Lymphödem und Lipödem: Unterschiede und Therapie

Zwei Beine mit Lymphödem

Lipödem und Lymphödem sind Erkrankungen des Lymphsystems und gehen beide mit schweren, geschwollenen und „dicken“ Beinen einher.  Auch Spannungsgefühle oder Schmerzen können Anzeichen für ein Lymphödem oder ein Lipödem sein. Aber wo liegt zwischen den beiden Erkrankungen der Unterschied?

Eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Erkrankungen des Lymphsystems spielen Bewegung, Kompression, manuelle Lymphdrainage, ausgewogene Ernährung und eine konsequente Hautpflege. Im Fachbereich Physiotherapie in der Beta Klinik zählt die manuelle Lymphdrainage zu einer der angebotenen Therapiemöglichkeiten und kann bei entsprechender Indikation vom Arzt verordnet werden.

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Physiotherapie in Bonn

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Was ist das Lymphsystem – und warum ist es so wichtig?

Das Lymphsystem ist ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Es hilft dem Körper, Krankheitserreger zu bekämpfen, transportiert überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe zurück in den Blutkreislauf und spielt eine Rolle bei der Fettaufnahme im Darm.

Man kann es sich wie ein feines Netz aus Gefäßen vorstellen – den Lymphgefäßen – die sich durch den gesamten Körper ziehen, ähnlich wie unser Blutkreislauf. Die sogenannte Lymphe, eine klare Flüssigkeit, wird unterwegs in Lymphknoten gefiltert, deren Aufgabe darin besteht, Krankheitserreger abzuwehren.

Das Lymphsystem wird beispielhaft dargestellt.

Lymphatische Organe im Körper

Wichtige lymphatische Organe wie Milz, Thymus und Mandeln unterstützen zusätzlich die Immunabwehr. Der Milchbrustgang (befindet sich innerhalb des Brustkorbes) ist das größte Lymphgefäß und leitet die gereinigte Lymphe zurück in den Blutkreislauf. Dieses System sorgt dafür, dass Flüssigkeit abtransportiert, das Immunsystem gestärkt und der Körper geschützt wird.

Das Lymphsystem hat – anders als der Blutkreislauf – keine zentrale Pumpe wie das Herz. Stattdessen erfolgt der Transport der Lymphflüssigkeit durch die rhythmische Kontraktion der Lymphgefäße, die durch äußere Einflüsse wie Muskelbewegungen und Atembewegungen erfolgt. Ebenfalls wichtig sind die Venen- oder auch Lymphklappen. Sie sorgen dafür, dass die Lymphflüssigkeit nur in Richtung Herz fließen kann. Ohne sie könnte die Lymphe zurückfließen und sich im Gewebe stauen.

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem, also eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, zeigt sich meist einseitig im Arm und/oder Bein, selten im Rumpfbereich, kann aber auch beidseits auftreten. Es entsteht, wenn das Lymphsystem aus unterschiedlichen Gründen beeinträchtigt oder geschädigt ist. Als Folge kann die Flüssigkeit im Gewebe nicht mehr richtig abtransportiert werden. Hierbei sind Frauen auffällig häufiger betroffen als Männer.

Wenn Sie also nach einer Operation oder Krankheit Schwellungen an Armen oder Beinen bemerken, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen. Je früher ein Lymphödem erkannt wird, desto besser lässt es sich behandeln.

Es gibt zwei Hauptformen:

Angeboren – das primäre Lymphödem

Hier ist das Lymphsystem von Geburt an nicht richtig entwickelt. Die Schwellung kann schon früh im Leben auftreten – manchmal als Kind, in der Pubertät oder erst im Erwachsenenalter. Nur etwa 1 % aller Lymphödeme sind laut S2k Leitlinie angeboren, dementsprechend ist es eine seltene Form der Erkrankung. Risikofaktoren sind hier oft vererbte Fehlbildungen der Lymphgefäße oder -knoten.

