Sprunggelenksarthrose im Anfangsstadium behandeln

Im Anfangsstadium einer Sprunggelenksarthrose können kleine Knorpelschäden problemlos behandelt werden

Unsere Füße sind absolute „Hochleistungsgeräte“. Kein Körperteil wird im Laufe unseres Lebens so stark beansprucht wie die Füße. Zwischen 25 und 57 Prozent unserer Lebenszeit verbringen wir auf ihnen. Sie sind ein überaus komplexes System: Sie bestehen aus 26 Knochen, 27 Gelenken, 32 Muskeln und Sehnen sowie rund 1.700 Nervenenden. „Allein diese Zahlen machen deutlich, dass wir auf unsere Füße achten müssen und der Ursache bei Schmerzen auf den Grund gehen sollten“, sagt Philip Ibe, Orthopäde und Sportmediziner an der Beta Klinik in Bonn. Dazu gehört auch die Arthrose des Sprunggelenks.

Erste Symptome einer Sprunggelenksarthrose erkennen

Etwa ein Prozent aller Erwachsenen leidet unter einer Sprunggelenksarthrose. Sie macht sich anfangs dadurch bemerkbar, dass der Patient das Gefühl hat, sich nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen erst einmal „einlaufen“ zu müssen. Das Gelenk ist häufiger geschwollen und fühlt sich „eingerostet“ an. „Auch körperliche Belastungen spürt der Patient stärker im Gelenk“, beschreibt Ibe die Symptome.

Eine Arthrose entsteht oft durch eine Knorpelschädigung. Die Ursachen dafür sind vielfältig, sie können beispielsweise durch eine lokale Durchblutungsstörung des Knorpelknochens, unfallbedingt oder durch Fehlstellungen entstehen. „Auch Sportler leiden häufig darunter“, weiß Philip Ibe, der zudem Teamarzt der Deutschen Hockey-Nationalmannschaft ist.

Wie werden Knorpelschäden und Arthrosen behandelt?

Doch wie werden die Knorpelschäden anschließend behandelt? Ist der Knorpelschaden noch gering, kann zunächst ein konservativer Therapieansatz mit Hyaluronsäure oder Eigenblutspritzen sehr erfolgsversprechend sein. Hilft dies nicht, wird ein sogenannter Chondrofiller oder eine Hyaluronmatrix, eine Substanz zur Knorpelbildung, eingebracht. „Dieser Eingriff erfolgt arthroskopisch, also minimalinvasiv – und ist daher sehr schonend“, so Philip Ibe. „Die Substanz wird dann nach und nach durch vorhandene Knorpelzellen aus der Umgebung in Knorpel umgewandelt.“ Schon nach kurzer Zeit spürt der Patient meist eine Verbesserung der Belastungsfähigkeit.

Ist die Knorpelschädigung des oberen Sprunggelenks allerdings vorangeschritten, ist ein Knorpelersatz nicht mehr möglich. Deshalb rät der Orthopäde, bei ersten Symptomen frühzeitig zum Arzt zu gehen.