Arteriosklerose

„Unsere BlutgefÀße sind wie Autobahnen des KΓΆrpers:Β Tag fΓΌr Tag bringen sie lebenswichtige NΓ€hrstoffe dorthin, wo sie gebraucht werden. Doch was passiert, wenn sich diese Straßen langsam zusetzen, ohne dassΒ wir esΒ bemerken?“Β 
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In diesem Beitrag erfahren Sie, was Arteriosklerose ist, warum sie oft jahrelang unbemerkt bleibt und was Sie tun kânnen, um Ihre GefÀße gesund zu halten. 

1. Was genau ist Arteriosklerose eigentlich, wie entsteht sie und warum gerade bei mir?Β 

Der Begriff β€œArteriosklerose” ist ein Oberbegriff fΓΌrΒ  verschiedene Formen der VerhΓ€rtung und Verdickung von Arterien. Die Atherosklerose ist die hΓ€ufigste Form davon und beschreibt die Ablagerungen und VerΓ€nderungen in der GefÀßwand, insbesondere durch Fette, Cholesterin und Bindegewebe.Β 
Im Alltag werden die Begriffe Arteriosklerose und Atherosklerose hΓ€ufig synonym verwendet, weshalb wir im folgenden Text den Begriff β€œArteriosklerose „aufgrundΒ des grâßeren Wiedererkennungswertes verwenden.Β Β 

Die Entstehung von Arteriosklerose beginnt, wenn die Innenschicht der GefÀße (das sogenannte Endothel) geschÀdigt wird. Das kann durch bestimmte Risikofaktoren begünstigt werden (s.u.). Durch diese kleinen SchÀden gelangen Fette (LDL-Cholesterin) in die GefÀßwand. Dort reagieren sie mit Sauerstoff und lâsen eine Art Entzündung aus. Der Kârper versucht also, das GefÀß zu reparieren, wobei Ablagerungen entstehen, die sogenannten Plaques. Dadurch verengen die GefÀße und werden starrer. Alle Aterien kânnen involviert sein, wobei Arteriosklerose sich am hÀufigsten an sehr stark durchbluteten Organen manifestiert, wie z.B. Gehirn, Herz, Nieren, Haut, Augen und Beinen.

Warum sind also gerade Sie betroffen?

Diese Frage stellen sich viele Menschen nach der Diagnose und die Antwort ist meist nicht so einfach. Arteriosklerose entsteht in der Regel nicht durch einen einzelnen AuslΓΆser, sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.Β 

UndΒ damit sind Sie nicht allein: Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehΓΆren weltweit zu den hΓ€ufigsten Erkrankungen. Nach SchΓ€tzungen der WHO starben im Jahr 2019 rund 17,9 Millionen Menschen an kardiovaskulΓ€ren Erkrankungen – das entspricht etwa 32 % aller TodesfΓ€lle weltweit.Β 

Einige Risikofaktoren kΓΆnnen wir nicht beeinflussen. DazuΒ gehΓΆrtΒ das Alter, das biologische Geschlecht oder eine familiΓ€re Veranlagung. Viele andere Faktoren liegen jedoch zumindest teilweise in unserer Hand. Hoher Blutdruck, Rauchen, erhΓΆhte Cholesterinwerte, Diabetes, Bewegungsmangel und eine unausgewogene ErnΓ€hrung kΓΆnnen das Risiko fΓΌr Arteriosklerose erhΓΆhen.Β 
Gleichzeitig bieten sie wichtige Ansatzpunkte, um das Fortschreiten der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

2. Bekomme ich jetzt einen Herzinfarkt oder Schlaganfall?Β 

Nicht zwangslÀufig, aber unbehandelt ist das Risiko deutlich erhâht. Eine der grâßten Gefahren ist die starke Verengung oder sogar der komplette Verschluss eines BlutgefÀßes. Wenn das passiert, bekommt das dahinterliegende Organ (z.B. das Herz oder das Gehirn) nicht mehr genug Sauerstoff und NÀhrstoffe. In solchen FÀllen spricht man von einem Infarkt, zum Beispiel einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall. 

