Diagnostik der Hirntumore
Modernste Diagnostik bei Hirntumoren in der Neuroonkologie der Beta Klinik Bonn
Wir arbeiten eng mit den Radiologen der Beta Klinik und führenden bildgebenden Instituten zusammen. Als erfahrene Neuroonkologische Neurochirurgen betrachten wir Bilder seit Jahrzehnten unter einem spezifischen Fokus: Nicht nur, was ist da? Sondern: Was bedeutet das für die Therapie? Ist es ein Rezidiv oder eine Therapiefolge? Wo muss operiert werden, wo nicht?
Diese jahrzehntelange Erfahrung in der klinisch-therapeutischen Interpretation von MRT, MRT-Perfusion, MR-Spektroskopie und FET-PET macht unsere Expertise in der Bildgebung von Hirntumoren, Glioblastomen, Gliomen, Astrozytomen, Oligodendrogliomen und Hirnmetastasen besonders wertvoll – gerade bei den schwierigen Fragen nach Therapieveränderungen wie Strahlennekrose oder echtem Rezidiv.
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Zentrum für Neuroonkologische Neurochirurgie an der Beta Klinik
"Eine genaue Diagnose – sei es ein Gliom oder eine Metastase – ist der erste und wahrscheinlich wichtigste Schritt in Ihrem Behandlungsprozess. Sie bildet die Grundlage für Ihre Therapie und bestimmt den weiteren Weg."
– Prof Dr. med. Marion Rapp
Inhaltsverzeichnis
Diagnostik der Hirntumore – Rezidiv vs Therapiefolge sicher unterscheiden
Unser Fokus liegt auf dem Tumorrezidiv. Anders als bei der primären Diagnostik eines Hirntumors stellt sich bei unseren Patienten eine andere, oft schwierigere Frage: Ist es ein echtes, behandlungsbedürftiges Tumorrezidiv – oder nur eine Therapieveränderung (z. B. Strahlennekrose, Pseudoprogression), die anders behandelt werden muss?
Die Konsequenzen sind entscheidend:
- Echtes Rezidiv → Operation (oder LITT) + anschließende onkologische Nachbehandlung
- Therapieveränderung → Keine Operation, sondern medikamentöse Therapie (z. B. Kortikosteroide, Bevacizumab) und engmaschige Kontrolle
Diese Unterscheidung ist unsere tägliche klinische Herausforderung – und unsere besondere Expertise.
Unsere Stufendiagnostik für Rezidive
Die entscheidende Frage: Ist es ein echtes, behandlungsbedürftiges Tumorrezidiv – oder nur eine Therapieveränderung wie eine Strahlennekrose? Am
Brain Cancer Center | Beta Klinik Bonn haben wir gemeinsam mit unseren Radiologen ein dreistufiges Diagnostik-System etabliert, um diese Frage zuverlässig zu beantworten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei Stufen im Detail vor.
Stufe 1: Hochauflösende MRT mit Perfusionsanalyse
Wir beginnen mit einer differenzierten MRT-Diagnostik inhouse:
- Hochauflösende kontrastmittelverstärkte MRT (cMRT) – Beurteilung von Lage, Größe und Kontrastmittelaufnahme
- MRT-Perfusion32,60-62 – Analyse der Tumordurchblutung (Vaskularisation)
- MR-Spektroskopie Chemische Eigenschaften63
Die Perfusionsanalyse ist oft der erste Hinweis: Ein echtes Rezidiv zeigt in der Regel eine erhöhte Durchblutung, eine Strahlennekrose eher nicht.
Stufe 2: FET-PET – Metabolische Bildgebung bei unklaren Befunden
Bleibt der Befund nach der MRT unklar – was bei Rezidivpatienten häufig der Fall ist –, führen wir eine metabolische Bildgebung durch: die FET-PET14,41,64,65.
