Prostata vergrößert: Behandlung mit Rezum™-Therapie

Eine vergrößerte Prostata (benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH) zählt zu den häufigsten urologischen Erkrankungen des Mannes und schränkt die Lebensqualität oft erheblich ein. Für betroffene Patienten bietet das Team der Urologie Bonn mit Spezialisierung auf die Andrologie ein modernes minimalinvasives Behandlungsverfahren an: die Rezum™-Therapie. Mithilfe von gezielt eingebrachtem Wasserdampf wird überschüssiges Prostatagewebe schonend verkleinert. Der Eingriff erfolgt vollständig durch die Harnröhre – ganz ohne äußeren Schnitt, ohne lange Ausfallzeiten und mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erhalt der sexuellen Funktion.

Im Zentrum der urologischen Klinik der Beta Klinik Bonn wird unter der Leitung des renommierten Urologen Prof. Dr. med. Sebastian Wille gemeinsam mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller und Stephan Möllers das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum urologischer Erkrankungen angeboten. Die Patienten profitieren dabei von langjähriger Expertise, modernster Medizintechnik und einer individuell auf jeden Einzelfall abgestimmten Behandlung.

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Vergrößerte Prostata: Das Wichtigste im Überblick

  • Was ist eine vergrößerte Prostata? Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse, die vor allem ab dem 50. Lebensjahr auftritt und den Harnabfluss durch Druck auf die Harnröhre behindert.
  • Typische Beschwerden: Häufiger Harndrang – besonders nachts –, abgeschwächter Harnstrahl, verzögerter Beginn des Wasserlassens, Nachträufeln und das Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung schränken die Lebensqualität deutlich ein.
  • Behandlungsmöglichkeiten: Je nach Schweregrad reichen die Optionen von Lebensstilanpassungen und Medikamenten bis hin zur minimalinvasiven Rezum-Wasserdampftherapie.
  • Wichtig zu wissen: Eine vergrößerte Prostata ist kein Krebs, sollte aber urologisch abgeklärt werden – frühzeitige Diagnostik und individuelle Therapie können die Beschwerden zuverlässig lindern und die Lebensqualität erhalten.

Vergrößerte Prostata: Symptome

Eine vergrößerte Prostata, medizinisch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet, ist eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse und tritt vor allem bei Männern ab dem mittleren Lebensalter auf. Die Prostata umschließt den Anfang der Harnröhre direkt unterhalb der Blase. Wächst sie, drückt sie zunehmend auf die Harnröhre und behindert dadurch den Harnabfluss. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, stehen aber im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen im Alter. Es handelt sich ausdrücklich nicht um Krebs, dennoch kann die Erkrankung die Lebensqualität spürbar einschränken und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Typische Symptome:

  • Häufiger Harndrang, besonders nachts (Nykturie)
  • Abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl
  • Verzögerter Beginn des Wasserlassens (Startschwierigkeiten)
  • Nachträufeln nach dem Wasserlassen
  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
  • Plötzlicher, kaum aufschiebbarer Harndrang
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen (eher in fortgeschrittenen Fällen)
  • Im Extremfall akuter Harnverhalt, der ein medizinischer Notfall ist

Viele der Symptome sind auch typisch für eine normale Blasenentzündung. Umso wichtiger ist es, ärztlichen Rat aufzusuchen, wenn die genannten Symptome gehäuft auftreten.

Vergrößerte Prostata behandeln

Die Therapie einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) richtet sich nach Beschwerdebild, Drüsengröße und individueller Lebenssituation. Bei leichten Symptomen genügen häufig Lebensstilanpassungen wie reduzierte Flüssigkeitsaufnahme am Abend, der Verzicht auf Koffein und Alkohol sowie pflanzliche Präparate. Reicht das nicht aus, kommen Medikamente zum Einsatz – vor allem Alpha-Blocker zur Muskelentspannung und 5-Alpha-Reduktase-Hemmer zur Verkleinerung der Drüse. Bei stärkeren Beschwerden empfehlen wir die schonende minimalinvasive Rezum-Wasserdampftherapie.

