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Schlaganfall vorbeugen und behandeln
Schwindel: Ursachen, Symptome und Behandlung
Therapie in der Neurologie der Beta Klinik Bonn
Schlaganfall vorbeugen und behandeln
Schlaganfall vorbeugen? Das ist möglich. Rund 70 bis 80 Prozent aller Schlaganfälle gelten als vermeidbar. Wer die wichtigsten Risikofaktoren kennt und gezielt gegensteuert, kann sein persönliches Risiko erheblich senken, unabhängig vom Alter.
Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Rauchen und Bewegungsmangel zählen zu den häufigsten Ursachen. Doch gerade diese Faktoren lassen sich durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Vorsorge wirksam beeinflussen. Die Expertinnen und Experten der Neurologie an der Beta Klinik Bonn unterstützen Sie gerne in der persönlichen Risikobewertung und bei der Senkung Ihrer Risikofaktoren als Teil der präventiven Neurologie.
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Schlaganfall: Das Wichtigste in Kürze
- Ursachen & Risikofaktoren: Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzlich unterbrochene Blutversorgung im Gehirn – ausgelöst durch Blutgerinnsel (80 %) oder ein geplatztes Gefäß (20 %). Die größten Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Arteriosklerose, Diabetes, Rauchen und Bewegungsmangel.
- Erkennen & Handeln: Mit dem FAST-Test lassen sich klassische Schlaganfall-Symptome schnell identifizieren. Frauen zeigen dabei häufiger unspezifische Begleitsymptome wie Erschöpfung oder Übelkeit, die leicht übersehen werden.
- Vorbeugung durch Lebensstil: Bis zu 80 % aller Schlaganfälle sind vermeidbar. Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Rauchstopp, maßvoller Alkoholkonsum und ausreichend Trinken (mindestens 1,5 Liter täglich) senken das persönliche Risiko erheblich.
- Medizinische Vorsorge: Regelmäßige Blutdruckkontrollen und Vorsorgeuntersuchungen sind essenziell – insbesondere ab 50 Jahren. Bei Erkrankungen wie Vorhofflimmern oder Diabetes können zusätzlich Medikamente wie Antihypertensiva, Antikoagulanzien oder Statine sinnvoll sein.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem die Blutversorgung eines Hirnbereichs plötzlich unterbrochen wird – mit schwerwiegenden Folgen für betroffene Nervenzellen, die innerhalb von Minuten absterben können. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto größer sind die Chancen auf Erholung.
Medizinisch wird in zwei Hauptformen unterschieden:
- Ischämischer Schlaganfall (ca. 80 %): Ein Blutgerinnsel verstopft ein Hirngefäß und unterbricht die Sauerstoffversorgung. Häufige Ursachen sind Arteriosklerose oder Vorhofflimmern, bei dem sich Gerinnsel im Herzen bilden und ins Gehirn verschleppt werden.
- Hämorrhagischer Schlaganfall (ca. 20 %): Ein Blutgefäß im Gehirn platzt, es kommt zu einer Blutung ins Hirngewebe. Bluthochdruck ist hier der häufigste Auslöser.
Beide Formen können bleibende Schäden hinterlassen, von Lähmungen über Sprach- und Sehstörungen bis hin zu kognitiven Einschränkungen. Deshalb gilt bei jedem Verdacht: sofort den Notruf 112 wählen.
Schlaganfall erkennen: FAST-Test
Klassische Schlaganfall-Symptome treten plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Bei Verdacht sollte sofort nach dem FAST-Test gehandelt werden.
Risikofaktoren und Ursachen für einen Schlaganfall
Ein Schlaganfall entsteht, wenn die Blutversorgung eines Hirnbereichs plötzlich unterbrochen wird. In rund 80 Prozent der Fälle liegt ein ischämischer Schlaganfall vor - verursacht durch ein Blutgerinnsel, das ein Hirngefäß verstopft. Die restlichen 20 Prozent sind hämorrhagische Schlaganfälle, bei denen ein Blutgefäß im Gehirn platzt.
Zu den häufigsten Ursachen eines Schlaganfalls zählen:
- Bluthochdruck (Hypertonie): der größte einzelne Risikofaktor. Dauerhaft erhöhter Druck schädigt Gefäßwände und begünstigt sowohl Gerinnsel als auch Blutungen.
- Vorhofflimmern: Herzrhythmusstörung, bei der sich im Vorhof Blutgerinnsel bilden können, die ins Gehirn verschleppt werden.
- Arteriosklerose: Ablagerungen in den Gefäßwänden (Plaques) verengen Blutgefäße und können abbrechen, was Gerinnsel auslöst.
- Diabetes mellitus: Chronisch erhöhter Blutzucker schädigt die Gefäßwände und beschleunigt Arteriosklerose erheblich.