Eine weitere mâgliche Komplikation ist ein Riss in der GefÀßwand, auch Plaqueruptur genannt. Durch den Druck in den BlutgefÀßen kann es passieren, dass eine solche Ablagerung aufbricht. Das Problem dabei: Der Kârper reagiert darauf, als wÀre es eine Verletzung und bildet ein Blutgerinnsel (auch Thrombus genannt). Dieses Gerinnsel kann das GefÀß an Ort und Stelle noch weiter verengen oder sogar vollstÀndig verschließen. 

Manchmal wird das Gerinnsel aber auch vom Blutstrom mitgerissen und gelangt in ein anderes GefÀß, wo es sich festsetzt. Das nennt man Embolie. Auch hier kann es zu einem plâtzlichen Verschluss kommen. Mit der Folge, dass das betroffene Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und Zellen absterben kânnen, wodurch eine sogenannte Nekrose entstehen kann.

3. Warum hat mein Arzt/ meine Γ„rztin das nicht frΓΌher gesehen?Β 

Typische Zeichen fΓΌr Arteriosklerose sind z.β€―B. Brustschmerzen bei Belastung, Atemnot, Schwindel oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen. Manchmal merkt man aber lange nichts,Β darum sind regelmÀßige Kontrollen wichtig. Arteriosklerose verlΓ€uft lange ohne SymptomeΒ und viele Menschen wissen gar nicht, dass sie betroffen sind:Β erst Tests durch den Arzt oder akute Ereignisse machen das sichtbar.Β Β 

Es istΒ alsoΒ kein β€žVersΓ€umnisβ€œ, sondern oft der Krankheitsverlauf selbst.Β Β 

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4. Reicht es, wenn ich Medikamente nehme und was kann ich tun, um die Arteriosklerose in den Griff zu bekommen?

Atherosklerose ist mehr als eine reine β€žVerkalkungβ€œ der BlutgefÀße.Β Bei ihrer Entstehung spielen auch EntzΓΌndungsprozesse und Reaktionen des Immunsystems eine wichtige Rolle.Β 
Die Forschung zeigt außerdem, dass die Entstehung der Atherosklerose sehr komplex ist und über viele Jahre ablÀuft. Deshalb richtet sich die moderne Behandlung nicht nur auf die bereits entstandenen GefÀßverÀnderungen, sondern auch darauf, Risikofaktoren zu reduzieren und die weitere Entwicklung der Erkrankung zu verhindern oder zu verlangsamen. 

Medikamente kânnen helfen, aber Bewegung, gesunde ErnÀhrung und Rauchstopp sind genauso wichtig. Das Zusammenspiel macht den grâßten Erfolg. 

Bei der Auswahl der fΓΌr Sie am geeignetsten Medikation wenden Sie sichΒ bitteΒ an IhrenΒ behandelndenΒ ArztΒ oder Γ„rztin. Zu den gΓ€ngigenΒ Medikamenten gehΓΆren: Blutdrucksenker, Statine (zur Regulation der Cholesterinwerte) undΒ BlutverdΓΌnnerΒ (z.B. ASS), um die Durchblutung zu verbessern und Blutgerinnsel zu vermeiden.Β 

Bereits entstandene Plaques verschwinden meist nicht vollstΓ€ndig. Ziel der Behandlung ist es, ihr Fortschreiten zu bremsen und sie mΓΆglichst stabil zu halten. In manchen FΓ€llen kΓΆnnen sich kleinere Plaques unter einer konsequenten Therapie sogar teilweise zurΓΌckbilden.Β Dazu gehΓΆrt das Reduzieren derΒ Risikofaktoren undΒ VerΓ€ndern vonΒ Lebensstilfaktoren.Β Β 

Was kann ich selbst tun?

Auch wenn sich nicht jeder Einflussfaktor auf eine Atherosklerose vermeiden lÀsst, kann man selbst einiges dafür tun, die GefÀßgesundheit zu unterstützen und das persânliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. 