Die Rezum-Methode: minimalinvasiv und schonend

Die Rezum-Methode hebt sich unter den modernen Verfahren besonders hervor, da sie minimalinvasiv und außerordentlich schonend arbeitet. Über ein sehr dünnes Kunststoffröhrchen mit integrierter Kamera wird Wasserdampf direkt in das Prostatagewebe eingebracht. Am Ende des Röhrchens befindet sich eine feine Nadel, die kontrollierte Mengen an 70 Grad warmem Wasserdampf gezielt in den zu behandelnden Bereich abgibt. Jeder Dampfstoß dauert nur wenige Sekunden, und der gesamte Eingriff ist bereits nach etwa fünf Minuten abgeschlossen.

 

"Die Symptome einer Benignen Prostatahyperplasie langfristig mindern und dabei die Sexualfunktion erhalten ist mit der Rezum-Methode endlich möglich. Gleichzeitig ist diese Prostata-OP besonders schonend und minimalinvasiv."

Rezum-Therapie: Ablauf

Zu Beginn der Operation wird eine Harnröhren- und Blasenspiegelung durchgeführt. Nach örtlicher Betäubung der Prostata wird von der Harnröhre ausgehend Wasserdampf an verschiedenen Stellen in die Prostata appliziert. Die Anzahl der Injektionen richtet sich nach der Prostatagröße. Insgesamt dauert das Verfahren nur wenige Minuten.

Drei Diagramme der Prostata vor, während und nach einer Behandlung mit Dampf.

Über eine spezielle Nadel wird Wasserdampf gezielt und kontrolliert direkt in die betroffene Region der Prostata geleitet. Dabei verteilt sich der Wasserdampf gleichmäßig zwischen den Gewebezellen innerhalb der Prostata. Das verödete Gewebe wird im Laufe des natürlichen Heilungsprozesses vom Körper absorbiert, wodurch sich das Volumen der Prostata verringert. Das Ergebnis der Behandlung ist auf dem rechten Schaubild zu sehen. Die Schonzeit nach einer Prostata-OP wird durch die Rezum-Therapie deutlich verkürzt.

Rezum-Therapie: Vorteile gegenüber anderen Therapien

Kriterium Rezum-Methode Andere Therapien (Medikamente, TURP, Laserverfahren)
Eingriffsdauer ca. 5 Minuten 60–120 Minuten (OP) bzw. dauerhafte Einnahme bei Medikamenten
Art des Eingriffs minimalinvasiv, ambulant möglich von nicht-invasiv (Medikamente) bis invasiv-stationär (TURP)
Anästhesie meist lokale Betäubung oder leichte Sedierung keine (Medikamente) oder Vollnarkose/Spinalanästhesie (OP)
Schmerzen während des Eingriffs keine keine unter Narkose, jedoch oft postoperative Beschwerden
Erhalt der Erektionsfunktion ja, in der Regel vollständig erhalten Risiko von Funktionsstörungen (OP) bzw. mögliche Nebenwirkungen (Medikamente)
Erhalt der Ejakulationsfunktion ja, in der Regel vollständig erhalten häufig eingeschränkt (retrograde Ejakulation bei OP, Störungen bei 5-Alpha-Reduktase-Hemmern)
Wirkungseintritt erste Verbesserung nach wenigen Wochen, volle Wirkung nach ca. 3 Monaten unmittelbar (OP) bzw. Tage bis Monate (Medikamente)
Dauer der Wirkung langfristig, da Gewebe abgebaut wird langfristig (OP) bzw. nur bei kontinuierlicher Einnahme (Medikamente)
Erholungszeit sehr kurz, schnelle Rückkehr in den Alltag 1–3 Wochen oder länger (OP), entfällt bei Medikamenten
Krankenhausaufenthalt meist nicht nötig mehrere Tage (OP), entfällt bei Medikamenten
Blutungsrisiko sehr gering gering bis erhöht (je nach OP-Verfahren)
Tägliche Tabletteneinnahme nicht erforderlich dauerhaft erforderlich bei medikamentöser Therapie
Geeignet für Patienten mit Blutverdünnern ja, gut geeignet eingeschränkt (TURP) bis bedingt geeignet (Laser, Medikamente)

Fazit: Die Rezum-Methode vereint die Vorteile mehrerer Ansätze: Sie wirkt nachhaltig wie eine Operation, ist aber so schonend wie ein minimalinvasiver Eingriff – ohne tägliche Medikamenteneinnahme und mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit, die sexuelle Funktion vollständig zu erhalten.

