Morton-Metatarsalgie / Morton-Neuralgie

Morton-Metatarsalgie / Morton-Neuralgie / Vorfußschmerz

Die Morton-Metartarsalgie, auch Morton-Neuralgie genannt, wird durch eine Irritation oder Kompression („Einklemmung”) der Zehennerven verursacht. Frauen sind von der Morton-Metatarsalgie deutlich häufiger betroffen als Männer.

Symptome Morton-Metatarsalgie (Morton-Neuralgie, Vorfußschmerz)

Typische Beschwerden bei Vorliegen einer Morton-Metatarsalgie sind Schmerzen des Vorfußes sowie der dritten und vierten Zehe. Besonders schmerzhaft ist das Tragen von engem Schuhwerk. Dagegen bestehen bei der geringere oder gar keine Beschwerden beim Tragen von weiten Schuhen oder beim Barfußgehen. Im Verlauf der Morton-Metatarsaligie kann ein Taubheitsgefühl an den betroffenen Zehen auftreten. Die Symptome der Morton-Metatarsalgie im Überblick:

  • Schmerz in Vorderfuß und Zehen 3 und 4
  • Taubheit in betroffenen Zehen

Ursachen Morton-Metatarsalgie (Morton-Neuralgie, Vorfußschmerz)

Die Morton-Metartarsalgie wird durch eine Irritation oder Kompression („Einklemmung”) der Zehennerven zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen des zweiten und dritten Zehenstrahls bzw. in Höhe der Zehengrundgelenke verursacht. Bei dauerhaftem Druck entwickelt sich eine knotenartige Verdickung (Pseudoneurom) an der Aufzweigung der Zehennerven. Eine zusätzliche Kompression wird durch einen entzündlich veränderten und vergrößerten Schleimbeutel (Bursa) hervorgerufen, der sich ebenso zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen befindet und mit dem Nervenknoten eine schmerzhafte Verbindung bildet. Überwiegend tritt die Erkrankung zwischen dem dritten und vierten, seltener zwischen dem zweiten und dritten Zeh auf. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Diagnostik Morton-Metatarsalgie (Morton-Neuralgie, Vorfußschmerz)

Die Morton-Metatarsalgie kann beispielsweise mit einer MRT-Untersuchung abgeklärt werden. Mithilfe der Magnetresonanztomographie lässt sich die Morton-Metatarsalgie von anderen Erkrankungen abgrenzen und sichtbar machen.

Eine korrekte Diagnose vorausgesetzt, kann bei dem überwiegenden Anteil der Patienten, die an Morton-Metatarsalgie leiden, durch eine operative Behandlung eine gute Besserung oder Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Therapie Morton-Metatarsalgie (Morton-Neuralgie, Vorfußschmerz)

Behandelt werden kann die Morton-Metatarsalgie durch eine mikrochirugische Operation. Blutverdünnende Medikamente müssen rechtzeitig vor der Operation, ggf. nach Rücksprache mit dem Hausarzt, abgesetzt bzw. ersetzt werden. Man sollte nüchtern (Essen, Trinken, Rauchen) zum OP-Termin kommen. Das selbständige Führen eines Pkw oder die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels sind nach der Operation nicht möglich, weswegen die Heimfahrt im Pkw mit einem Fahrer erfolgen muss.

Der ambulante operative Eingriff zur Behandlung der Morton-Metatarsalgie wird in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) plus wahlweise Dämmerschlaf durchgeführt. Am Fußrücken in Höhe des Zwischenzehenraumes der dritten und vierten bzw. zweiten und dritten Zehe erfolgt ein ca. 3-4 cm langer Hautschnitt. Bei typischem Befund wird ein bindegewebig verdickter Zehennerv zusammen mit dem vergrößerten Schleimbeutel entfernt. Alternativ kommt auch die Durchtrennung eines kleinen Bandes (Ligamentum intermetatarsale) in Betracht, insbesondere wenn kein typischer Befund am Nerv vorliegt. Am Ende der Operation wird eventuell eine kleine Drainage in die Wunde eingelegt.

Komplikationen (allgemein/speziell) Morton-Metatarsalgie (Morton-Neuralgie, Vorfußschmerz)

Kleine Blutergüsse und Schwellungszustände nach der operativen Beseitigung der Morton-Metatarsalgie klingen in der Regel spontan ab. Bei stärkerer Schwellung sollten neben einer Lockerung des Verbandes zusätzlich mehrmals täglich Eispackungen angewendet werden. Die Wunde darf hierbei nicht feucht werden.

Die Entzündungshäufigkeit (Infektionsrate) bei unseren Patienten nach einer mikrochirurgischen Behandlung der Morton-Metatarsalgie ist sehr niedrig. Bei Anzeichen einer Infektion, d.h. Schwellung, pochenden Schmerzen im Operationsbereich, Rötung oder gar Entleerung von Eiter aus der Wunde muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, um eine gezielte Behandlung einzuleiten. Am günstigsten ist die umgehende Vorstellung in unserer Klinik.

Häufig besteht bereits vor der Operation ein Taubheitsgefühl der Zehen bedingt durch die Morton-Metatarsalgie. Ansonsten kann ein solches nach dem Eingriff auftreten, ohne sich jedoch besonders störend auszuwirken.

Bei etwa 20% der Patienten kommt es durch die Operation leider zu keiner befriedigenden Besserung der Beschwerden.

Nachsorge Morton-Metatarsalgie (Morton-Neuralgie, Vorfußschmerz)

Um ein Anschwellen des Fußes nach der operativen Behandlung der Morton-Metatarsalgie zu vermeiden und um eine rasche Wundheilung zu erreichen, sollte der Fuß in den ersten Tagen konsequent und für insgesamt 10 Tage überwiegend hochgelagert und geschont werden. Trotz Hochlagerung und Schonung ist die Bewegung im Köchel zur Betätigung der Wadenmuskulatur und damit Vorbeugung einer Thrombose notwendig. Am ersten Tag nach der Operation erfolgt der erste Verbandswechsel und die Entfernung der Drainage durch uns oder den überweisenden Arzt. Nach ca. 7-10 Tagen werden die Fäden entfernt. Am darauffolgenden Tag ist das Waschen des Fußes wieder möglich. Zunehmend kann der Fuß nun wieder belastet werden. Die Belastung ist innerhalb der ersten Wochen noch schmerzhaft, gelegentlich auch länger.

Achtung!

Treten unvorhergesehene Schwierigkeiten nach der operativen Therapie der Morton-Metatarsalgie auf, wie z.B. erhebliche Schmerzen, Bewegungseinschränkungen der Gelenke oder eine starke Schwellung, suchen Sie bitte unbedingt die Klinik auf.