Empfohlen wird eineΒ ausgewogene und mΓΆglichst wenig verarbeiteteΒ ErnΓ€hrung wie die mediterrane Kost:Β 

Viel GemΓΌse, Obst, Vollkornprodukte, HΓΌlsenfrΓΌchte und gesunde Fette wie natives OlivenΓΆl kann die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstΓΌtzen
Vermeidung von einem übermÀßigen Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln, Zucker und ungünstigen Fetten kânnen potenziellen GefÀßschÀden vorbeugen

Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Rauchen. Der Verzicht auf Tabak gehârt zu den wirksamsten Maßnahmen, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. 

Bewegung spielt außerdem eine wichtige Rolle:  

Die WHO empfiehlt fΓΌr Erwachsene,Β mindestens 150 Minuten moderate bis intensive kΓΆrperliche AktivitΓ€t pro Woche. Das entspricht etwaΒ 30 Minuten an fΓΌnf Tagen pro WocheΒ (z.β€―B. zΓΌgiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen)Β undΒ mindestensΒ zwei Einheiten muskelkrΓ€ftigender AktivitΓ€tenΒ pro Woche.Β 

Es geht nicht darum, von heute auf morgen alles perfekt zu machen. Oft sind viele kleine VerÀnderungen wirksamer als ein großer Vorsatz, der nach wenigen Wochen wieder aufgegeben wird. 
Sie müssen also kein Leistungssportler werden: Bereits der Weg von einer unterdurchschnittlichen zu einer guten kârperlichen Fitness bietet nach aktuellem wissenschaftlichem Stand einen besonders großen gesundheitlichen Mehrwert. Entscheidend ist vor allem, dauerhaft aktiv zu bleiben und lange Sitzzeiten regelmÀßig zu unterbrechen. 

Welche Rolle spielt Physiotherapie?Β 

RegelmÀßige Bewegung ist eine wirksame Maßnahme, um das Fortschreiten einer Arteriosklerose positiv zu beeinflussen. Sie verbessert unter anderem die Funktion der GefÀße, unterstützt die Blutdruckregulation und kann sich günstig auf viele weitere Risikofaktoren auswirken. 

Die Behandlung kann den KΓΆrper also dabei unterstΓΌtzenΒ 

die Durchblutung der Muskulatur zu verbessern
neue kleine BlutgefÀße zu bilden
Muskeln und Faszien zu lockern
Gelenke besser zu versorgen und beweglicher zu machen.

DarΓΌber hinaus kann die Behandlung das Nervensystem beruhigen und dabei helfen, die Muskelkoordination zu verbessern. Die Muskulatur kann sich so besser an eine geringere Sauerstoffversorgung anpassen. Dadurch kann einer zunehmenden MuskelschwΓ€che und einem Abbau der Muskulatur (Muskelatrophie) entgegengewirkt werden.Β 

Unser Team unterstΓΌtzt Sie gerne dabei, ein individuelles Bewegungsprogramm zu entwickeln. Individuell angepasst an Ihre Beschwerden, Ihre Belastbarkeit und mΓΆgliche Begleiterkrankungen.Β 

Bei der digitalen Subtraktionsangiographie wird zunÀchst eine Rântgenaufnahme vom GefÀß ohne Kontrastmittel angefertigt.

Fazit

Mit zunehmendem Alter ist ArterioskleroseΒ sehr hΓ€ufig – fast alle Menschen ΓΌber 80 haben in irgendeiner Form GefÀßverΓ€nderungen.

Aber: Wie stark sie ausgeprΓ€gt ist und ob sie Beschwerden macht, ist sehr unterschiedlich und kann beeinflusst werden.Β 

Arteriosklerose ist eine ernsthafte, aber behandelbare Erkrankung, die durch Faktoren wie hohen Blutdruck, Rauchen und ungesunde ErnÀhrung begünstigt wird. Obwohl Medikamente wichtig sind, sind eine gesunde ErnÀhrung, regelmÀßige Bewegung und das Vermeiden von Risikofaktoren entscheidend, um das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen oder zu verlangsamen. Mit der richtigen Lebensweise und Àrztlicher oder therapeutischer Unterstützung kânnen Sie Ihre GefÀße schützen und das Risiko für schwerwiegende Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich verringern. 

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