Dabei arbeiten wir eng mit dem Forschungszentrum Jülich zusammen, einem der führenden Zentren für nuklearmedizinische Bildgebung in Europa. Die FET-PET misst den Aminosäurestoffwechsel des Tumors und unterscheidet zuverlässig:
- Hoher Stoffwechsel → echtes Tumorrezidiv
Niedriger/kein Stoffwechsel → Therapiefolge (Strahlennekrose)
Stufe 3: Navigation der FET-PET-Daten in die OP
Wir gehören zu den wenigen Zentren in Deutschland, die FET-PET-Informationen direkt in die Navigation einlesen und intraoperativ nutzen können. Die technische Umsetzung ist anspruchsvoll – bei uns funktioniert sie. So steuern wir während der Operation gezielt die biologisch relevantesten Tumoranteile an.
Die Areale mit erhöhtem Stoffwechsel werden in unser Neuronavigationssystem importiert und mit der MRT fusioniert. So können wir während der Operation gezielt die biologisch relevantesten Tumoranteile ansteuern – für eine präzise Biopsie oder vollständigere Resektion. Das gewonnene Gewebe ist optimal für weiterführende Diagnostik (molekulare Marker) und moderne Therapien (personalisierte Impfungen, zielgerichtete Therapien).
FET-PET als Verlaufskontrolle – Mehr als nur MRT
Zusätzlich nutzen wir die FET-PET als regelmäßige Verlaufskontrolle66 bei bösartigen Hirntumoren. Die reine MRT-Morphologie (Größe, Kontrastmittelaufnahme) ist oft nicht ausreichend, um den tatsächlichen Krankheitsverlauf zu beurteilen. Die FET-PET zeigt die Stoffwechselaktivität – und damit früher und zuverlässiger, ob eine Therapie anschlägt oder ein Rezidiv entsteht, – das ermöglicht ein rechtzeitiges Gegensteuern. Für die FET-PET arbeiten wir eng mit dem Forschungszentrum Jülich zusammen, einem der führenden Zentren für nuklearmedizinische Bildgebung in Europa.

Ihr Weg zur individuellen Therapieentscheidung
Unsere Spezialisten der Neuroonkologischen Neurochirurgie analysieren Ihre Bildgebungsdaten umfassend und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Therapieplan. Ob Operation, medikamentöse Behandlung oder Beobachtung – wir stehen Ihnen mit unserer Expertise zur Seite.
Weitere Informationen zu Hirntumorarten und Behandlungsoptionen
Wenn Sie bereits mit der Diagnose Hirntumor konfrontiert wurden und nach spezialisierten, fortschrittlichen Behandlungsmöglichkeiten suchen, bieten wir Ihnen in unserem Zentrum für Hirntumore an der Beta Klinik umfassende Informationen zu spezifischen bösartigen Tumorarten und deren Therapien. Unsere interdisziplinäre Expertise und der Zugang zu innovativen Verfahren ermöglichen eine individuelle Betreuung auf höchstem medizinischem Niveau.
- Glioblastom: Therapie und Prognose
- Gliom: Diagnostik und Behandlung
- Hirnmetastasen: interdisziplinäre Ansätze
- Tumorrezidive von Metastasen oder Gliomen: innovative Therapieoptionen
Unser Ziel ist es, Ihnen eine umfassende und individuelle Betreuung zu bieten, die auf dem neuesten Stand der Wissenschaft basiert.
Ihr erster Schritt zur individuellen Therapie – Schnell und unkompliziert
Mit unserem Befund-Upload können Sie Ihre Unterlagen sicher und schnell an uns übermitteln. Hier können Sie Ihre aktuellen ärztlichen Berichte, Bildgebungsbefunde und andere wichtige Dokumente hochladen. Sobald diese bei uns eingegangen sind, prüft unser Ärzte-Team Ihren Fall und setzt sich umgehend mit Ihnen in Verbindung.
So einfach geht’s:
- Formular ausfüllen: Über unser Online-Kontaktformular unterzeichnen Sie die Datenschutzerklärung und Kostenübernahme.