Schonzeit nach Prostata-OP

Die Schonzeit nach einer Prostata-OP wird durch die in der Beta Klinik verwendete Rezum Methode deutlich verkürzt. Mehr Informationen zum neuen von Boston Scientific entwickelten Verfarhren erfahren Sie auf unserem Blog.

Urologie und Andrologie in der Beta Klinik

Kompetenz bei Prostataerkrankungen

In der Beta Klinik Bonn arbeiten Urologie und Andrologie eng miteinander verzahnt – ein Konzept, von dem auch Männer mit Prostataerkrankungen besonders profitieren. So lassen sich nicht nur die typischen Beschwerden einer vergrößerten Prostata wie Harndrang- oder Blasenentleerungsstörungen behandeln, sondern auch begleitende Themen wie Erektions- und Ejakulationsstörungen oder hormonelle Veränderungen ganzheitlich mitbetrachten.

Unser interdisziplinäres Team um Prof. Dr. med. Sebastian Wille, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller und Stephan Möllers deckt das gesamte Spektrum der modernen Prostatamedizin ab – von der Prostatakrebsvorsorge und Diagnostik über medikamentöse Therapien bis hin zu schonenden Verfahren wie der Rezum-Methode und komplexen operativen Eingriffen.

 

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Häufige Fragen zur Prostatavergrößerung und dem Rezum-Verfahren

Kann sich eine vergrößerte Prostata wieder verkleinern?

Von selbst verkleinert sich eine vergrößerte Prostata in der Regel nicht – die Hyperplasie ist hormonell bedingt und schreitet mit dem Alter eher fort. Mit bestimmten Medikamenten wie 5-Alpha-Reduktase-Hemmern lässt sich das Drüsenvolumen jedoch über Monate hinweg reduzieren. Wir empfehlen das minimalinvasive Verfahren der Rezum-Therapie, um die Prostata nachhaltig zu verkleinern.

Erste Veränderungen treten häufig schon ab dem 40. Lebensjahr auf, spürbare Beschwerden beginnen meist um das 50. Lebensjahr. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich – bei über 70-Jährigen ist eine vergrößerte Prostata eher die Regel als die Ausnahme.

Nicht zwangsläufig. Prostatakrebs kann auch in einer normal großen Prostata entstehen und verursacht im Frühstadium oft keine spürbare Vergrößerung. Eine gutartige Vergrößerung (BPH) und Prostatakrebs sind zwei unterschiedliche Erkrankungen, die jedoch gleichzeitig auftreten können. Eine genaue Abklärung erfolgt durch Tastuntersuchung, PSA-Wert, Ultraschall und gegebenenfalls eine Prostata-MRT- oder Biopsiediagnostik.

 

Erste Verbesserungen der Beschwerden zeigen sich meist innerhalb von zwei bis vier Wochen. Die volle Wirkung tritt nach etwa drei Monaten ein, wenn der Körper das behandelte Gewebe weitgehend abgebaut hat. In den ersten Tagen nach dem Eingriff kann ein Blasenkatheter notwendig sein, die Rückkehr in den Alltag ist aber in der Regel sehr schnell möglich.

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und Klinikzentrum in Bonn

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Quellenangaben

  • Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): S2e-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Benignen Prostatasyndroms (BPS)", AWMF-Registernummer 043-034, Stand 2023. Verfügbar unter: awmf.org/de/leitlinien/detail/043-034
  • European Association of Urology (EAU): Guidelines on Management of Non-Neurogenic Male Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS), inkl. Benign Prostatic Obstruction (BPO). Verfügbar unter: org/guidelines/management-of-non-neurogenic-male-luts
  • Wolters M et al. (Medizinische Hochschule Hannover): Vierjahres-Auswertung zur Rezum-Wasserdampfablation bei benigner Prostatahyperplasie. Prostate Cancer and Prostatic Diseases, 2025.