Hämorrhoiden-Behandlung

Je nach Stadium der Hämorrhoiden kommen unterschiedliche Behandlungsverfahren zum Einsatz:

  • Laserhämorrohoidenplastie (LHP)
  • Sklerosierung
  • Gummiringligatur
  • OP nach Milligan-Morgan
  • Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo

LHP – Laserhämorrohoidenplastie – Hämorrhoiden schonend mit dem Laser behandeln

Mit dem minimal-invasiven Laserverfahren LHP der Firma Biolitec ist die Therapie von Hämorrhoiden der Stufen II bis III besonders schonend. Vor dem Eingriff werden Patienten in eine leichte Narkose gelegt, die vorher gründlich mit dem Anästhesisten besprochen wurde. Anschließend wird eine dünne Lasersonde in das Zentrum der vergrößerten Hämorrhoiden eingeführt. Die Laserenergie bewirkt, dass die Hämorrhoide von innen heraus geschrumpft wird. Ebenso wird die Blutversorgung gezielt gedrosselt, was ein erneutes krankhaftes Anschwellen verhindert und die Rückbildung zum gesunden Ursprungszustand fördert. Schon kurze Zeit nach der Operation können Patientinnen und Patienten wieder schmerzfrei zur Toilette gehen, sitzen und einen unbeschwerten Alltag haben.

Das minimalinvasive und komplikationsarme Verfahren kommt ohne große Schnitte aus und erhält die Feinkontinenz, also das Abdichten des Anus‘, maximal. Alle unangenehmen Begleitsymptome wie austretender Schleim, beschmutzte Unterwäsche und Probleme, den Stuhl einzuhalten, werden mitbehandelt.

Stefan Mühlbauer ist ein erfahrener Chirurg und berät Sie gern zu den schonenden Möglichkeiten der Laserbehandlung von Hämorrhoiden.

Sklerosierung

Die Sklerosierung (= Verödung) kommt bei Hämorrhoiden der Stadien I-II zur Anwendung. Hierbei wird eine Verödungslösung (z. B. Aethoxysklerol®) knapp oberhalb der Hämorrhoiden unter die Schleimhaut injiziert. Die dadurch ausgelöste Vernarbungsreaktion hilft, das Hämorrhoidalgewebe zu „refixieren“. Bei korrekter Technik ist die Injektion schmerzlos, risikoarm. Hauptrisiko: leichte Nachblutung, selten.

Gummiringligatur

Die Gummiringligatur kommt bei Hämorrhoiden im Stadium II (-III) zur Anwendung. Mithilfe eines speziellen Applikators wird durch das offene Proktoskop ein Schleimhautareal knapp oberhalb des Hämorrhoidalknotens mit einem Gummiring schmerzfrei abgebunden. Nach einigen Tagen stößt sich das kleine Schleimhautstück mit dem Gummiring ab. Das Wirkprinzip besteht auch hier darin, eine Narbenbildung hervorzurufen, die die Hämorrhoiden wieder fixiert. Hauptrisiko: Nachblutung, nach 2-3 Tagen.

Operation nach Milligan-Morgan

Seit Jahrzehnten ist die OP nach Milligan-Morgen etabliert als „Goldstandard“ der operativen Hämorrhoidentherapie. Wir wenden das Verfahren, mit kleineren Modifikationen, bei einzelnen vorfallenden Hämorrhoidalknoten im Stadium III und bei – dann meist mehreren – fixierten vorgefallenen (prolabierten) Knoten im Stadium IV an.

Der OP nach Milligan-Morgan erfordert eine Allgemeinnarkose oder rückenmarksnahe Anästhesie.

Bei einzelnen Knoten ist die ambulante Durchführung der Operation möglich, ansonsten stationärer Aufenthalt von 2-3 Tagen.

Darmvorbereitung: Vermeidung fester Kost am Vorabend und Anwendung eines Bisacodyl®-Zäpfchens, am OP-Tag Mikroklistier 2 Std. vor der OP.

Ablauf Operation nach Milligan-Morgen

Zu Beginn der Hämorrhoiden-OP nach Milligan-Morgen wird immer eine Tastuntersuchung sowie Prokto- und Rektoskopie in Narkose vorgenommen. Anschließend erfolgt die Desinfektion, Abdeckung und das Einsetzen eines sog. Analspreizers.

Fakultativ ist eine lokale Anästhesie mit Adrenalinzusatz, die die Schmerzperzeption (Empfindung trotz Narkose) und die Blutungen während der OP mindert.

