Wirbelgelenkarthrose / Facettensyndrom

Was bedeutet „Arthrose der Wirbelgelenke“? Was sind Wirbelgelenke?

Arthrose entsteht durch Abnutzung der Gelenke und kann einerseits altersbedingt auftreten, andererseits aber auch durch Über- und Fehlbelastung. In der Regel spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle, da unser Körper individuell unterschiedlich altert oder auf Belastung reagiert. Eine besondere Form ist die Wirbelgelenkarthrose. Als kleine Wirbelgelenke – auch Facettengelenke genannt – bezeichnet man die Gelenkverbindungen zwischen zwei Wirbeln, die dazu durch die jeweilige Bandscheibe verbunden sind. Dies bedeutet, dass es in jeder Bandscheibenetage zwei Wirbelgelenke (rechts und links) gibt. An der Brustwirbelsäule kommen noch die Rippen-Wirbelgelenke dazu, so dass man dort pro Etage 4 Gelenke hat. Die Wirbelgelenke ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule, also Drehen, Strecken und Beugen.

Ursachen von Wirbelgelenkarthrose / Facettensyndrom

Die Wirbelgelenkarthrose tritt in der Regel altersbedingt auf. Dabei spielt jedoch die genetische Veranlagung eine große Rolle. Begünstigt oder beschleunigt werden kann die Arthrose durch Fehl-/Überbeanspruchung, Übergewicht sowie geringe Bauch- und Rückenmuskulatur. Ein große Rolle spielen auch Bandscheibenschäden bzw. degenerative Bandscheibenveränderungen. Bei Bandscheiben stellt sich altersbedingt ein Flüssigkeitsverlust ein, wodurch sie schrumpfen und so an Höhe verlieren. Dies kann zu einer Fehlstellung der Wirbelgelenke führen und damit eine Arthrose begünstigen. Im akuten Stadium schwillt die Kapsel des Wirbelgelenkes und es kommt zu einer Reizung der Kapselnerven. Dies löst den zum Teil heftigen Schmerz aus, der mit einem Bandscheibenvorfall verwechselt werden kann. Eine besonders häufig betroffene Region ist dabei die Lendenwirbelsäule. Allerdings betrifft die Wirbelgelenkarthrose auch Brust- und Halswirbelsäule.

Symptome Wirbelgelenkarthrose / Facettensyndrom

Die Symptome der Wirbelgelenkarthrose sind vielfältig und stehen nicht in direkter Korrelation zur Schwere der Arthrose. Dies bedeutet, dass auch schon kleine Gelenkveränderungen große Beschwerden verursachen können und umgekehrt.

Symptome, die an der Lendenwirbelsäule häufig anzutreffen sind:

  • Ein- oder beidseitiger Rückenschmerz
  • Schmerzen, die in Extremitäten, Gesäß, Leiste oder Unterbauch ausstrahlen, sogenannte pseudoradikuläre Schmerzen (wie beim Bandscheibenvorfall)
  • Vorübergehende Schmerzabnahme bei Bewegung
  • Einschränkung der Beweglichkeit oder Steifheitsgefühl
  • Schmerzen im Stehen und Sitzen
  • Keine Besserung des Zustands im Liegen, z.T. sogar Verschlechterung

Diagnostik Wirbelgelenkarthrose / Facettensyndrom

Die Diagnostik des Facettensyndroms erfolgt zunächst mit einer gründlichen Anamneseerhebung und neurologisch-orthopädischen Untersuchung. Im Anschluss daran bieten sich je nach Beschwerdebild neuroradiologische Untersuchungsverfahren wir MRT, Röntgen oder CT an. In der Beta Klinik verwenden wir einen offenen MRT, der es uns ermöglicht auch klaustrophobische Patienten oder solche bis 250 kg komfortabel zu untersuchen.

Wenn dann aufgrund von erkennbaren Veränderungen der Wirbelgelenke der Verdacht auf eine symptomatische Wirbelgelenkarthrose erfolgt, werden gezielte diagnostisch therapeutische Testinfiltrationen durchgeführt, auch Facettenblockade genannt (siehe auch Mikrotherapie). Dabei wird unter lokaler Betäubung und mittels CT-Navigation eine dünne Nadel in das jeweilige Facettengelenk eingebracht und eine kleine Menge Kontrastmittel injiziert. Dann kann man den Schmerz provozieren, indem man Kochsalzlösung injiziert (positiver Provokationstest) oder mittels Lokalanästhesie und Injektion von Cortison, Ozon oder biologischen Medikamenten versucht, direkt eine Schmerzfreiheit zu erzielen.

Behandlung Wirbelgelenkarthrose / Facettensyndrom

Je nach Schwere der Arthrose und dem individuell empfundenen Leidensdruck bieten sich unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten an, die jeweils durch die Physiotherapie gestützt werden:

CT-gesteuerte Mikrotherapie – mit mehrmaliger Eingabe von schmerzlindernden und heilungsfördernden Medikamenten
Facettenkoagulation – Verödung der Beschwerden verursachenden Nerven mit thermischer Energie (z. B. Laser)
Begleitend dazu sollte eine gezielte und ärztlich geleitete Manual- und Physiotherapie durchgeführt werden, gefolgt von einem aufbauenden Muskeltraining für die Wirbelsäulenmuskulatur.