Hoffnung für Patienten mit wiederkehrenden Hirntumoren
Das Glioblastom zählt zu den aggressivsten Hirntumoren überhaupt. Trotz moderner Behandlungsverfahren wie Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie kommt es bei den meisten Patienten zu einem Rückfall. Für Betroffene mit einem rezidivierenden Glioblastom waren die therapeutischen Möglichkeiten bislang begrenzt.
Eine jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte klinische Studie liefert jedoch vielversprechende neue Erkenntnisse: Die Kombination aus der minimal-invasiven Laser Interstitial Thermal Therapy (LITT) und der Immuntherapie Pembrolizumab konnte die Überlebenszeit von Patienten mit hochgradigem Astrozytom bzw. Glioblastom signifikant verlängern.
Warum Immuntherapien bei Hirntumoren bislang nur eingeschränkt wirken
Immuntherapien haben die Behandlung verschiedener Krebsarten in den vergangenen Jahren revolutioniert. Bei Tumorarten wie dem Melanom oder bestimmten Formen des Lungenkrebses konnten sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren die Prognose vieler Patienten deutlich verbessern.
Beim Glioblastom blieben diese Erfolge bisher jedoch weitgehend aus. Der Grund liegt unter anderem in der Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn schützt, gleichzeitig aber auch den Zugang von Immunzellen und Medikamenten zum Tumorgewebe erschwert. Dadurch kann das körpereigene Immunsystem den Tumor oft nicht ausreichend erkennen und bekämpfen.
Lasertherapie als Schlüssel zur Aktivierung der Immunantwort
Genau hier setzt die Laser Interstitial Thermal Therapy (LITT) an. Bei diesem minimal-invasiven Verfahren wird unter MRT-Kontrolle eine feine Lasersonde präzise in den Tumor eingeführt. Durch gezielte Wärmeentwicklung wird das Tumorgewebe zerstört, während das umliegende gesunde Hirngewebe weitgehend geschont wird.
Darüber hinaus hat die Behandlung einen weiteren wichtigen Effekt: Die Blut-Hirn-Schranke wird vorübergehend durchlässiger. Gleichzeitig werden Tumorantigene freigesetzt und das Immunsystem aktiviert. Dadurch entstehen optimale Voraussetzungen dafür, dass Immuntherapien wie Pembrolizumab ihre Wirkung entfalten können.
Die Studienergebnisse im Überblick
Die randomisierte Phase-1/2b-Studie untersuchte Patienten mit rezidivierendem hochgradigem Astrozytom. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Vorteil für die Kombination aus LITT und Pembrolizumab:
| Endpunkt | LITT + Pembrolizumab | Vergleichsgruppe |
|---|---|---|
| Medianes Gesamtüberleben | 11,8 Monate | 5,2 Monate |
| 18-Monats-Überleben | 42 % | 0 % |
| Progressionsfreies Überleben | 4,5 Monate | 1,6 Monate |
| Ansprechrate | 27 % | 0 % |
Besonders bemerkenswert ist die Verdopplung des medianen Gesamtüberlebens von 5,2 auf 11,8 Monate. Zudem lebten nach 18 Monaten noch 42 Prozent der Patienten der Kombinationsgruppe, während in der Vergleichsgruppe kein Patient diesen Zeitraum erreichte.
Beta Klinik Bonn: Langjährige Erfahrung mit LITT
Die Beta Klinik Bonn gehört zu den wenigen Zentren in Europa, die die Laser Interstitial Thermal Therapy seit Jahren erfolgreich einsetzen. Das Verfahren wird sowohl bei primären und rezidivierenden Hirntumoren als auch bei ausgewählten Formen der pharmakoresistenten Epilepsie angewendet.
Zu den Einsatzgebieten zählen unter anderem:
- Glioblastome
- IDH-mutierte Astrozytome
- Hirnmetastasen
- Hippokampussklerosen
- Hypothalamushamartome
- Kavernome
„Wir begrüßen diese Studienergebnisse, die unsere klinische Erfahrung mit LITT wissenschaftlich untermauern. Als eines der erfahrensten LITT-Zentren in Europa können wir Patienten mit Hirntumoren und Epilepsie dieses minimal-invasive Verfahren mit hoher Sicherheit und Präzision anbieten.“
Minimal-invasive Behandlung mit Zukunftspotenzial
Die aktuellen Studiendaten deuten darauf hin, dass die Kombination aus Lasertherapie und Immuntherapie einen wichtigen Fortschritt in der Behandlung rezidivierender Hirntumoren darstellen könnte. Durch die Verbindung einer präzisen lokalen Tumorbehandlung mit einer systemischen Aktivierung des Immunsystems eröffnen sich neue Perspektiven für Patienten, bei denen bisher nur wenige wirksame Therapieoptionen zur Verfügung standen.
Die Beta Klinik Bonn verfolgt diese Entwicklung aktiv und bietet Patienten Zugang zu modernen, minimal-invasiven Behandlungskonzepten auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Quellen:
Campian JL et al. (2026): Laser interstitial thermal therapy and adjuvant pembrolizumab in recurrent high-grade astrocytoma: a Phase 1/randomized Phase 2b trial. Nature Communications 17:1763. DOI: 10.1038/s41467-026-69522-w.