Der vergrößerte Hämorrhoidalknoten wird unter Darstellung und Schonung der Schließmuskulatur mit Hochfrequenz-Chirurgie („Elektroskalpell“ mit hochfrequentem Wechselstrom) umschnitten, das zuführende Blutgefäßbündel durch Naht umstochen und das Hämorrhoidalgewebe abgetragen. Auf eine Naht der Wunde im Analkanal wird bewusst verzichtet. Prinzipiell werden alle entnommenen Gewebe zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung eingesandt.

Nach Kontrolle der Blutstillung wird zur Schmerzbekämpfung eine lidocainhaltige Salbe in den Analkanal eingebracht.

Nachbehandlung Operation nach Milligan-Morgen

Der Stuhlgang nach der Hämorrhoiden-Operation nach Milligan-Morgen kann ganz normal erfolgen. Die Analregion sollte nach dem Stuhlgang mit lauwarmem Wasser ausgeduscht werden. Anschließend wird eine Vorlage mit einer weichen Mullkompresse mit Lidocain-Panthenol-Salbe verabreicht. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist in der Regel für ca. 1 Woche erforderlich.

Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach der Hämorrhoiden-OP nach Milligan-Morgen beträgt je nach Befund und Tätigkeit 1-3 Wochen.

Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo

Wir wenden die Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo seit vielen Jahren bei allen Patienten mit mehr als einem vorgefallenen Hämorrhoidalknoten im Stadium III an.

Bei der Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo wird ein Schleimhautstreifen im unteren Enddarm knapp oberhalb der Hämorrrhoiden mit einem zirkulären Klammernaht-Instrument entfernt und zugleich eine Naht mit winzigen Titanklämmerchen („staples“) gelegt. Dadurch entsteht ein Raffungs- und „Lifting“-Effekt auf den unteren Enddarm bei gleichzeitiger Abdrosselung der Arterien, die die Hämorrhoiden versorgenden.

Haemorrhoidalknoten im Stadium III
Hämorrhoidalknoten im Stadium III

Ablauf Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo

Darmvorbereitung, Lagerung und Anästhesie, Prokto- und Rektoskopie wie bei Milligan-Morgan.

Nach der Desinfektion der Haut wird mit einem Spezial-Instrumentarium eine zirkuläre Naht oberhalb der Hämorrhoidalpolster gelegt. Diese Naht ist für die korrekte Entfernung des Schleimhautstreifens und die spätere Platzierung der Klammernaht entscheidend. Bei großen Hämorrhoidalpolstern und engem Analkanal können die anatomischen Verhältnisse schwierig sein. Hier ist die Erfahrung und anatomische Kenntnis des Operateurs entscheidend für den späteren Erfolg.

Mithilfe dieser Naht wird der Schleimhautstreifen in das geöffnete Staplerinstrument eingezogen und nach Schließen des Instrumentes und Kontrolle der korrekten Position entfernt und die Klammernaht im selben Schritt vorgenommen.

Schritt 2 der Stapler-Haemorrhoidpexie nach Longo
Schritt 4 der Stapler-Haemorrhoidopexie nach Longo
Ergebnis der Stapler-Haemorrhoidopexie nach Longo

Vorteile Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo

Der Vorteil der Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo liegt bei mehr als einem Hämorhoidalknoten darin, dass im sensiblen analen Hautareal keine Wunde entsteht. Die Klammernaht liegt im nicht sensiblen Schleimhautareal des unteren Enddarms. So werden die Genesungsphase und Dauer der Arbeitsunfähigkeit verkürzt. Die in manchen Untersuchungen beschriebenen häufigeren Rezidive (Wiederauftreten) konnten im eigenen Patientengut (> 800 Pat.) nicht bestätigt werden. Probleme mit der Stuhlkontinenz traten sehr selten (< 0,5 %) auf.

Nachbehandlung Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo

Nach der Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo ist eine stationäre Überwachung mindestens für eine Nacht erforderlich, um eine – trotz sorgfältiger Blutstillung – mögliche Nachblutung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln (im eigenen Patientengut < 1 %). Schmerzmittel werden in der Regel am OP-Tag und am ersten Tag danach benötigt. Die Nahrungsaufnahme ist wie bei der Milligan-Morgan-OP noch am OP-Tag möglich. Das Weichhalten des Stuhls und körperliche Schonung für 8-10 Tage sind nötig.