Erworben – das sekundäre Lymphödem

Diese Form entsteht durch eine Schädigung des Lymphsystems, z. B. nach einer Operation, bei der Lymphknoten entfernt werden mussten. Das erworbene Lymphödem ist mit 1-2 % der Gesamtbevölkerung in Industrieländern viel häufiger als das angeborene Lymphödem. Bei Gebärmutter- oder Prostatakrebsentfernungen liegt das Risiko, an einem Lymphödem zu erkranken, bei rund 10-30 %, nach Bestrahlung sogar bei ca. 20-40 %. Etwa 20 % der an Brustkrebs-Erkrankten entwickeln innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre ein Lymphödem nach Entfernung der Axillalymphknoten.

Weitere Ursachen sind Infektionen, Verletzungen, Tumorerkrankungen, chronische Venenerkrankungen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch während oder nach einer Schwangerschaft kann ein solches Ödem entstehen.

Zwei Beine in die Luft gestreckt

Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, bei der, im Unterschied zum Lymphödem, nicht die angestaute Lymphe eine Schwellung verursacht, sondern sich die Zellen im Fettgewebe, meist symmetrisch an Beinen oder Armen, überproportional vermehren. Im Gegensatz zum Lymphödem sind Hände und Füße nicht betroffen, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist.

Etwa jede zehnte Frau in Deutschland ist vom Lipödem betroffen, Männer nur in Einzelfällen – meist beginnt es in Phasen hormoneller Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Viele Betroffene werden fälschlicherweise auf Übergewicht oder Adipositas reduziert, obwohl das Lipödem eine eigenständige Erkrankung ist. Diese Fehleinschätzung führt häufig dazu, dass viele Frauen eine lange Reihe von Arztbesuchen und wirkungslosen Diäten hinter sich haben, bis die Diagnose eines Lipödems gestellt wird. Hinzu kommt, dass die Diagnose bei vielen Ärztinnen und Ärzten noch eher unbekannt und generell schwer zu stellen ist.

Typische Symptome eines Lipödems

Ein Lipödem tritt häufig in den Beinen auf und wird daher auch als „Dicke-Beine-Krankheit“ bezeichnet. Viele Betroffene berichten, dass sich ihre Beine schwer und müde anfühlen, vor allem nach längerem Gehen, Stehen oder Sitzen. Die Haut kann empfindlich auf Druck reagieren, und es entsteht oft ein unangenehmes bis hin zu schmerzhaftem Spannungsgefühl.

Weitere Symptome umfassen:

Verstärkte Neigung zu blauen Flecken:

Die Haut wirkt empfindlicher, und kleinste Stöße führen schnell zu sichtbaren Blutergüssen.

Symmetrische Fettansammlungen an bestimmten Körperstellen,

wie den Ober- und Unterarmen und/oder den Ober- und Unterschenkeln: Diese Fettpolster sind meist „weicher” oder „teigiger”, können sich aber auch „fester” und „knotiger” anfühlen.

Im Verlauf kann sich aus einem unbehandelten Lipödem auch ein sekundäres Lymphödem entwickeln – ein sogenanntes Lipolymphödem.

Ein Bein mit Lymphödem unterscheidet sich visuell von einem Bein mit Lipödem.

Wie lassen sich Lymphödem und Lipödem behandeln?

Beide Erkrankungen sind chronisch, sie bestehen also dauerhaft. Trotzdem können sie, in Zusammenarbeit von Betroffenen, Physiotherapeuten, Ärzten, Psychologen, Phlebologen (Venenheilkunde) und vielen weiteren, gut behandelt und kontrolliert werden. Ziele sind, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und eine Verschlimmerung zu verhindern.