- Rauchen: Nikotin und Kohlenmonoxid schädigen Gefäße, erhöhen den Blutdruck und fördern die Gerinnselbildung.
- Übergewicht & Bewegungsmangel: Beide Faktoren erhöhen Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte - und damit das Schlaganfallrisiko mittelbar.
Herzgesundheit und Schlaganfall
Nicht immer kündigt sich ein Schlaganfallrisiko durch Beschwerden an. Schätzungen zufolge leiden rund 4,2 % der Bevölkerung an einer relevanten Carotisstenose – und etwa 15 % aller Schlaganfälle in Deutschland lassen sich auf eine solche Gefäßverengung zurückführen. Viele Betroffene wissen nichts davon.
Mittels Gefäßultraschall lassen sich nicht nur Strömungsverhältnisse messen, sondern auch frühe arteriosklerotische Veränderungen erkennen und das individuelle Embolierisiko einschätzen. Eine Vorsorgeuntersuchung beim Angiologen kann daher entscheidend sein – besonders ab 50 Jahren oder bei bekannten Risikofaktoren wie Rauchen oder erhöhten Cholesterinwerten. Die Angiologen der Beta Klinik unterstützen Sie gerne bei der Vorsorge.
Bluthochdruck als Ursache eines Schlaganfalls
Bluthochdruck ist der wichtigste veränderbare Risikofaktor für einen Schlaganfall. Er verursacht schleichende Schäden an Gefäßwänden, ohne dass Betroffene zunächst Beschwerden spüren. Deshalb wird Hypertonie auch als „stiller Killer“ bezeichnet.
Bereits bei Werten über 140 mmHg (systolisch) steigt das Schlaganfallrisiko messbar. Für Menschen mit Diabetes oder vorherigen Gefäßerkrankungen gelten engere Zielwerte. Regelmäßige Blutdruckmessungen – mindestens einmal jährlich beim Arzt – sind essenziell.
Hier ein Überblick über die Werte und ihr Schlaganfallrisiko:
Systolischer Wert | Bewertung | Schlaganfallrisiko |
unter 120 mmHg | Optimal | Sehr gering |
120-129 mmHg | Normal | Gering |
130-139 mmHg | Hochnormal | Leicht erhöht – Kontrolle empfohlen |
140-159 mmHg | Hypertonie Grad 1 | Erhöht – ärztliche Behandlung nötig |
160-179 mmHg | Hypertonie Grad 2 | Deutlich erhöht – dringend behandeln |
ab 180 mmHg | Hypertonie Grad 3 | Sehr hohes Risiko – Notfall |
Schlaganfall bei Frauen und Männern
Die Symptome bei einem Schlaganfall sind bei Männern und Frauen weitgehend identisch – Frauen berichten jedoch häufiger über unspezifische Begleitsymptome, die leicht übersehen werden.
Typische Symptome (Frauen und Männer) | Häufiger bei Frauen |
Plötzliche Lähmung oder Taubheit einer Körperhälfte | Starke Erschöpfung und allgemeines Unwohlsein |
Einseitig hängendes Gesicht, schiefes Lächeln | Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen |
Plötzliche Sprachstörung oder Sprachverständnisprobleme | Übelkeit oder Erbrechen |
Sehstörungen auf einem oder beiden Augen | Schluckauf und Atemnot |
Starker, plötzlicher Kopfschmerz ohne erklärbaren Grund | Schmerzen in Brust, Arm oder Bein |
Schwindelgefühl und Gleichgewichtsstörungen | Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht |
Wichtig: Auch wenn Symptome nur kurz auftreten und von selbst verschwinden, kann eine transitorische ischämische Attacke (TIA) – ein Mini-Schlaganfall – vorliegen. Die TIA ist ein ernstes Warnsignal und erfordert umgehend ärztliche Abklärung.
