verletzung und bildet ein BlutgerinnselΒ (auchΒ ThrombusΒ genannt). Dieses Gerinnsel kann das GefÀà an Ort und Stelle noch weiter verengen oder sogar vollstΓ€ndig verschlieΓen.Β
Manchmal wird das Gerinnsel aber auch vom Blutstrom mitgerissen und gelangt in ein anderes GefΓ€Γ, wo es sich festsetzt. Das nennt manΒ Embolie. Auch hier kann es zu einem plΓΆtzlichen Verschluss kommen.Β Mit der Folge, dass das betroffene GewebeΒ nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wirdΒ und Zellen absterben kΓΆnnen, wodurchΒ eine sogenannteΒ NekroseΒ entstehenΒ kann.
3. Warum hat mein Arzt/ meine Γrztin das nicht frΓΌher gesehen?Β
Typische Zeichen fΓΌr Arteriosklerose sind z.β―B. Brustschmerzen bei Belastung, Atemnot, Schwindel oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen. Manchmal merkt man aber lange nichts,Β darum sind regelmΓ€Γige Kontrollen wichtig. Arteriosklerose verlΓ€uft lange ohne SymptomeΒ und viele Menschen wissen gar nicht, dass sie betroffen sind:Β erst Tests durch den Arzt oder akute Ereignisse machen das sichtbar.Β Β
Es istΒ alsoΒ kein βVersΓ€umnisβ, sondern oft der Krankheitsverlauf selbst.Β Β
4. Reicht es, wenn ich Medikamente nehme und was kann ich tun, um die Arteriosklerose in den Griff zu bekommen?
Atherosklerose ist mehr als eine reine βVerkalkungβ der BlutgefΓ€Γe.Β Bei ihrer Entstehung spielen auch EntzΓΌndungsprozesse und Reaktionen des Immunsystems eine wichtige Rolle.Β
Die Forschung zeigt auΓerdem, dass die Entstehung der Atherosklerose sehr komplex ist und ΓΌber viele Jahre ablΓ€uft. Deshalb richtet sich die moderne Behandlung nicht nur auf die bereits entstandenen GefΓ€ΓverΓ€nderungen, sondern auch darauf,Β Risikofaktoren zu reduzieren und die weitere Entwicklung der Erkrankung zu verhindern oder zu verlangsamen.Β
MedikamenteΒ kΓΆnnenΒ helfen, aberΒ Bewegung, gesunde ErnΓ€hrungΒ undΒ RauchstoppΒ sind genauso wichtig. Das Zusammenspiel macht denΒ grΓΆΓtenΒ Erfolg.Β
Bei der Auswahl der fΓΌr Sie am geeignetsten Medikation wenden Sie sichΒ bitteΒ an IhrenΒ behandelndenΒ ArztΒ oder Γrztin. Zu den gΓ€ngigenΒ Medikamenten gehΓΆren: Blutdrucksenker, Statine (zur Regulation der Cholesterinwerte) undΒ BlutverdΓΌnnerΒ (z.B. ASS), um die Durchblutung zu verbessern und Blutgerinnsel zu vermeiden.Β
Bereits entstandene Plaques verschwinden meist nicht vollstΓ€ndig. Ziel der Behandlung ist es, ihr Fortschreiten zu bremsen und sie mΓΆglichst stabil zu halten. In manchen FΓ€llen kΓΆnnen sich kleinere Plaques unter einer konsequenten Therapie sogar teilweise zurΓΌckbilden.Β Dazu gehΓΆrt das Reduzieren derΒ Risikofaktoren undΒ VerΓ€ndern vonΒ Lebensstilfaktoren.Β Β
Was kann ich selbst tun?
Auch wenn sich nicht jeder Einflussfaktor auf eine Atherosklerose vermeiden lΓ€sst, kann man selbst einiges dafΓΌr tun, die GefΓ€Γgesundheit zu unterstΓΌtzen und das persΓΆnliche Risiko fΓΌr Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.Β
Empfohlen wird eineΒ ausgewogene und mΓΆglichst wenig verarbeiteteΒ ErnΓ€hrung wie die mediterrane Kost:Β
Ein weiterer entscheidender Faktor ist dasΒ Rauchen. Der Verzicht auf Tabak gehΓΆrt zu den wirksamsten MaΓnahmen, um das Risiko fΓΌr Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.Β
Bewegung spielt auΓerdem eine wichtige Rolle:Β Β
Die WHO empfiehlt fΓΌr Erwachsene,Β mindestens 150 Minuten moderate bis intensive kΓΆrperliche AktivitΓ€t pro Woche. Das entspricht etwaΒ 30 Minuten an fΓΌnf Tagen pro WocheΒ (z.β―B. zΓΌgiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen)Β undΒ mindestensΒ zwei Einheiten muskelkrΓ€ftigender AktivitΓ€tenΒ pro Woche.Β
Es geht nicht darum, von heute auf morgen alles perfekt zu machen. Oft sind vieleΒ kleine VerΓ€nderungen wirksamer als ein groΓer Vorsatz, der nach wenigen Wochen wieder aufgegeben wird.Β
Sie mΓΌssen also kein Leistungssportler werden: Bereits der WegΒ von einer unterdurchschnittlichen zu einer guten kΓΆrperlichen FitnessΒ bietet nach aktuellem wissenschaftlichem Stand einen besonders groΓen gesundheitlichen Mehrwert.Β Entscheidend ist vor allem, dauerhaft aktiv zu bleiben und lange Sitzzeiten regelmΓ€Γig zu unterbrechen.Β
Welche Rolle spielt Physiotherapie?Β
RegelmΓ€Γige Bewegung ist eine wirksame MaΓnahme, um das Fortschreiten einer Arteriosklerose positiv zu beeinflussen. Sie verbessert unter anderem die Funktion der GefΓ€Γe, unterstΓΌtzt die Blutdruckregulation und kann sich gΓΌnstig auf viele weitere Risikofaktoren auswirken.Β
Die Behandlung kann den KΓΆrper also dabei unterstΓΌtzenΒ
DarΓΌber hinaus kann die Behandlung das Nervensystem beruhigen und dabei helfen, die Muskelkoordination zu verbessern. Die Muskulatur kann sich so besser an eine geringere Sauerstoffversorgung anpassen. Dadurch kann einer zunehmenden MuskelschwΓ€che und einem Abbau der Muskulatur (Muskelatrophie) entgegengewirkt werden.Β
Unser Team unterstΓΌtzt Sie gerne dabei, ein individuelles Bewegungsprogramm zu entwickeln. Individuell angepasst an Ihre Beschwerden, Ihre Belastbarkeit und mΓΆgliche Begleiterkrankungen.Β