Hierbei spielt ein ganzheitlicher Ansatz eine wichtige Rolle. Mit einer ausgewogenen entzündungsarmen Ernährung wird der Körper dabei unterstützt, Wassereinlagerungen zu reduzieren. Vor allem bei einem Lymphödem hilft eine Ernährung mit viel frischem Gemüse, wenig Salzen und hochwertigen Fetten, um die Gewebelast zu verringern. Beim Lipödem kann das Fortschreiten zwar nicht aufgehalten werden, aber es kann zusätzliche Belastung durch Übergewicht vermieden werden.

Auch Bewegung ist ein entscheidender Faktor. Hierdurch wird das Lymphsystem in Schwung gebracht, da Muskeln eine Pumpfunktion übernehmen und so wie eine Lymphdrainage wirken. Gerade bei heißen Temperaturen ist Bewegung im Wasser besonders empfehlenswert. Bewegung lässt sich gut durch regelmäßiges Hochlagern ergänzen. Hierdurch wirkt die Schwerkraft als natürlicher „Ablaufmechanismus”.
Das konsequente Tragen von Kompressionsstrümpfen oder Bandagen hilft, Schwellungen zu verringern und den Lymphfluss zu unterstützen. Die Strümpfe wirken wie eine sanfte Stütze für das Gewebe.

Zusätzlich hierzu ist manuelle Lymphdrainage sehr gut. Sie wird zum Beispiel in Praxen für Physiotherapie, wie in der Beta Klinik Bonn, angeboten und kann von einem Arzt oder einer Ärztin auf Rezept verordnet werden. Zudem ist es wichtig, die Haut zu pflegen, da diese durch den dauerhaft gespannten Zustand sehr empfindlich sein kann. Das dient dazu, Trockenheit, Rissen und dadurch bedingten Infektionen vorzubeugen. Am besten eignen sich feuchtigkeitsspendende Produkte, von denen Sie wissen, dass Ihre Haut diese gut verträgt.

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Physiotherapie in Bonn

Unser Physiotherapie-Team in Bonn besteht aus studierten und ausgebildeten Physiotherapeut:innen sowie Sportwissenschaftler:innen.

Gemeinsam arbeiten wir fachübergreifend und interdisziplinär mit den Ärztinnen und Ärzten der Beta Klinik an Ihrer Rehabilitation nach Operationen und anderen Erkrankungen.

Unser Bestreben ist es, dass Sie Ihren Alltag wieder beschwerdefrei meistern und Ihre Ziele erreichen können. Dabei ist es unser Anliegen, Ursachen und Zusammenhänge Ihrer Beschwerden zu finden und effektiv zu behandeln.

Wie unterscheidet sich die Behandlung von Lymphödem und Lipödem?

Bei einem Lymphödem sind operative Maßnahmen nur selten sinnvoll, da hier eine Entstauungstherapie im Mittelpunkt stehen sollte. Besonders wichtig ist hierbei aber die Gewichtskontrolle, da Übergewicht das Lymphsystem zusätzlich belasten und somit das Ödem zunehmen kann.

Im Unterschied dazu kann bei einem Lipödem eine sogenannte Liposuktion (Fettabsaugung) über die plastische Chirurgie hilfreich sein. Hierbei wird das überschüssige Fettgewebe entfernt, allerdings nur auf Basis einer ganzheitlichen Therapie. Die Gewichtsregulation spielt hier eine nicht so entscheidende Rolle, da sich das sich vermehrende Fettgewebe dadurch nicht beeinflussen lässt. Aber natürlich kann ein gesundes Gewicht zum positiven Verlauf beitragen.

Lipödem und Lymphödem in der Beta Klinik behandeln lassen

In der Beta Klinik Bonn ist die manuelle Lymphdrainage eine angebotene Therapiemöglichkeiten und kann bei entsprechender Indikation vom Arzt bzw. von der Ärztin verordnet werden. Bei Fragen oder zur Terminvereinbarung steht unser Team Ihnen gerne zur Verfügung. Die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen – von Ärzten über Physiotherapeuten bis hin zu Fachärzten – ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung und eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto eher können Betroffene entlastet und Folgeerkrankungen vermieden werden.

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