Schlaganfall vorbeugen: Lebensstil verbessern
Bis zu 80 Prozent aller Schlaganfälle gelten als vermeidbar. Gezielte Veränderungen im Alltag können das persönliche Risiko erheblich senken - unabhängig vom Alter. Die folgenden Faktoren spielen eine große Rolle in der Vorbeugung eines Schlaganfalls:
- Mindestens 150 Minuten moderate Ausdauer pro Woche (z.B. zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen)
- Bereits 30 Minuten täglich senken Blutdruck und Blutfettwerte messbar
- Krafttraining 2x wöchentlich verbessert die Gefäßgesundheit zusätzlich
- Sitzendes Verhalten durch aktive Pausen unterbrechen
- Jeder verlorene BMI-Punkt senkt den Blutdruck spürbar
- Bauchumfang besonders relevant: unter 94 cm (Männer), unter 80 cm (Frauen)
- Mediterrane Ernährung gilt als besonders hilfreich zur Vorbeugung von einem Schlaganfall
- Weniger Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren schonen Gefäße
- Raucher haben ein 2- bis 3-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko gegenüber Nichtrauchern
- Bereits nach einem Jahr ohne Rauchen halbiert sich das Risiko signifikant
- Nach 5 Jahren ohne Tabak nähert sich das Risiko dem von Nichtrauchern an
- Auch Passivrauchen erhöht das vaskuläre Risiko
- Mehr als ein Standarddrink täglich erhöht das Schlaganfallrisiko
- Starker Alkoholkonsum (Binge Drinking) ist ein akuter Risikofaktor
- Vorhofflimmern wird durch Alkohol nachweislich begünstigt
- Je weniger Alkohol getrunken wird, desto besser

Schlaganfall vorbeugen durch ausreichend Trinken
Bei Dehydration wird das Blut dickflüssiger und die Gefahr von Blutgerinnseln steigt. Expertinnen und Experten empfehlen deshalb, mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich zu trinken - am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Bei Hitze, Sport oder Erkrankungen sollte die Menge entsprechend erhöht werden. Kaffee und Alkohol zählen nicht zur Flüssigkeitszufuhr.

Schlaganfall behandeln in der Beta Klinik
Die Schlaganfall-Spezialistinnen und -Spezialisten der Beta Klinik Bonn führen eine ganzheitliche Diagnostik durch, um Ursachen und Risikofaktoren zu identifizieren und gezielte Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Neben der Sichtung von Vordiagnostik und einer umfassenden neurologischen Untersuchung gehört auch die Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Arterien zum Leistungsspektrum – so erkennt Dr. Monika Jeub Arterienverkalkungen und Engstellen der Halsschlagader frühzeitig. Auch seltene Schlaganfallformen wie Dissektionen oder juvenile Schlaganfälle gehören zum diagnostischen Repertoire. Eine weitere wichtige Säule der Nachsorge ist die kardiologische Diagnostik: In enger Zusammenarbeit mit Kardiologe Prof. Dr. med. Jörg Otto Schwab und Angiologe Dr. med. Sven Hausen werden kardial bedingte Ursachen wie Vorhofflimmern zuverlässig erkannt und behandelt.
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Häufig gestellte Fragen zum Schlaganfall
Ab welchem Blutdruck ist man schlaganfallgefährdet?
Ab einem systolischen Wert von dauerhaft über 140 mmHg spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie Grad 1), der das Schlaganfallrisiko messbar erhöht. Werte zwischen 130 und 139 mmHg gelten als hochnormal und sollten ärztlich beobachtet werden – insbesondere bei weiteren Risikofaktoren. Werte ab 180 mmHg sind ein medizinischer Notfall. Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Messwert, sondern das dauerhafte Druckniveau über Wochen und Monate.
Wie kann man einem Schlaganfall vorbeugen?
Ab einem systolischen Wert von dauerhaft über 140 mmHg spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie Grad 1), der das Schlaganfallrisiko messbar erhöht. Werte zwischen 130 und 139 mmHg gelten als hochnormal und sollten ärztlich beobachtet werden – insbesondere bei weiteren Risikofaktoren. Werte ab 180 mmHg sind ein medizinischer Notfall. Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Messwert, sondern das dauerhafte Druckniveau über Wochen und Monate.
Hilft viel Trinken wirklich, einen Schlaganfall zu verhindern?
Ja – ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist eine unterschätzte Schutzmaßnahme. Bei Dehydration wird das Blut zähflüssiger, was die Neigung zur Gerinnselbildung erhöht. Empfohlen werden mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßte Getränke täglich. Besonders ältere Menschen unterschätzen oft ihren Bedarf, da das Durstempfinden im Alter abnimmt. Bei Hitze oder körperlicher Belastung sollte man entsprechend mehr trinken.
Welche Medikamente helfen, einem Schlaganfall vorzubeugen?
Ja – ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist eine unterschätzte Schutzmaßnahme. Bei Dehydration wird das Blut zähflüssiger, was die Neigung zur Gerinnselbildung erhöht. Empfohlen werden mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßte Getränke täglich. Besonders ältere Menschen unterschätzen oft ihren Bedarf, da das Durstempfinden im Alter abnimmt. Bei Hitze oder körperlicher Belastung sollte man entsprechend mehr trinken.
Welche Personen sind besonders schlaganfallgefährdet?
Zu den Hauptrisikogruppen zählen Menschen mit Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, erhöhten Blutfettwerten, starkem Übergewicht sowie Raucher und Personen mit regelmäßig starkem Alkoholkonsum. Das Risiko steigt ab dem 55. Lebensjahr deutlich an und erhöht sich weiter, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen oder eine familiäre Vorbelastung besteht.
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Quellenangaben
- S3-Leitlinie Schlaganfall: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-011
- Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: https://www.schlaganfall-hilfe.de/