- Dokumente hochladen: Laden Sie Ihre medizinischen Unterlagen hoch (z. B. Arztbriefe, OP-Berichte, Selbstbewertungsbögen, MRT/CT-Bilder).
- Fallprüfung: Unser Ärzte-Team analysiert Ihre Unterlagen und berät Sie zu den besten Therapieoptionen.
- Die Beratung ist häufig in einem ersten Schritt als online Meeting sinnvoll auch um erste offene Fragen klären. Wenn wir Diagnostik und Therapie empfehlen, erhalten Sie schnell einen Präsenztermin.
Stellen Sie uns gerne Ihre Fragen und vertrauen Sie auf medizinisches Fachwissen, das über die klassischen Standards hinausgeht und unabhängig ist von den Einschränkungen des öffentlichen Gesundheitssystems.
Sie erreichen uns telefonisch unter +49 (0)228 909075-0 oder über unser Kontaktformular.
Ihre Vorteile in der Beta Klinik – Privates Facharzt- und Klinikzentrum in Bonn
Literaturstellen
Hier finden Sie die wissenschaftlichen Fachartikel, die das Fundament unserer Arbeit sind. Alle Arbeiten sind in anerkannten wissenschaftlichen Journalen nach dem sogenannten Peer-review Verfahren veröffentlicht, entsprechen also dem höchsten wissenschaftlichen Standard. Fast alle dieser Arbeiten sind öffentlich zugänglich. Wollen Sie mehr erfahren, kopieren Sie die Literaturstelle in Ihren Browser und Sie finden die Originalarbeit.
- Galldiks N, Stoffels G, Filss C, et al. The use of dynamic O-(2-18F-fluoroethyl)-l-tyrosine PET in the diagnosis of patients with progressive and recurrent glioma. Neuro Oncol. Sep 2015;17(9):1293-300. doi:10.1093/neuonc/nov088
- Jansen NL, Suchorska B, Wenter V, et al. Dynamic 18F-FET PET in newly diagnosed astrocytic low-grade glioma identifies high-risk patients. J Nucl Med. Feb 2014;55(2):198-203. doi:10.2967/jnumed.113.122333
- Langen KJ, Stoffels G, Filss CP, et al. Borderline Findings in O-(2-[(18)F]-Fluoroethyl)-l-Tyrosine PET of Patients with Suspected Glioma Relapse: Role in Clinical Practice. J Nucl Med. Feb 3 2025;66(2):187-193. doi:10.2967/jnumed.124.268768
- Singnurkar A, Poon R, Detsky J. 18F-FET-PET imaging in high-grade gliomas and brain metastases: a systematic review and meta-analysis. J Neurooncol. Jan 2023;161(1):1-12. doi:10.1007/s11060-022-04201-6
- Galijasevic M, Steiger R, Mangesius S, et al. Magnetic Resonance Spectroscopy in Diagnosis and Follow-Up of Gliomas: State-of-the-Art. Cancers (Basel). Jun 29 2022;14(13)doi:10.3390/cancers14133197
- Everard A, Versnel D, Ruijters V, et al. Comparison of (18)F-FET-PET- and MRI-based target definition for re-irradiation treatment of recurrent diffuse glioma. Clin Transl Radiat Oncol. May 2025;52:100931. doi:10.1016/j.ctro.2025.100931
- Harat M, Miechowicz I, Rakowska J, Zarebska I, Malkowski B. A Biopsy-Controlled Prospective Study of Contrast-Enhancing Diffuse Glioma Infiltration Based on FET-PET and FLAIR. Cancers (Basel). Mar 24 2024;16(7)doi:10.3390/cancers16071265
- Larsen VA, Simonsen HJ, Law I, Larsson HB, Hansen AE. Evaluation of dynamic contrast-enhanced T1-weighted perfusion MRI in the differentiation of tumor recurrence from radiation necrosis. Neuroradiology. Feb 2013;55(3):361-9. doi:10.1007/s00234-012-1127-4